Bertha Dudde 1891 - 1965
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Die Schöpfung

- wie und warum sie entstand

Eine

Offenbarung

Gottes

Eine                           Gegenüberstellung

Blick ins Weltall,
vom Hubbleteleskop gesehen
 

 
 
 

Der Plan Gottes - Die Evolution aus geistiger Sicht

-- Einleitung

1. Die Abwehr der Liebe Gottes - Entstehung des materiellen Kosmos

2. Die Evolution des Lebens - die Aufgabe des Menschen

3. Dem Leid ausgeliefert - die Auswirkungen der UrSchuld

4. Der Fall Adams - die Wiederholung der UrSchuld

5. Die Mission Jesu - das Erlösungswerk Jesu Christi

6. Die zeitlos ewige Auswirkung der Erlösungstat Jesu Christi

7. Zusammenfassung mit einem Nachwort

-- Gegenüberstellung von verschiedenem Geistesgut

-- Anmerkung zum Wirken des Gottes- oder Geistesfunkens

Autor: Franz-Josef Davids

Gegenüberstellung von verschiedenem Geistesgut

Die Bertha Dudde-Kundgabe 8459 wirft einen neuen Aspekt auf eine Lehre, die das gesamte Werk Jakob Lorbers durchzieht.   

  BD 8459  BD 8o86  BD 8814  BD 8215

Gegenüberstellung:

In der Offenbarung durch Jakob Lorber finden wir einige wesentliche Abweichungen im Verständnis des Heilsgeschehens, wie dies hier in Kapitel I und II dieser Skizze zum Plan Gottes nach Dudde aufgezeigt wird.

Deshalb ist eine Gegenüberstellung der Unterschiede in diesem Themenbereich für einen Wahrheitssucher unumgänglich.

Vor allem die Rückentwicklung der Seele zu einem Wesen mit göttlichen Eigenschaften nach dem Fall in die sogenannte Tiefe oder in die Gottferne unterliegt in der Lorberoffenbarung anderen Vorstellungen. Die von der Gottheit immer angestrebte Zurückgewinnung von Ichbewusstsein, Intelligenz und freiem Willen des gefallenen Urgeistes werden bei Lorber deutlich abweichend dargestellt.

Der Autor Erhard Gaiduk, ein profunder Kenner des Lorber-Werkes, hat in seinem Buch „Die drei Kreise des Lebens“, Das Wesen des Menschen, eine ausführliche Gesamtbetrachtung erfasst, die die Ausführungen zu diesem Thema im gesamten Lorberwerk gut erklären und zusammen-fassen.

Seine Ausführungen können für Studierende wichtig sein, die beide Offenbarungen, die Dudde- wie die Lorberoffenbarung, einmal auf ihren Wahrheitsgehalt hin gegenseitig prüfen und vergleichen möchten.

Deshalb nahm ich diese Arbeit als Grundlage für dieses Thema und selbstverständlich die Lorbertexte selbst.

In der Lorberoffenbarung wird ganz deutlich und unmissverständlich offenbart, dass die Seele des Menschen nur ein substanzieller Seelen-körper sei, in dem der Spiritus Rektor ein essentieller Geist ist, der mit und in seinem Seelenkörper das Ichbewusstsein und den freien Willen bildet und die eigentliche Intelligenz der Seele ausmacht. (u.a. in GEJ 8.24.11 – 8.24.13 / RB 2.270.9 / DTT 21.19 / HIM 3.400617.6 / Er.01_051.05 / GEJ 1.214 9 – 1.214.11 / GEJ 6.133.4)

Der Seelenkörper selbst hätte nur die Intelligenz eines hochentwickelten Tieres und nur die Anlage zum Ichbewusstsein und nur das Potenzial zum freien Willen, Anlagen, die erst in Verbindung und nach einer Einigung mit dem speziellen essentiellen Geist sich entwickeln können.

„[GEJ 8.24.11] Wenn wir aber das Leben und Sein der Seele für sich noch näher betrachten, so werden wir auch bald und leicht finden, daß sie als auch noch ein substantielles Leibmenschwesen für sich um nichts höher stünde als allenfalls die Seele zum Beispiel eines Affen. Sie würde wohl eine instinktmäßige Vernunft in einem etwas höheren Grade innehaben denn ein gemeines Tier, aber von einem Verstande und einer höheren freien Beurteilung der Dinge und ihrer Verhältnisse könnte da nie eine Rede sein.

[GEJ 8.24.12] Dieses höhere und eigentlich höchste und Gott völlig ähnliche Vermögen in der Seele bewirkt ein rein essentiell geistiger dritter Mensch, eben in der Seele wohnend. Durch ihn kann sie Wahres vom Falschen und Gutes vom Bösen unterscheiden und kann frei nach allen erdenklichen Richtungen hin denken und völlig frei wollen, wodurch sie sich selbst dem in ihr wohnenden Geiste, je nachdem sie sich mit ihrem von ihm unterstützten freien Willen für das reine Wahre und Gute bestimmt, nach und nach völlig ähnlich, also stark, mächtig, weise und als in ihm wiedergeboren, identisch macht.

[GEJ 8.24.13] Ist das der Fall, dann ist die Seele so gut wie ein Wesen mit ihrem Geiste, so wie auch die edleren Leibesteile einer vollkommenen Seele – welche Leibesteile eigentlich in den gar sehr verschiedenen Leibesnaturgeistern bestehen – ganz in den geistig substantiellen Leib, den ihr das Fleisch der Seele nennen könnet, übergehen und am Ende dadurch auch in den essentiellen des Geistes, darunter auch zu verstehen ist die wahre Auferstehung des Fleisches an dem jüngsten und wahrsten Lebenstage der Seele, der dann erfolgt, wenn ein Mensch vollkommen im Geiste wiedergeboren wird, entweder schon hier in diesem Leben oder etwas mühevoller und langwieriger jenseits.“

Weiter wird offenbart, dass der Seelenkörper also aus Substanz besteht und nicht aus pur reinem Geist, denn aus diesem sei ja der essentielle Geist, ein unteilbarer Geist. Zusammen, vereint, bilden substanzielle Seele und der essentielle Geist dann den von Gott einst im Urlicht, im geistigen Reich, in aller Vollkommenheit geschaffenen Urgeist.

Die Dudde-Offenbarung gibt eine völlig andere Erklärung, siehe BD 8086 oder vor allem BD 8459.  BD 8086  BD 8459

Im Kontext der Lorberwerke erfahren wir weiter, dass nach seinem Abfall oder der bewussten Trennung des Urgeistes von Gott die substanzielle Seele, also der Seelenkörper, auch aufgesplittert oder aufgelöst wurde in seine Substanzen (Seelenpartikel), die dann die Materie bilden und in dieser einen stufenweisen Aufstieg im Naturseelenreich ermöglichen und durchlaufen.

Sie, diese Partikel, bilden aber nach endlicher oder abschließender Komplettierung dann keine vollständige Menschenseele, sondern wieder nur den substanziellen Seelenkörper, der bei der Geburt des Menschen von seinem essenziellen Geist wieder bezogen wird. „Der einst böse gewordene Geist…“ (HIM 3.400617.6 Er.01_051.05)

Dieser „einst böse gewordene Geist“ soll jetzt nicht mehr „böse“ sein, da er ohne irgendeine vorherige Läuterung einfach umgekehrt ist und danach die Reue, die Demut und die Treue bewiesen hat.

Ja wie und wann soll dieser Geist dazu in der Lage gewesen sein? In der Zeitspanne, in der die „unschuldigen“ Seelenpartikel die „Fallschöpfung“ durchlaufen, kann der mit noch unvorstellbarem Gottwiderstand angefüllte Geist, wie gesagt, einfach mal so umkehren, einfach mal so Reue, Demut und Treue beweisen?

Warum eigentlich durchlaufen die Seelenpartikel dann noch die Fallschöpfung?

Diese Seelenpartikel müssten nach der Logik des Lorberkosmos doch jetzt eigentlich unschuldig sein, da sie selber nicht über die nötige Intelligenz und Willensfähigkeit hätten verfügen können, um die Verantwortung für die Zurückweisung der Liebe Gottes im Urlicht, damals im geistigen Reich, tragen zu können. (GEJ 8.24.11 – 8.24.13)

Diese Verantwortung hätte nach Lorberlogik nur beim essentiellen Geist liegen dürfen.

 

Und deshalb ist mit Sicht auf diesen essentiellen Geist weiter zu bedenken, dass in der Lorberdarstellung die Zurückweisung der Liebe Gottes für den Urgeist im Urlicht eine ganz andere Konsequenz hatte als die, die wir bisher aus der Offenbarung Gottes durch Bertha Dudde entnommen hatten.

Hier, in der gesamten Lorberoffenbarung, hat nämlich der Fall in die Tiefe oder die Zurückweisung der Liebe Gottes keine Verhärtung des Geistigen oder besser des essentiellen Geistes zur Folge, keine Gefangennahme ins Gericht Gottes, keine Bannung in die Materie, sondern der essentielle Geist ist weiter „handlungsfähig“, kann trotz größtem und giftigstem Gottwiderstand noch im freien Willen sich für die Umkehr entscheiden. „Ach, lieber Gott, ich sehe gerade, ich habe wohl einen Fehler gemacht!“, ist hier das Motto.

Dem essentiellen Geist wird im Zusammenhang der Lorbertexte nur seine substanzielle Seele genommen, und nur dadurch ist seine ehemalige Freiheit im geistigen Reich, in einer jenseitigen Sphäre, eingeschränkt.

Der essentielle Geist muss nach Lorber vor seiner Inkarnation als Mensch seinen Seelenkörper selbst wieder aufbauen, d.h. alle Partikel wieder komplettieren. Dazu muss er außerhalb seines Seelenkörpers zunächst umkehren, d.h. wie gesagt, eine komplette Willenswandlung auf der Stelle vollbringen, dann die Reue, dann seine Demut und seine Treue unter Beweis stellen, und dies tut er im Lorberkontext, in dem er sich „bewährt“ bei der Sammlung und Komplettierung aller seiner Seelenkörpersubstanzen.

„[GEJ 6.133.4] Ist eine Seele – was ihr jenseitiger Geist aus Gott gar helle sieht – einmal in einem Leibe, sei es der einer Pflanze oder der eines Tieres, durch die erforderliche Ausreifung fähig, in eine höhere Lebensstufe aufzusteigen, so veranlaßt ihr sie stets fortbildender jenseitiger Geist, daß ihr der für fernerhin unbrauchbare Leib abgenommen wird, damit sie dann, als schon mit höheren Intelligenzen begabt, sich einen andern Leib bilden kann, in welchem sie eine kürzere oder auch längere Zeit hindurch sich wieder zu einer größeren Lebens- und Tätigkeitsintelligenz emporarbeiten kann, und das so fort bis zum Menschen hinauf, wo sie, als schon völlig frei, dann als im letzten Leibe zum vollen Selbstbewußtsein gelangen wird, zur Erkenntnis Gottes, zur Liebe zu Ihm und dadurch zur vollen Vereinigung mit ihrem jenseitigen Geiste gelangen wird, welche Vereinigung wir die Neu- oder Wiedergeburt im Geiste nennen.“

In diesem Zusammenhang verweise ich nochmals auf BD 8086

Von einer Anhäufung einer unvorstellbaren Schuld und einer Notwendigkeit zur Läuterung des angeblich existierenden essentiellen Geistes wird bei Lorber nichts verlautet.

Liegt dies daran, dass dieser Geist in Wirklichkeit gar nicht existiert und nie existiert hat, und somit auf einer völlig falschen Grundannahme ein völlig falsches Gesamtverständnis sowohl beim Geber dieser Offenbarung wie dann auch beim Leser dieser Offenbarung aufkam und aufkommen   musste?

Wir müssen leider einsehen, dass der Läuterungsplan Gottes in der Lorberoffenbarung nicht nur unvollständig sondern auch falsch dargestellt wird.

 

Des Weiteren ist zu bedenken, dass die wichtigste Aufgabe eines Menschen im Erdenleben das bewusste Streben nach seiner ehemaligen Vollkommenheit ist. Dazu sind die Entwicklungsschritte über Demut zur Reue (in dieser Reihenfolge) im Erdenleben unumgänglich. Das Erdenleben bietet dem Menschen ja genügend Entwicklungsmöglich-keiten bzw. Bewährungsproben nach der Führung Gottes, wobei der Mensch sich immer der Hilfe aus der Liebe Gottes vergewissern kann.

Jetzt stellt sich die Frage, wenn ich den Lorberausführungen folgen will, was geschieht denn eigentlich mit dem angeblichen essentiellen Geist in der substanziellen Seele, wenn der Mensch im Erdenleben die eben erwähnten Erprobungen zu bewältigen hat?

Dieser Geist hat doch vermeintlich seine Umkehr, seine Reue, seine Demut und Treue bewiesen als seine Seelenpartikel noch unterwegs und gebannt waren. Muss er trotzdem nochmals Reue, Demut und Treue im Erdenleben beweisen, nachdem er nach dreimonatiger Schwangerschaft „in das Herz seiner Seele eingelegt wurde“, um wieder mit seiner Seele verbunden zu werden? (Er.01_051.05)

Vollzieht sich dies alles bei ihm doppelt, einmal vor seiner Inkarnation und dann nochmals nach seiner Inkarnation als Mensch im Erden-leben?

Zu welchem Zeitpunkt muss eigentlich dieser Geist seine Urschuld unter das Kreuz Jesu Christi legen, um die Kluft zwischen sich und der Gottheit aufzuheben bzw. von dieser Schuld ledig zu werden? Geschah dies vor seiner Inkarnation oder nach seiner Inkarnation als Mensch?

Wir können diese Fragen mit Hilfe der Lorberoffenbarung nicht wahrheitsgemäß beantworten. Und deshalb gab uns der Vater im Himmel eine einzigartige Hilfe, eine Korrektur und Auflösung zu diesen aus uns selbst nicht zu beantwortenden Fragen, die das gesamte Lorberwerk hier hervorbringt.

In der Dudde-Kundgabe BD 8459  lesen wir deshalb einmal klar und unmissverständlich:

„Was gebunden durch die Schöpfungswerke hindurchgeht zwecks langsamen Aufstieges zur Höhe, das ist das gefallene geistige Geschöpf, das einstens aus Mir ausgegangen ist .... Es ist das Wesen, das Ich als höchst vollkommen erschuf, das Ich als selbständig hinausstellte als Mein Ebenbild und das nun auf einem qualvollen Wege der Rückkehr in endlos langer Zeit sich wieder rückgestalten soll zu dem, was es uranfänglich gewesen ist .... Klarer kann euch eine Antwort nicht gegeben werden, wenn ihr fraget, wo der "Geist" geblieben ist, als das Wesen fiel .... Von welchem Geist sprechet ihr? .... Ich habe Geistwesen geschaffen, und diese sind abgefallen von Mir. Es ist also die Seele nicht "Seele" eines Geistes, sondern die Seele ist selbst der einst-gefallene Urgeist, der sich zur letzten Vollendung im Menschen verkörpert .... Und verkörpert sich ein nicht gefallener Geist in einem Menschen, so ist dessen Seele eben jener Urgeist, nicht aber nur ein Teil desselben ....“

Bitte lesen Sie dringend auch die gesamte Kundgabe, klarer und unmissverständlicher kann es kein Mensch sagen!

Wenn wir bedenken, dass ziemlich unvermittelt im unteren Drittel einer Dudde-Kundgabe vom 5.4.1963, eine solche auf den Punkt zugespitzte Analyse und Richtigstellung eines so komplexen Themas auftaucht, das bisher kaum ein Studierender beider Offenbarungen, der Dudde- wie der Lorberoffenbarung, so komplett und umfassend überhaupt durchschaut hat, dann war dies wohl ein besonders Anliegen des Gebers dieser Kundgabe, dieses Thema einmal in dieser Zeit neu zu beleuchten. Ich möchte deshalb den Anfang dieser Kundgabe hier auch noch zitieren:

„Euch gehört Meine ganze Fürsorge, die ihr Mir dienen wollet in der letzten Zeit vor dem Ende. Denn ihr sollet noch viel Irrtum berichtigen, den Ich euch aufdecke und euch daher die Mittel in die Hand gebe, dagegen vorzugehen, was ihr niemals könntet ohne die Zuleitung Meines Wortes aus der Höhe. Ich weiß es, wo das Denken der Menschen noch verwirrt ist, Ich weiß, wo sich Ansichten in ihnen festgesetzt haben, die sie nicht gern hingeben wollen und die doch nicht der Wahrheit entsprechen. Aber Ich will allen ein Licht geben, Ich will das Denken derer erleuchten, die von Mir aus den Auftrag haben, die Wahrheit zu verbreiten.“

Ich halte fest, die Dudde-Kundgabe BD 8459 korrigiert die Lehre von einem essentiellen oder jenseitigen Geist und der dazu gehörigen substanziellen Seele.

Ein richtiges Grundverständnis um die Zusammenhänge zwischen Körper, Seele und Geist ist die Voraussetzung für ein rechtes Verständnis vom Heilsplan Gottes, sowie dem Erlösungswerk Jesu Christi.

Bitte bedenken Sie: Uneindeutige Offenbarungstexte, Texte, denen die Klarheit fehlt, entziehen sich allzu oft einer Überprüfung und entzweien gar noch Menschen guten Willens.

 

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