Bertha Dudde 1891 - 1965

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Die Schriften Jakob Lorbers und Bertha Duddes im Vergleich

 - Version 1.2 von Ende 2005

( korrigiert und geringfügig ergänzt zu Version 1.1 von Ende 2004 )

| Ursprung: Team Endzeitprophetie |

  
 

Dieser Textvergleich widmet sich der Auseinandersetzung zwischen den christlichen Neuoffenbarungspropheten Jakob Lorber und Bertha Dudde.

Viele Lorberfreunde erkennen die Offenbarungen durch Bertha Dudde nicht als wahr an. Viele tun dies aber auch.

So ist eine Spaltung der Neuoffenbarungsszene entstanden. Diese Spaltung beruht auf der Kritik einiger Lorberfreunde, die sich auf etlichen Seiten von www.j-lorber.de zu bündeln scheint.

Dieser Vergleich indes nimmt eine Position ein, die Dudde und Lorber mitsamt der Bibel für vereinbar hält und beschäftigt sich mit dem sachlich begründbaren Teil dieser Kritik.

| Inhaltsverzeichnis des nachfolgenden Schriftenvergleiches |

| Weiterführende Informationen im Artikel "Der Plan Gottes" |

| Schwerwiegender Irrtum im Lorber-Werk aufgedeckt durch BD 8459 |

0.2. Warum dieser Text?

Zwischen Anhängern der Schriften von Bertha Dudde (BD) und Jakob Lorber (JL) gab und gibt es immer wieder unterschiedliche Auffassungen darüber, ob JL- und BD-Texte sich widersprechen würden. Derartige Überlegungen haben dazu geführt, daß manche Lorber-Anhänger die Schriften von Bertha Dudde ablehnen. Diese duddekritischen Lorberbefürworter (im Folgenden "dkL" genannt) gehen zu einem Teil so weit, Dudde-Anhänger nahezu mit Anhängern des Satans gleichzusetzen und ihnen verbal die Hölle in Aussicht zu stellen. Da die Texte von BD sich offenbar trotzdem immer weiter ausbreiten, wird dieses Problem sich in Zukunft kaum von selbst lösen. Dieser Text unternimmt den Versuch die manchmal ziemlich unsachliche Debatte zu beschreiben und - tendenziell für BD eingenommen - die sachlichen Inhalte zusammenzufassen, nach Möglichkeit zu erweitern und zu beleuchten.

Ich hoffe mit dieser Arbeit wesentliche Teile der Diskussion hierzu beschrieben zu haben. Falls Fehler, oder Lücken auffallen, neue belegbare Argumente auftauchen sollten oder sie einfach eine qualifizierte Meinung vortragen möchten, beachten sie bitte den letzten Punkt dieses Textes.

 


0.2.1. Korrektur von JL durch BD

Dennoch ist es richtig, daß Dudde sich korrigierend zu Lorber geäußert hatte, was jedoch etwas anderes ist als ein Widerspruch im vorgehenden Sinne, zumal er gut begründet ist und inhaltlich Sinn macht:

"B.D. Nr. 8909 vom 10.1.1965

Lorber ....

Ihr brauchet nicht zu zweifeln an dem Geistesgut, das ihr von Mir empfanget, denn Ich lasse es nicht bei einfachen Behauptungen bewenden, sondern Ich begründe alles, und das muß euch auch die Überzeugung geben, daß ihr in der Wahrheit unterwiesen werdet. Doch Ich weiß es, daß ihr auf Widerstand stoßet, und es wird Mich veranlassen, euch einen Beweis zu geben, wie Ich das schon getan habe, (Gottfried Mayerhofer) indem Ich euch auf eine andere Erklärung hingewiesen habe, die das gleiche Problem berührt. Und durch diesen Meinen Schreibknecht wird euch ein Licht werden - (Schöpfungsgeheimnisse, Seite 91). Weil ihr euch in der letzten Zeit befindet, darum gebe Ich euch die vollste Wahrheit, die ihr unbedenklich verbreiten könnet mit dem Hinweis, daß nichts unverändert bleibt, sowie es unter die Menschheit kommt, die selbst noch nicht vollendet ist - Und ihr könnet es glauben, daß auch dieses Werk (J. Lorber) eine Veränderung erfahren hat und darum nicht mehr rein erhalten geblieben ist - Zudem war auch Mein Knecht J. Lorber nur ein Mensch, der sich irren konnte und dann geirrt hat, wenn sein Verstand allein ein Problem zu lösen suchte, weil dann Mein Gegner seinen Verstand beeinflussen konnte - Er stand zwar unter Meinem Schutz, und er hat wahrlich der Welt ein Wissen hinterlassen, daß er wohl der größte Seher und Prophet genannt werden kann - Doch seinen freien Willen mußte Ich ihm lassen, der allein Anlaß war, daß der Gegner sich einschalten konnte - sonst hätte nicht ein so offensichtlicher Widerspruch entstehen können, wie es die Darstellung Meines Wesens, daß alle Gegensätze in Mir vorhanden seien - ergab. Doch Ich werde keinem Wortempfänger Meinen Schutz versagen, der wahrhaft ringt um die rechte Erkenntnis, der immer nur die reine Wahrheit erfahren und verbreiten will. Und das soll euch genügen und euch stärken im Kampf gegen den Irrtum, denn Ich werde mit euch gehen und euch auch die Beweise eures rechten Denkens noch finden lassen - Amen"

"B.D. Nr. 8858 vom 23.9.1964

Berichtigung eines großen Irrtums - (Nach Lesen: Der Fall Luzifer) (Lorber - Lutz)

Im Anfang ging aus Mir nur Vollkommenes hervor - Also könnet ihr dies beanstanden, wenn Ich euch als ein Schöpfer hingestellt werde, der "unlautere" Geister geschaffen hat - Ich Selbst bin der Schöpfer alles Wesenhaften, denn außer Mir gibt es keine Kraft, die Wesen erschaffen konnte. Und der von Mir zuerst herausgestellte Lichtgeist also wurde von Meiner Kraft durchstrahlt, und es konnte nur Vollkommenes aus unser beider Liebewille und Kraft hervorgehen - Und das ist es auch, was ihr verstehen müsset, daß Ich nichts wider Meine Ordnung von Ewigkeit tun kann, daß Ich auch keine unvollkommenen Wesen aus Mir herausstellen konnte, die sich selbst im freiem Willen erst nach endlos langer Zeit zur Abkehr von Mir entschlossen, die aber in keiner Weise von Mir beeinflußt wurden, wider die göttliche Ordnung zu verstoßen, sondern ihr Handeln in völlig freiem Willen geschah. So erst werdet ihr Meinen Plan von Ewigkeit verstehen, daß Ich Mir ihre Vergöttlichung zum Ziel gesetzt habe, und so auch werdet ihr verstehen, warum Luzifer - der Lichtträger - zu Meinem Gegenpol geworden ist - Wenn euch eine Darstellung des Erschaffens von Wesen so gegeben wird, wie es ganz unmöglich ist, dann zweifelt ihr an Meiner Vollkommenheit, und dann zweifelt ihr auch an Meiner Liebe zu allem Geschaffenen, das nach "Meinem Willen mangelhaft" gestaltet war (sein sollte) zu Anbeginn. Ihr könnet dann auch nicht den Vorgang begreifen, der in der Zurückweisung Meiner Liebekraft lag, und Ich muß euch allen darüber die Wahrheit zuleiten, denn ein Irrtum zieht den anderen nach sich - Daß sich aber ein solcher Irrtum einschleichen konnte in göttliche Offenbarungen, ist immer die Folge von Verstandesdenken, das genutzt wird von Meinem Gegner, der Verwirrung zu stiften sucht, was auch wieder ein Anlaß ist dazu, daß Ich Mich immer wieder von neuem offenbaren muß, und (um) in aller Reinheit euch in die Wahrheit einführen kann - (zu können) - Der Abfall von Mir kam in einer Weise zustande, daß vorerst Ewigkeiten vergingen, bevor er stattfand - daß also fortgesetzt Meine Liebe die Wesen durchstrahlen konnte und fortgesetzt sie selig waren im Übermaß. Und auch das Wesen, das Ich Mir als erstes Gefäß schuf, um Meine Liebe in dieses einzustrahlen, war Ewigkeiten Empfänger dieses Liebekraftstromes, bis es dann sich löste von Mir im freien Willen, den es als göttliches Geschöpf besaß. Wenn aber Ich ein Wesen erschaffen hätte, das "unlauter" war, dann hätte Mich Selbst der Vorwurf getroffen, einem solchen Wesen das Leben gegeben zu haben, was aber ewiglich nicht der Fall sein kann, denn Ich bin die Vollkommenheit Selbst. Ich habe keine Mängel, Ich bin pur Liebe, und Diese gestaltet nichts Unlauteres, aber Sie tut alles, um das unlauter Gewordene wieder zur Läuterung zu führen - Doch wie irrig wird euch der Schöpfungsakt vorgestellt - Und welche Folgen zeitigt dies - Und immer wieder bringe Ich euch die reine Wahrheit, weil ihr ohne solche Mich Selbst nicht recht erkennet, weil ihr euch ein Bild machet von Mir, Dessen Vollkommenheit in Frage gestellt wird, und weil ihr darum auch dieses Wesen nicht lieben könnet, Dessen Vollkommenheit ihr anzweifelt. Denn auch ihr seid aus Mir hervorgegangen in aller Vollkommenheit, wenngleich ihr nun den Weg durch die Tiefe gegangen seid, um wieder zu dem zu werden, was ihr waret im Anbeginn. Daß Ich euch nicht alle geistigen Begründungen erklären kann, das werdet ihr verstehen bei dem geringen Erkenntnisgrad, den ihr nun besitzet als Folge der Sünde der Auflehnung gegen Mich, aber dennoch muß sich alles decken, was euch darüber berichtet wird, und wenn ein krasser Widerspruch besteht, dann könnet ihr diesen unbedenklich ablehnen und euch die Erklärung dafür geben, daß der Verstand des Menschen dabei beteiligt gewesen ist, der von dem Gegner beeinflußt werden kann. Der Plan der Vergöttlichung der von Mir erschaffenen Wesen allein hat Mich bestimmt, dem Abfall der Wesen Mich nicht entgegenzustellen, aber dieser ist vor sich gegangen im freien Willen von dem höchsten Stand der Vollkommenheit herab zur tiefsten Tiefe - Und nur die Gewißheit, daß Ich diese Wesen alle wieder zurückgewinne, ließ Mich nicht hindernd eingreifen, stellt aber nicht in Abrede, daß sie in höchster Vollkommenheit erschaffen wurden gleichwie ihr Herr, der als Lichtträger als erster den Sturz vollzog, den Ich aber nicht so gestaltet hatte, daß er es tun mußte, sondern der freie Wille Anlaß gewesen ist zum Fall, wie auch der freie Wille wieder die Höhe anstreben muß, um das zu werden, was er war im Anbeginn - Amen"

Desweiteren wird in BD8940 auf dieses Thema und speziell GEJ II 228f verwiesen, also das Thema des Ursprungs des Bösen. Es handelt sich hier allgemein wohl um eine Eigenschaft, die die begrenzte menschliche Sphäre offenbar aufweist. Dazu sei noch GS I 54:7-9 zitiert, worin es um einige Menschen geht, die sich im Jenseits gerade aus einer recht unreifen Vorstellung über das Jenseits bewegt und so befreit hatten:

"Da du aber in meiner Nähe das Unzulängliche und allerwiderlichst Törichte deines Himmels zu verspüren anfingst, da hobest du dich vom Zentrum deines Irrtums und flohst mit vielen, die, heimlich auch von mir angeregt, deiner Ansicht waren. An weiter Grenzmarke deines Irrtums zeigte ich dir alles, was dich noch an deinen törichten Himmel fesselte. Solches hättest du beachten sollen, du aber bliebst selbst noch an der Grenze deines Irrtums fest an selbem hängen und mochtest nicht begreifen, was ich zu dir gesagt habe. Darum wolltest du denn auch in deinem Irrtume vorwärtsschreiten. Nicht ich, sondern das Wort, das ich zu dir geredet habe, hat aber, trotz deines Fortschreitenwollens, deinen Irrtum gelockert und zerriß ihn an mancher Stelle, durch welche du gar leicht den völligen Ungrund deines Scheinhimmels zu erschauen vermochtest. Ja, am Ende hat dich mein Wort ganz gefangengenommen. Die noch zu Schwachen trennte es von dir durch eine neue Kluft und du warst somit, wie gesagt, vollends ein Gefangener.
Da dadurch dein Irrtum stets mehr und mehr einzusinken begann, so flohst du mit deiner Gesellschaft auf die Mauer. Diese Mauer war das in dir zwar haftende, aber in allen Teilen gänzlich unverstandene göttliche Wort. Daher hatte sie für dich und deine Gesellschaft auch keine Tragfestigkeit. Sie trennte sich scheinbar und fiel mit euch herab in die Tiefe, das heißt, das Wort, welches bis jetzt nur euern Verstand beschäftigte, fiel zu einem kleinen Teile in die lebendige Tiefe eures Herzens. Ihr ersahet da gar bald ein großes Gewässer unter euch, welches euch zu verschlingen drohte. Aber dieses Gewässer war nichts anderes als die erschauliche Erkenntnisweisheit, welche in diesem geringen Teile des Wortes, das in deine Tiefe fiel, verborgen ist. Mit dieser Wortmauer in deinem Herzen erreichtest du bald das große, lichte Erkenntnismeer, und das Wort ward dir, wie euch allen, zu einem sicheren Träger über die unendlichen Fluten der göttlichen Weisheit, welche da verborgen ist auch in diesem nur kleinen Wortteile. Als du das Wort in dir heimlich stets mehr und mehr aufnahmst, trug dich dasselbe nach dem Grade deiner Aufnahme einem festen Lebensufer näher und näher. Und nicht eher hättest du dasselbe erreicht, als bis dieses Wort über den Eigendünkel deines Herzens völlig gesiegt hätte. - Das Wort aber hat gesiegt, und so bist du mit demselben auch ans feste Ufer gestoßen.
Denke nur zurück an alle die lächerlichen Faseleien, welche zwar samt und sämtlich deiner gutmütigen Außenhaut entsprossen sind, und du wirst das Unhaltbare und Leere aller deiner Begriffe über Gott und Himmel gar leicht erschauen. Nun aber bist du auf dem ersten wahren Grunde des Wortes; daher forsche auch auf diesem Grunde, und du wirst samt deiner Gesellschaft Gott und den Himmel von einem ganz anderen Gesichtspunkte zu erkennen anfangen."


Auch diese Kundgabe aus der Hand Lorbers sollte zu dieser Frage weiteren Aufschluß geben, da sie zeigt, daß Jesus in den Neuoffenbarungen Lorbers Fehler zugelassen hatte. Ob dies auch bei Dudde der Fall ist, sei dahingestellt. HiG II 42.09.10:


"Erklärung zum „Saturn“. – 10. September 1842, vormittags
Herr, Du allerliebevollster, heiligster Vater! Lasse nicht unerhört die Bitte eines armen Knechtes! Wie Du mich armen Sünder noch allzeit erhört hast, so ich Dich um etwas gebeten habe, also wirst Du mich ja auch diesmal treulichst erhören!
Denn Du allein bist getreu in allen Deinen Verheißungen, da Du sie allzeit erfüllest so gewiß, wie da folget der Tag auf die Nacht. So denn baue ich auf Deine Güte, Liebe, Barmherzigkeit und Gnade und bitte Dich darum, daß Du mir kundgeben möchtest, wie da zu nehmen ist der kleine Widerspruch in Hinsicht auf die Bewohnbarkeit der Ebenen im Planeten Saturnus, den Du mir allergnädigst enthüllet hast. – O Herr, Du mein allerliebster Vater Jesus, lasse nicht unerhört diese meine armselige Bitte und nicht unbeantwortet diese Frage! Doch Dein heiliger Wille geschehe allzeit! Amen.
Was soll es da mit dem „Widerspruche“? – Ich Selbst habe dich ja darauf aufmerksam gemacht! Denn du hast beim Diktieren fürs erste bei drei Nebenwörtlein überhört und hast es überhören müssen zufolge der Anschauung und – weil Ich es also gewollt habe.
Warum aber habe Ich solches gewollt? – Damit euer Geist einen neuen kleinen Stoß bekommen solle und darum emsiger und lebendiger suchen solle in dem, was Ich also lebendigst gebe aus Meiner Liebgnade; und solle Meine Gabe nicht betrachten als eine Alltagskomödie.
Fürs zweite aber ist da ein kleiner Widerspruch entstanden, weil du bei Meiner Vorsprache zufolge einiger vorgefallener äußerer Störungen einen Umstand nachzutragen vergessen hast, da Ich doch laut genug bei der letzten Bewohnbarkeitsanzeige beigesetzt habe und sagte: „Und zwar besonders einiger Kontinentländer, und zwar deren südlichere Teile.“
Aber du fragst, warum Ich dich denn nicht sogleich darauf habe aufmerksam machen wollen? – Siehe, Meine Schule ist eine andere als die der Menschen auf der Welt! – Ich lasse daher solches oft geflissentlich zu und lege, wo es immer nur sein kann, den „verworfenen Eckstein“ auf alle Meine Wege, damit daran die Welt ihr Gericht finden solle. So aber dann jemand zu Mir kommt und bittet Mich um die Wegräumung des Ecksteines, so will Ich solches ja auch tun. Aber nur hüte sich da ein jeder vor Bemerkungen!
Wohl dem, der korrigiert nach Meiner Angabe! Denn der wird das Licht überkommen. Wer aber Mir wollte die Zulassung solch kleiner Widersprüche zum Vorwurfe machen, der soll mit dem Unglauben bestraft werden!
Was immer da geschieht, hat seinen weisen und liebevollsten Grund. Daher soll dir auch an Meinem Urteile mehr als an dem der Welt gelegen sein! – Was Ich gebe, das gebe Ich nicht der Welt zu einem Vorteile, sondern nur zum gerichtlichen Anstoße!
Daher tue, was Ich dir sage; und bedenke nie, was dereinst die Welt dazu sagen möchte! Denn Meine Gabe soll nicht vom Verstande, sondern vom Herzen in den Geist lebendig aufgenommen sein. Allda wird sich die rechte Ordnung schon vorfinden! – Verstehet solches wohl und beachtet es!   Amen."

 


0.3. Grundlagen

- Der erste Ansatzpunkt für diese Betrachtung ist die Internetseite [www.j-lorber.de/jd/dudde/dudde-lorber-vergleiche.htm] (Schlätz), beziehungsweise [www.j-lorber.de/jd/dudde/bertha-dudde.htm] (Dürr/Dirks) und zwar mit Stand 6/2004 (künftig "j-lorber.de" genannt). Diese Seite gibt ihrerseits eine Erörterung von W. Schlätz, laut Angabe aus dem Jahr 1984, in Form einer tabellarischen Gegenüberstellung wieder. Ich kann nicht beurteilen, ob die erwähnte Internetseite dies korrekt tut, da mir die Originalschrift derzeit nicht vorliegt. Diese Erörterung kann aber an sich bereits wohl keine endgültige Beurteilung der Sache darstellen, da zu dieser Jahreszahl die BD-Schriften noch nicht komplett in Buchform oder als Datensatz, sondern nur in Form ausgesuchter Kundgaben herausgegeben worden waren.

- Um Quellenzuordnungsproblemen vorzubeugen: BD-Texte haben durchweg eine Nummer (BD123), JL-Texte sind als Bücher mit seperaten Titeln erschienen, z.B. GEJ, HGt. Insofern sind alle BD Texte aufgrund des "BD" erkenntlich.

- Bei BD-Texten kommen immer wieder im Originaltext vier Punkte "...." vor. Diese sind von mir hier durch jeweils einen Gedankenstrich ersetzt worden, um die Übersichtlichkeit der Zitate zu erhöhen und Verwechslungen mit den bei Zitaten als Auslassungszeichen allgemein üblichen drei Punkten "...", gewöhnlich unter Berücksichtigung der letzten Satzzeichen vor und hinter der Auslassung, zu vermeiden.

- Sämtliche erhaltene BD-Texte (Kundgaben) und einige Lorber-Schriften sind frei im Internet auf verschiedenen Internetpräsenzen verfügbar, die mit einem Internetsuchdienst jeweils aktuell ausfindig zu machen sein dürften.

 


1. Adam und Eva

1.1. Einleitung

Einer der Punkte, die beim Vergleich der Schriften von Bertha Dudde (BD) und Jakob Lorber (JL) zu Streit führten und führen, ist die Frage ob nur Adam (und gewissermaßen Eva) direkt von Gott geschaffen wurde(n) oder noch mehr Menschen an anderen Orten der Erde. Desweiteren kursiert die Behauptung BD bestreite, daß Adam der erste Mensch im gottkindlichen Sinne gewesen sei.

BD bestreitet nicht, daß Adam und Eva das erste Menschenpaar waren. Insofern bestreitet sie auch nicht, daß Adam der erste Mensch war. Zitat beispielsweise (BD8236): "Doch die ersten Menschen - Adam und Eva - hatten die Willensprobe abzulegen, ...". In Bezug auf die Wanderung von Menschen in unbewohnte Erdteile (JL), bzw. der separaten Erschaffung von Menschen in zu dieser Zeit unbewohnten Gebieten (BD), gibt es deutliche Ungereimtheiten.

 


1.2. Die Argumente bei Schlätz

Ansatzpunkt für die Kritik von W. Schlätz/ j-lorber.de sind die BD-"Kundgaben" 8236+8237:

Auszüge aus BD8236: "Ich schuf Menschen in großer Zahl, ... ... ... Also es wiederholte sich der Erschaffungsakt des ersten Menschen immer wieder in Gebieten die unerreichbar waren für die einzelnen Menschenstämme, ... ... ... - Und erst nach wieder langer Zeit nahmen die verschiedenen Stämme Verbindung miteinander auf - ..." (Als ein zusammenhängendes Zitat mit irreführenden falschen Satzzeichen ("." statt ", ...") verwendet bei j-lorber.de.)

Auszug aus BD2837: "Und es wurde Bericht gegeben von dem irdischen Entwicklungsgang seit Adam und Eva, den Stammeltern, was jedoch nicht ausschließt, daß das gleiche sich abspielte auf anderen Gebieten der Erde, die für diese ersten Menschen noch so weit auseinander lagen und zum Teil getrennt waren durch große Gewässer, so daß ein jedes Reich eine Welt für sich war, wo das einst gefallene Geistige ausreifen und sich im Menschen verkörpern konnte." (Unter Auslassung des hier angegebenen Originalsatzteils ", den Stammeltern," im ersten Satz falsch wiedergegeben bei j-lorber.de - Stand 6/2004)

Schlätz führt weiter von JL folgende Stellen als zu BD widersprüchlich an:

"Es ward im Anfange aber nur ein Menschenpaar auf die Erde gesetzt, und es hieß der Mann "Adam" und das Weib "Eva". ... ... ... Das erste Menschenpaar hatte von Gott aus sicher die reinste und beste Erziehung erhalten und konnte diese auch auf alle seine Nachkommen unverfälscht übertragen; aber schaue dir die Menschen zweitausend Jahre später zur Zeit Noahs an, und du siehst sie in die bösesten Teufel verwandelt!" aus "Das große Evangelium Johannes" (GEJ) VII 121:7+12 (bei j-lorber.de z.Zt. irrtümlich als GEJ VIII 24:11 und zudem irreführend noch als ein einheitliches Zitat angeführt.)

"Nur das erste Menschenpaar erhielt den Leib aus der Willenshand Gottes, - alle anderen Menschen aber aus einem Mutterleibe" aus GEJ VI 90:8 (bei j-lorber.de z.Zt. irrtümlich als GEJ VII 121:7+12 (s.o.) angeführt. Upps?)

Weiter wird darauf verwiesen, daß in HGt nur ein einziges erstes und von Gott selbst geschaffenes Menschenpaar vorkäme.

 


1.3. Betrachtung

Diese Betrachtung ist wegen ihres Umfanges in sich unterteilt.


1.3.1. Besiedelung weiter Teile der Erde durch Adamiten bei Lorber

Ich möchte dem noch zusätzlich in Bezug auf die HGt hinzustellen, daß dort durch JL beschrieben wurde, wie China und Japan von Nachkommen Adams und Evas besiedelt wurden. Siehe hierzu HGt I 24 und 33f. Desweiteren möchte ich noch auf GEJ VIII 94:8 verweisen. In dieser Textstelle sagt Jesus, daß Amerika von Asien aus besiedelt wurde. Somit bleibt kaum noch eine größere Landmasse übrig, auf der eine direkte Schöpfung nach der Aussage Duddes erfolgt sein könnte. Zudem ist fraglich, ob dies denn überhaupt notwendig gewesen wäre, wenn diese Kontinente ohne direkte Erschaffung von Menschen besiedelt wurden. Australien ist auch über eine auf normalen Weltkarten sichtbaren Inselkette ebenso zu erreichen wie Japan oder Island. BD spricht ja zudem noch von einer großen Anzahl von Menschen, die geschaffen wurden.

 


1.3.2. Zwischenbetrachtungen

Die erste von JL zitierte Stelle widerspricht den Aussagen bei BD nicht, wird aber aus mir nicht erkenntlichen Gründen trotzdem angeführt. In GEJ VI 90 (s.o.) sagt Jesus in der Tat, nur das erste Menschenpaar habe den Leib aus der "Willenshand" Gottes erhalten. Wenn ich mir jedoch den Kontext vergegenwärtige, fällt mir auf, daß es hier nicht um eine Belehrung über die Sache geht oder es sich um ein Gespräch mit geistig reiferen Menschen handelt. Jesus redete hier unter anderem mit einem jungen Arzt, der ihn gerade nach einem von Jesus vollbrachten Wunder für einen Gott hielt und der zu Jesus sprach: "Dich hat kein Mann der Erde in einen Mutterleib hineingezeugt! Ich möchte sogar behaupten, daß du ein ungeborener Mensch und somit ein Gott bist!" (90:7). Hätte Jesus hier einen ernsteren Exkurs beginnen sollen? Das hat er in solchen Situationen in den seltensten Fällen getan, wie ich meine. Hier ging es Jesus wohl eher darum zu betonen, daß er durchaus von einer Frau geboren worden sei. Der Hinweis "Nur das erste Menschenpaar erhielt den Leib aus der Willenshand Gottes, - ..." kann in diesem Zusammenhang auch durchaus bedeuten: Nur das jeweils erste Menschenpaar, von dem dann jeweils einige der späteren Menschen in natürlicher Zeugung abstammen, erhielt den Leib von Gott. Um die möglicherweise diplomatische Vorgehensweise von Seiten Jesu in dieser, wie in vielen Situationen zu veranschaulichen, sei hier noch ein Satz aus 90:9 zitiert: "Ich als Mensch, wie ich nun vor euch dastehe, bin kein Gott, wohl aber ein Gottessohn, was eigentlich ein jeder Mensch sein soll; ..." Wenn man mit diesen Schriften umgeht, sollte nie vergessen werden, daß Jesus niemand ist, der sofort jedem alles auf die Nase bindet, sondern sich immer danach richtet, mit wem er gerade redet und wer noch zuhört. Zudem beziehen sich seine Wort oft auf die individuelle Sphäre eines Menschen, was aber nicht heißen soll, daß er meiner Auffassung nach mal dies und mal jenes behaupten würde. Und: Selbstverständlich ist Jesus Gott.

 


1.3.3. Besiedelung von neu entstandenen Inseln bei JL

Zudem finde ich es hier weiter hilfreich auf "Erde & Mond" 14f zu verweisen (Schöpfungsfähigkeit der Erde). So ist dort gewissermaßen in der Logik der BD-Texte zu lesen: "Ebenso haben neu entstehende Inseln den von der Erde erzeugten Sämereien ihren Pflanzenwuchs zu verdanken. Hat dieser einmal eine hinreichende Stufenreihe durchgebildet, so werden sich auch Tierstufen zu entwickeln anfangen, jedoch nur bis zu den sehr unvollkommenen Kriechtieren und Insekten." Gemeint ist hier Pflanzensamen, der direkt von der Erde gezeugt wird und nicht erst anfliegt oder z.B. durch Vögel dorthin getragen wird, sowie die direkte Zeugung von den erwähnten niederen Tieren direkt durch die Erde (gewissermaßen ähnlich wie beim im Quelltext vorher erwähnten "Amphibienregen"). Andererseits folgt dann weiter dieser Text: "Weiter hinauf reicht der freie natürliche Übergang nicht. Da muß dann eine höhere Kraft auftreten, um ein vollkommeneres Tier zu erschaffen, in das die vorhergehenden Stufen übergehen können. So geht es aufwärts bis zum Menschen, der jedoch hier nicht neu erschaffen wird, sondern zu rechter Zeit durch Übersiedlung dahingebracht wird." (EM15 Mitte gegen Ende) Es ist wohl dem Betrachter überlassen, was er aus dem Wort "hier" im letzten Satz macht.

 


1.3.4. Ausbreitung der Adamiten oder lokale Schöpfung von Menschenpaaren?

Kritischer wird es dann schon, wenn man sich GEJ IV 142:13 durchliest
(Jesus spricht):

"Als Adam und sein Weib und seine Söhne es wahrnahmen, daß es auf der weiten Erde nahe überall etwas zu essen gab, fingen sie an, größere Reisen zu unternehmen, wodurch sie mit Asien und Afrika so ziemlich vertraut wurden. Das bereicherte sie wieder mit allerlei Erfahrungen. Geheim vom Gottesgeist geleitet, kamen sie in ihr erstes Eden zurück und blieben daselbst, von wo aus denn auch die Bevölkerung der ganzen Erde erging."

Der letzte Halbsatz widerspricht in gewisser Weise der Feststellung bei BD, daß viele Menschen erschaffen wurden (s.o.) und deren Nachkommen sich erst später trafen, wenn man davon ausgeht, daß die Worte "die Bevölkerung der ganzen Erde" sich auch wirklich auf die gesamte Erde bezieht und nicht nur auf die damals bekannten Gebiete.

Vor diesem Hintergrund ist dann wohl auch "Der Saturn" 33:3 zu sehen:

 


1.3.5. Ausschluß der jeweils anderen Darstellung

"Ist im Saturn auch nur ein Menschenpaar, oder sind etwa zu gleicher Zeit mehrere Menschenpaare erschaffen worden? - Solches gilt für alle Planeten gleich wie für den Planeten Erde. - Sonach stammen alle jetzt noch im Saturn lebenden Menschen von einem Menschenpaare ab."

Ich habe mich gefragt ob der Bezug Saturnmensch-Gottkindmensch sich nicht verbietet und dies so nur mehr auf Präadamiten bezogen sein könnte, also die Menschen, die laut BD und JL schon vor der Erschaffung Adams gelebt hatten? - Weiter wird in diesem JL-Text sogar die Möglichkeit der Erschaffung mehrerer Menschenpaare erwogen, aber gewissermaßen verneint.

Die Darstellung bei Lorber geht hier konform mit der Darstellung in 1Mo10:32: "Das sind die Sippen der Söhne Noahs nach ihrer Entstehungsgeschichte, in ihren Nationen; und von diesen aus haben sich die Nationen auf der Erde verzweigt."

In BD8237 heißt es jedoch, diesmal zum Thema der Widersprüche ihrer Darlegungen mit älteren Überlieferungen:

"Das begrenzte Denken der Menschen ließ auch keine solchen Aufklärungen zu, die sich auf den weiten Schöpfungsraum bezogen, den allein die Erde zu verzeichnen hatte ... . Und so, wie ihr Blickfeld noch beschränkt war, so auch berichteten sie immer nur von dem begrenzten Gebiet, das sie innehatten ....", worauf dann der obige Auszug aus derselben Kundgabe folgt.

Hier stellt sich dann natürlich wieder die Frage warum Lorber dann von der Besiedlung praktisch der ganzen Erde durch Adams Nachfahren spricht und die Ungereimtheit vertieft sich. Weiter führt BD nach dem weiter oben zitierten Teil der Kdg. aus:

"Doch es muß immer wieder betont werden, daß alle Völker verschiedene Geistesrichtungen vertreten, daß aber auch zu jedem Volk das Wissen um Jesus Christus und Sein Erlösungswerk getragen werden muß, auf daß ihre Freiwerdung aus der Form auf Erden noch zum Abschluß kommen kann. Und wenngleich sich die verschiedenen Religionen und Geistesrichtungen nicht miteinander decken, so wird doch in einer jeden die Liebeslehre das Entscheidende sein, und es wird zur Reife kommen, wer die Liebe auslebt, wofür ein jedes Volk auch die Anlagen in sich hat."

 


1.3.6. Entsprechen geschaffene Nicht-Adamiten Paare bei BD vor allem den Präadamiten oder ähnlichen Wesen?

Desweiteren heißt es bei JL im GEJ VII 221:4:

"Ich kann hierzu nur das hinzufügen, daß von den Menschen, die zur Werdung der Gotteskinder berufen sind, nur ein Paar, nämlich Adam und sein Weib Eva, auf die Erde gesetzt worden ist."

Bezieht sich BD also oben auf Menschen die nicht zur Gotteskindschaft laut JL berufen sind? Auch sie macht einen Unterschied zwischen den direkten Nachkommen Adams und Evas und den anderen Menschenpaaren und zwar erneut in BD8236:

"Und erst nach langer Zeit nahmen die verschiedenen Stämme die Verbindung miteinander auf (Dieser Satz wurde schoneinmal im ersten Auszug aus dieser Kdg. zitiert) .... Die geistige Entwicklung war jedoch ganz verschieden fortgeschritten .... je nach Liebesgrad, der alle Menschen erfüllte. Doch alle können unterwiesen werden von Mir selbst, wenn ihr Widerstand nachläßt und dann auch wieder meine Gebote beachtet werden, und es werden die Menschenseelen ausreifen, denn der göttliche Erlöser Jesus Christus hat das Erlösungswerk für alle Menschen vollbracht, und auch zu allen Menschen kann dieses Wissen getragen werden durch Menschen oder durch Wirken meines Geistes .... Doch die direkten Nachkommen Adams und Evas werden dieses Wissen leichter annehmen und daher auch zu dem Menschengeschlecht gehören, das noch auf Erden Erlösung finden kann, daß die Seelen noch auf Erden frei Werden können, wenn sie das Erlösungswerk Jesu Christi annehmen, Der nebst der Ursünde die einstige Sünde Adams auf sich nahm ..."

Ist also nur die Beschreibung bei BD und JL unterschiedlich, da JL einen geistigeren Ansatzpunkt hat, wogegen BD sich prinzipiell weitestgehend mehr an tiefer gesunkene Seelen richtet, als JL, ohne allerdings die Tiefe in den Texten an sich zu reduzieren? Hierzu nochmal weiter im GEJ VII 221:5ff:

"Daß es aber auch schon lange vor Adam menschenähnliche Wesen gegeben hat, das ist ganz sicher und wahr, und es bestehen noch derlei Wesen auf der Erde; aber es ist zwischen ihnen und den eigentlichen freien Menschen ein gar übergroßer Unterschied.

Denn der wahre Mensch kann sich selbst bis zur vollen Gottähnlichkeit heranbilden und kann Gott und Seine Werke durch und durch erkennen, vergleichen, beurteilen und ihren Zweck begreifen; aber der gewisse Tiermensch wird dazu wohl nimmer imstande sein.

Daß aber auch die Tiere mit der Zeit und mit mancher Mühe der wahren Menschen auch eine Art höherer Bildung annehmen, das habt ihr alle an euren Haustieren erfahren. Die Menschen würden mit den Tieren noch mehr ausrichten, wenn sie gleich den einfachen Urvätern der Erde mit ihrem jenseitigen Geiste aus dem Herzen Gottes in einer Wahren und vollen Verbindung stünden."

Allerdings sagt dies auch Dudde (BD9015):

".... Es kann aber nicht gesagt werden, der Mensch in seiner jetzigen Form habe sich entwickelt aus diesen vormenschlichen Schöpfungen, sondern er war und ist eine Neuschöpfung, mit freiem Willen und Verstand begabt, die sich nun bewähren mußte, also auch das Ichbewußtsein zurückerhielt. Bis zu welchem Grade jene Präadamiten auch über eine gewisse Intelligenz verfügen konnten, war lediglich von dem Reifegrad der in ihnen sich bergenden Seelenpartikelchen abhängig, die aber nicht denkfähig waren und jene Intelligenz nur in der schaffenden Tätigkeit zum Ausdruck kam, also unbewußt geleistet wurde ...."

So ist die Aussage hier fraglich.

 


1.3.7. Nachkommen Adams nun doch auch bei Dudde die ganze Menschheit?

In BD8675 können wir mit einiger Verwunderung Folgendes lesen:

"Und so wäre die Menschheit in kurzer Zeit reuevoll zu Mir zurückgekehrt, denn die dem Adam durch seine rechte Liebe innewohnende Kraft hätte sich übertragen auf alle seine Nachkommen, es wäre die volle Vergeistigung der einst gefallenen Wesen schnell vonstatten gegangen ..."

Ebenso in BD5800:

"Und also mußte der Mensch seine Schuld büßen .... Mein Gegner behielt die Macht über das als Mensch verkörperte Geistige, und das bedeutet für jeden Menschen einen mühseligen, mit Kampf und Leiden verbundenen Erdenlebensgang mit dem Ziel, sich seiner Gewalt zu entwinden .... ein Ziel, das auch der Mensch erreichen kann, weil Jesus Christus dem durch den Sündenfall Adams geschwächten Menschengeschlecht zu Hilfe kam und die Erlösung also gewährleistet ist für jeden, der Ihn anerkennt als Gottes Sohn und Erlöser der Welt und Ihm willig nachfolgt .... Der erste Mensch hätte die Brücke erbauen können, auf der dann alle seine Nachkommen zu Mir gelangen konnten .... doch da er fiel, mußte die Menschheit noch lange in der Knechtschaft des Satans verharren, bis der Erlöser kam, bis Jesus Christus zur Erde niederstieg, um nun eine Brücke zu schlagen in das geistige Reich durch Sein Leiden und Sterben .... durch Seinen Tod am Kreuze .... (2.11.1953) Der Willensentscheid, der von Meinem erstgeschaffenen Wesen .... von Luzifer .... gefordert wurde, war keineswegs als ein Gebot zu betrachten, vielmehr war es dem Wesen völlig freigestellt, nach einer Richtung hin seinen Willen zu wenden, und die Richtung seines Willens war allein in seinem Verlangen nach Macht und Alleinherrschaft begründet."

In letztem Textzitat steckt für das Thema gleich zweierlei.

Erstens schreibt Dudde hier, ähnlich wie auch im vorletzten BD-Auszug: ".... Der erste Mensch hätte die Brücke erbauen können, auf der dann alle seine Nachkommen zu Mir gelangen konnten .... doch da er fiel, mußte die Menschheit noch lange in der Knechtschaft...". Hier legt BD also einen logischen Zusammenhang Adam - Adams Nachkommen - Menschheit dar, der bei ihr vorher nicht ersichtlich schien. Ich möchte zudem darauf hinweisen, daß die eine, oben auszugsweise zitierte Kdg. älter ist, die andere jünger, als die beiden anfangs zitierten Doppelkundgabe. Hier erscheint Lorber augenscheinlich inhaltlich nicht mehr so fern wie zuvor, wenn die Ungereimtheit aber auch nicht aufgelöst wird. Die Frage ist wohl nicht ausschließlich, ob JL oder BD Recht hat, sondern auch, wie die erstzitierte Doppelkundgabe innerhalb der BD-Texte in Bezug zu den hier zitierten Stellen gemeint war.

Zweitens erwähnt BD hier im Zusammenhang mit dem Sündenfall Adams, daß von Luzifer eine Willensentscheidung gefordert wurde.

 


1.3.8. Die Identität Adams

Ein anderer Randaspekt dieser Betrachtung ist die Identität Adams in der Urschöpfung. In HGt I 7:9 schreibt Lorber: "Und nun merke wohl: Dieser Adam war nun an der Stelle des ersten der gefallenen Geister; ...". In seinem Personenregister in der JJ meint der zuständige Herausgeber des Lorber-Verlages sich darauf beziehend (unter "Adam"): "Adam war an die Stelle des ersten der gefallenen Geister (Luzifer-Satana) gesetzt." Was das heißt ist nun etwas fraglich. War er nur an die Stelle gesetzt oder war er es tatsächlich selbst?

BD schreibt dazu an anderer Stelle (BD 8236): "Da Adam nach Luzifer der erstgefallene Urgeist gewesen ist, ist er auch als erster verkörpert worden." Und nochmal Dudde (BD5802):

"...Der Sündenfall des ersten Menschen war sonach eine Wiederholung des ersten Falles des Urgeistes. Er folgte Luzifer und riß unzählige Wesen mit hinab zur Tiefe .... wie nun auch alle Nachkommen des ersten Menschen in den Schwächezustand sündiger Menschen versetzt waren so lange, bis Jesus Christus ihnen zu Hilfe kam, bis Jesus Christus die Willensstärke den Menschen erwarb durch Seinen Tod am Kreuz, bis Jesus Christus Seinen starken Willen den Versuchungen Luzifers entgegensetzte und ihn bezwang .... Diesem Urgeist gesellte Ich nun ein zweites Wesen zu, das ihm gleichzeitig zur Unterstützung, aber auch zur Erprobung seines Willens dienen sollte. Ein jeder hätte dem anderen beistehen können, das letzte Ziel zu erreichen, Ich legte nicht die Verantwortung auf eine Schulter allein .... beiden gab Ich das Gebot, und beide konnten gemeinsam das Ziel erreichen .... Und dieses zweiten Wesens bediente sich Luzifer, der dessen geschwächten Willen erkannte und durch ihn zum Ziel zu gelangen hoffte ...."

Dudde transportiert also offenbar nicht die Meinung Adam sei Luzifer gewesen. Wenn ich berücksichtige, daß das Auftreten Adams als Geist bei JL mich gar nicht an das Auftreten Satans ebendort erinnert, kann es durchaus gut sein, daß JL prinzipiell dasselbe gemeint hat, wie BD. Das veranschaulicht zudem, neben dem thematischen Bezug, einen Fall ähnlich gelagerter Ungenauigkeit im Kleinen. Eine konkrete Stelle habe ich dazu nicht bei ihm gefunden, will aber nicht ausschließen, daß es dort solche gibt.

Desweiteren bin ich hier nun der Auffassung, daß die von Dietrich Ulmer zur Verteidigung BDs angeführte Meinung, "Adam" heiße Mensch und könne somit auch mehrere Menschenpaare bezeichnen, nach diesen hier inzwischen dargelegten Quellen, sehr an Halt verloren hat.

 


1.3.9. Beschäftigung mit diesem Thema birgt die Gefahr des Hochmutes und seiner Gesellen

Auf andere Weise relativiert JL dieses Thema und BD-Anhänger können sich hier nach meiner jetzigen Erkenntnis durchaus noch über die Unklarheit und Widersprüchlichkeit zwischen BD und JL in diesem Punkt mit dem Verweis auf GEJ I 162:7 und dem darum versammelten Kontext gewissermaßen etwas trösten lassen. BD hat sich ja generell auf JL berufen, sich oben aber von vorherigen Auffassungen abgegrenzt. Sicherlich zweifelt auch niemand aus dem dkL-Lager daran, daß es Gott möglich wäre, neue Menschen zu erschaffen wie bei BD. In der eben erwähnten Textstelle steht dort etwa in direktem Zusammenhang mit dem Thema der Erschaffung des Menschen und dem ersten Menschenpaar:

"Es ist aber solche Wissenschaft auf dieser Welt auch für keinen Menschen von irgendeinem besonderen Nutzen, weil der Mensch durchs viele Wissen eigentlich in seinem Herzen selten oder gar nie um ein bedeutendes besser wird, wohl aber gar oft schlimmer."

 


1.3.10. Schluß

Beide Positionen sind wie dargelegt offenbar nicht aus Unkenntnis der Möglichkeit der jeweils anderen entstanden. Zudem bezeichnet Dudde trotz Aussagen der anfangs kritisierten Doppelkundgabe BD8236/37 selbst die Menschheit gewissermaßen als Nachkommen Adams. So möchte ich im Sinne der beiden im zugehörigen Abschnitt 1.3.6. zitierten Textpassagen fragen, wie wichtig dieses Thema und dessen Ausführungen sind und dies bekräftigen, indem ich auf 1Joh4:1ff (Bibel) verweise:

"Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen. Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennt, ist aus Gott; und jeder Geist, der nicht Jesus bekennt ist nicht aus Gott; ..."

Das dürfte wohl sowohl bei JL, als auch bei BD der Fall sein. Natürlich bleiben besonders für forschende Zeitgenossen ein unbefriedigender Eindruck, ein deutlich fader Beigeschmack und berechtigte Fragen offen zu diesem Punkt.

 


2. Seelen- und Geistesbegriff bei JL und BD

2.1. Generelle Einleitung

Ein weiterer Punkt, der zu den schon erwähnten Konflikten zwischen duddekritischen Lorberbefürwortern und BD-Anhängern führte, ist jener der Begriffe des Gottesfunken im Menschen, der Seele und des Geistes desselben. Die Darstellungen von JL und BD bezüglich dieser einzelnen Punkte würden sich widersprechen.

Mir scheint die Kritik in diesem Fall bis auf einige verbleibende Zweifel mehr ein Mißverständnis der, wohlmöglich zielgruppenbedingt unterschiedlichen, begrifflichen Definitionen bei BD und JL unterschiedlich dargelegter Begriffe und weniger ein inhaltliches Problem zu sein.

 


2.2. Betrachtung

2.2.1. Seele

2.2.1.1. Die Argumente bei W. Schlätz/ j-lorber.de

Schlätz/ j-lorber.de fügt hier in die Quellen aus JL und BD eingefügte hochgestellte Zahlen ein. Ich lasse sie in den Zitaten fort, da sie nicht zu diesen gehören, werde mich aber gegebenenfalls auf diese beziehen.

Als Ansatzpunkt der Kritik wird hier auf folgende BD-Auszüge verwiesen:

BD6647: ".... Die Seele ist das eigentliche Leben, das eigentliche Ich des Menschen, das sich in einer materiellen Außenform birgt, ..." (Bei j-lorber.de zu oben angegebener Zeit zitiert 1.) unter Auslassung von "das eigentliche Leben, " und Zusatz eines im Original nicht vorhandenen Gedankenstriches an dieser Stelle, 2.) mit im Original nicht vorhandenen Anführungszeichen beim Wort "Ich" und 3.) unter Angabe eines im Original nicht vorhandenen Punktes am Ende)

Und weiter BD6647 wie Schlätz/ j-lorber.de sie hier zitiert: >"Und so ist auch die Seele°- das eigentliche "Ich" des Menschen.... das aber auch bestehen kann ohne den Körper. - Und dieses denkende und fühlende Etwas - die Seele° - bewegt sich nach dem Tode in anderen Sphären, doch immer als das gleiche Wesen, das den menschlichen Körper zuvor bewohnte".<

Im Original sieht das dann so aus (BD6647): "... , wie auch die Seele das eigentliche Ich des Menschen ist, ... , das aber auch bestehen kann ohne den Körper, ... ... ... - Und dieses denkende, wollende und fühlende Etwas - die Seele - bewegt sich nun in anderen Sphären, doch immer als das gleiche Wesen, das den menschlichen Körper zuvor bewohnte. Und es kann darum auch erkannt werden im jenseitigen Reich, wozu aber ein bestimmter Reifegrad Voraussetzung ist - ..." (Bzgl. Austausch von "...." im Original durch einen Gedankenstrich in meiner Zitiersyntax, siehe die diesbezügliche Passage des Vorwortes; Grundlagen.)

Nebenbei bemerkend, möchte ich zu diesem kleinen Vergleich sagen, daß ich diese derartigen Differenzen zwischen Schlätz/ j-lorber.de und den Originaltexten meine mit Fug und Recht als Zitierchaos bezeichnen zu können, ja es geht sogar durch die lapidaren Textverfälschungen eigentlich schon darüber hinaus, so kurz und handlich das verfälschte Ergebnis dann auch aussehen mag. Was reitet etwa den Zitierenden, die für BD typischen und sonst kaum gebräuchlichen "...." an einer Stelle einzufügen, in der sie im Original gar nicht vorhanden sind? Ich kann das nicht recht begreifen!

Weiter zitiert Schlätz, wahrscheinlich aufgrund der Kürze nahezu korrekt BD1618: "Die Seele ist das Innerste des Menschen und ..." (Bis auf das "und ...", also, den Hinweis, daß der Satz im Original noch nicht vollendet wurde. Das hält sich hier im Rahmen des Vertretbaren, da Schlätz keinerlei abschließendes Satzzeichen darstellt.)

Von JL zitiert er als zu BD sich widersprechend Folgendes:

Das erste Zitat möchte ich nicht verwenden, da es keine Quellenangabe besitzt (j-lorber.de): "Die substantielle Seele0 oder die Naturseele ist nicht das eigentliche "Ich" des Menschen. Die substantielle Seele steht für sich allein um nichts höher als eine Affenseele0.-.:und gleicht für sich allein einem Erzkretin...". Eine programmgestützte Recherche im digitalisierten Text Lorbers, ergab unter den Begriffen "eigentliches Ich" (3x), "substantielle Seele" (1x), "Ich des Menschen" (keinmal) keinen Verweis auf eine auch nur annähernd ähnliche Stelle. Ich will dennoch nicht generell ausschließen, daß es sie gibt.

Weiter zitiert er GEJ VIII 24:11 (Jesus): "Wenn wir aber das Leben und Sein der Seele für sich noch näher betrachten, so werden wir auch bald und leicht finden, daß sie als auch noch ein substantielles Leibmenschenwesen für sich um nichts höher stünde als allenfalls die Seele zum Beispiel eines Affen." (abgesehen von der eigenmächtigen und nicht kenntlich gemachten Abkürzung des "zum Beispiel" und des fehlenden abschließenden Satzzeichens, ist dies ansonsten bei ihm korrekt zitiert)

Es folgt ein wieder formal problematisches Zitat aus der GS II 79:13f: "Die Seele ohne den Geist ist also eine bloß stumme polarische Kraft, ... . Sie ist zu vergleichen mit einem Erzkretin, ... ... ... Sehet, dasselbe ist die Seele ohne den Geist. Und diese angeführten Kretins haben eben auch bloß ein seelisches Leben, das heißt, in deren Seele ist entweder ein zu schwacher Geist oder oft auch gar kein Geist vorhanden." (Bei Schlätz fehlt diesmal das Wort "eben" im oben letztzitierten Satz und mindestens noch der Hinweis auf die Auslassung des Satzendes und drei folgenden Sätzen zwischen "... Erzkretin -- Sehet, ...", wie es in seinem Zitat lautet, da Lorber in seinen Texten ja auch wie hier Schlätz/ j.lorber.de Gedankenstriche verwendet und es daher leicht zu Verwechslungen kommen kann.)

Desweiteren wird auf einen hier gleich verlinkten Artikel von K. Eggenstein über das Geheimnis der Seele verwiesen, der mir vorliegt. Da es sich hierbei um eine reine JL-Erörterung handelt, die keinen eigenen BD-Bezug aufweist, sei sie an dieser Stelle als Sekundärquelle nicht weiter erwähnt, sondern wird lediglich in die weitere Behandlung einfließen.

 


2.2.1.2. Erste Begriffsklärung

Die Begriffe, um die es in diesem Punkt geht, sind für den profanen Menschen an sich abstrakter. Daher erscheint mir hier eine erste Begriffsklärung sinnvoll. Ganz banal gesagt, ist das Wissen darum, was "Adam" - mal abgesehen von den mystischen Aspekten - ist, der menschlichen Alltagserfahrung näher, als ein in unserem Kulturraum an sich schwammig gebrauchter Begriff, wie der der "Seele". Seele wird etwa im Wahrig Wörterbuch wie folgt umschrieben:

"1. Lebensprinzip, Innenleben eines Lebewesens, das sich im Denken, Fühlen, Handeln oder Bewegen äußert, Lebenskraft; die Gemütskräfte des Menschen; der unsterbl. Teil des Menschen; Triebkraft, lebengebender Mittelpunkt; Mensch, Einwohner; Hohlraum des Gewehrlaufes od. Geschützes; <bei Streichinstrumenten> Stimmstock; meine Seel! <umg.> (Ausruf des Erstaunens) 2. ..."

Welche Begriffe kommen also in den hier bisher genannten Quellen vor? Bei BD sind es diese:

- Die Seele ist das eigentliche Leben, das eigentliche Ich des Menschen.

- Die Seele ist das Innerste des Menschen.

- Die Seele kann ohne den Körper bestehen.

Bei Lorber finde ich dann diesen Begriff:

- Die Seele als substantielles Leibmenschenwesen steht für sich allein um nichts höher als eine Affenseele und ist ohne den Geist eine bloß polarische Kraft.

 


2.2.1.3. Erwägung und Prüfung

Die Seele kann kaum beispielsweise das eigentliche Leben des Menschen und gleichzeitig nicht höher als eine Affenseele stehen. Also sind BD und JL widersprüchlich? Hier ist es wohl nützlich sich den Kontext der zitierten Passagen zu vergegenwärtigen. Der zweite, sich direkt an den bereits zitierten anschließende Teil von GEJ VIII 24:11 lautet (Jesus bezogen auf die Seele):

"Sie würde wohl eine instinktmäßige Vernunft in einem etwas höheren Grade innehaben denn ein gemeines Tier, aber, aber von einem Verstande und einer höheren freien Beurteilung der Dinge und ihrer Verhältnisse könnte da nie die Rede sein."

Das bekräftigt die vorzitierte Passage gewissermaßen, wirft aber die Fragen auf wo denn JL den Verstand lokalisiert. Im Geist? Ich schaue mir weiter den Kontext dieser Passagen an und finde:

"Siehe mit dieser Lebenstätigkeit hat die Seele gar nichts zu tun; denn sie liegt mit dem freien Willen der Seele in gar keiner Verbindung und ebenso auch die eigene Tätigkeit der Lunge, der Leber, der Milz, des Magens, der Gedärme, der Nieren und so noch von zahllos vielen anderen Bestandteilen ihres Leibes, die sie gar nicht kennen und für die sie denn auch nicht Sorge tragen kann, und dennoch ist der Leib als eine für sich ganz abgeschlossene Persönlichkeit ein und derselbe Mensch und tut und handelt also, als wären beide eine und ganz dieselbe Persönlichkeit! Wer von euch aber kann da sagen, daß Leib und Seele völlig ein Ding seien!"

Die Seele hat einen freien Willen? Und die Seele weiß nichts von den genannten Organen? Welche Instanz koordiniert diese dann? Es handelt sich hier übrigens wieder um ein Gespräch Jesu mit einem weniger geistig reifen Menschen, einem jungen Pharisäer, der gerade vorher zu ihm getreten war und in dessen erste Antwort auf diesen diese Textpassagen fallen. Was sagt denn Jesus bei JL an anderen Stellen?

 


2.2.1.4. Mißverständnis!

Interessant, was Gottfried Mayerhofer, dessen Schriften im Lorber-Verlag verlegt wurden und der daher wohl bei dkL nicht im Ruf eines Ketzers stehen dürfte, zu dem Thema in seinen Schöpfungsgeheimnissen (SG1 23:24) schreibt:

"..., sondern nur als der göttliche Funke dem seelischen Ich des Menschen beigegeben ist, um es zu vergeistigen."

Also gibt es doch ein seelisches Ich, zumindest in Schriften aus dem Lorber-Verlag? Doch auch bei JL gibt es gewissermaßen vergleichbare Stellen, so im GEJ VII 198:13:

"Der Herr, also Jehova, wird doch etwa auch ein Herr Davids, also auch sein Herr gewesen sein? Und David hat sonach auch nicht gefehlt, so er gesagt hat: ,Mein Herr sprach zu meinem Herrn.' Wenn er aber also geredet hat, so ist es ja doch klar, daß die nur durch die Wortfügung scheinbaren zwei Herren im Grunde nur ein und derselbe Herr sind! Oder saget ihr nicht selbst: ,Mein Geist sprach zum Verstande meiner Seele?' Ist denn der Geist eines Menschen nicht in seiner Seele wohnend und somit eins mit der Seele, obschon er als die eigentliche Lebenskraft in der Seele edler und vollkommener ist als die substantielle Seele in und für sich selbst?"

Damit ist das Mißverständnis, dem Schlätz aufgesessen ist, offenbar geworden. In HGt III 74:8 schreibt Lorber für uns diesen Punkt abschließend:

"So aber dein Geist oder dein ganz eigentliches Ich schon durch den grobmateriellen Leib so überaus stark durch äußere Eindrücke erregt werden kann, ..."

Beide Sichtweisen finden sich also auch bei JL und demnach sind sie beide richtig. Und wem das diesbezüglich noch nicht reicht, der kann sich hier noch zu guter Letzt GEJ VIII 82:7 ansehen:

"Und so bin Ich auch aus dem Grunde Selbst im Fleische auf diese Erde gekommen, daß Ich dem Menschen jene Wege zu wandeln vorzeichne, auf denen er erstens wieder wahr und lebendig inne wird, daß und wie seine Seele als sein eigentliches Ich nach dem Tode des Leibes fortlebt, und zweitens, daß er so lange, als er auf dieser Erde zu leben hat, gesund und kräftig bleibe bis in ein hohes Alter und sein Scheiden kein schmerzliches und qualvolles, sondern ein fröhliches und höchst beseligendes werde."

Die Seele ist also auch nach Lorber in dieser Rede Jesu das eigentliche Ich des Menschen. Erstaunlich, daß Herr Schlätz bei der Lorber Lektüre nicht auch in GEJ VIII 129:9 einen Widerspruch gesehen hatte:

"Du siehst nun ganz leicht, daß in einem solchen schon besseren Zustande eine Seele schon anders zu denken anfängt und ihre Liebe und ihr Wollen als ihr eigentliches Ich, Leben und Sein eine andere Richtung aus sich selbst nimmt; ist das nun da, so kommt dann eine ehedem noch so im Finstern wandelnde Seele auch bald und leicht zum wahren Lebenslichte."

 


2.2.2. Geist

Diesen Sammelpunkt führe ich nicht aus, da meines Erachtens das Mißverständnis, dem Herr Schlätz aufsaß bereits ausreichend offenbar geworden ist und sich in einer ferneren Betrachtung nur wiederholen würde.

 


3. Der ungeschaffene Gottesfunke

3.1. Abhandlung

Schlätz gibt in der gleichlautenden Rubrik seiner Streitschrift zunächst sich widersprechende eigene Interpretationen zur Aussage von BD und JL ohne Quellenangabe an. Somit werde ich auch diese nicht verwerten. Weiter zitiert er BD1618:

"Die Seele birgt in sich den göttlichen Geist. Geistiges ist zwar auch die Ursubstanz der Seele in allen ihren Entwicklungsphasen .... den göttlichen Geistesfunken aber legt Gott Selbst in die nun im Menschen sich verkörpernde Seele ...." (Ich spare mir mal die Auflistung der üblichen Zitierfehler)

Dies soll zu HGt II 72:18 widersprüchlich sein:

"Als ich aber dieses Sonnenherz stets mehr und mehr betrachtete, da entdeckte ich auf einmal in der Mitte dieses Sonnenherzens ein kleines, Dir, o heiliger Vater, vollkommen ähnliches, lebendiges Abbild, - ..." (auch dieses Zitat ist wieder nicht korrekt wiedergegeben)

Ich kann den angeblichen Widerspruch hierin nicht so recht nachvollziehen und frage mich zudem, wie Herr Schlätz dazu kommt die Wiedergabe eines Gesichtes durch Olaim in letztem Zitat hier unkommentiert als Wahrheit hinzustellen.

 



4. Gottheit

4.1. Einleitung

W. Schlätz geht davon aus, daß BD die Auffassung vertritt, die Gottheit besitze kein ungeschaffenes persönliches Zentrum, JL dagegen vertrete die Auffassung dem sei doch so. Dabei gelingt es ihm nach Ansicht des Autors mit seiner Argumentation nicht zu überzeugen.

4.2. Textvergleiche bei Schlätz

Neben etlichen eigenen Kommentaren zitiert Schlätz zu diesem Punkt diverse Stellen aus den Texten von Dudde und Lorber, die ich alle wiedergeben möchte. Auf BD-Seite beginnt er mit BD8250:

"Doch immer wieder muß gesagt werden, daß die Ewige Gottheit nicht personifiziert werden kann - daß Sie also nicht anders vorstellbar ist, als Kraft, Welche die ganze Unendlichkeit erfüllt - Diese Kraft ist nicht zu begrenzen und kann also auch nicht als "Form" gedacht werden - aber Sie kann eine Form gänzlich durchstrahlen -" (Ohne größere Schnitzer zitiert)

Weiter zitiert er von ebendort überflüssigerweise nochmal was schon im letzten Auszug fast wörtlich steht:

"..., denn die Ewige Gottheit kann nicht personifiziert werden, ..." (relativ gesehen, ebenfalls halbwegs korrekt zitiert)

Der Textzusammenhang des zuletzt zitierten Satzfragments lautet übrigens so:

"Der Mensch Jesus hat nicht nur durch ein Liebeleben diese Vergöttlichung erreicht, sondern durch das Erlösungswerk auch die Sündenschuld der Menschheit getilgt .... denn Er nahm die Liebekraft Gottes in Anspruch, ansonsten Er nicht fähig gewesen wäre, das entsetzliche Leid und den Kreuzestod zu ertragen, und diese Liebekraft war das Urelement Gottes, also war Gott Selbst in aller Fülle in dem Menschen Jesus und hat das Erlösungswerk vollbracht .... Wenn ihr Menschen jedoch von einem dreipersönlichen Gott sprechet, so ist das ein irreführender Begriff, denn die Ewige Gottheit kann nicht personifiziert werden, denn Sie ist nur Liebe, und diese Liebe manifestierte Sich in Jesus, und es wirkte nun der Ewige Gottgeist in Jesus, und Er ist für alle Wesen nur in Jesus vorstellbar .... Weil die von Gott einst erschaffenen Wesen deshalb abfielen von Ihm, weil sie Ihn nicht schauen konnten, ist Er in Jesus für sie zum schaubaren Gott geworden .... Aber es ist Jesus kein zweites Wesen, Das neben Gott zu denken ist .... Er ist Gott, denn Gott ist Liebekraft, Die eine völlig vergeistigte Form durchstrahlte, also diese nur noch göttliche Ursubstanz war und daher auch nur schaubar den Wesen, die gleichfalls sich vergeistigt haben, um Geistiges schauen zu können ...."

Dieses Satzfragment bezog sich also auf die Vorstellung der göttlichen Dreieinigkeit, die BD wie JL als dreifache Gottheit ablehnen. Als nächstes wird aus BD750 zitiert:

".... Der menschliche Verstand reicht nicht bei weitem aus, Mich in Meiner ganzen Urkraft zu erfassen .... und noch viel weniger wird es ihm gelingen, Mich zu spezialisieren, d.h., Mein Sein und Werden in irgendwelche Form zu bringen, die dem menschlichen Verstand annehmbar erscheint." (Abgesehen von zwei Umformulierungen in seinem Zitat, inhaltlich noch akzeptabel zitiert)

Ob JL wohl den menschlichen Verstand für geeignet hält die Urgottheit zu erfassen? Weiter geht es mit BD8622:

"Unbegrenzt aber ist der Geist, für Den ihr den Begriff "Gott" euch schufet. Und was dieser Geist wieder in Sich ist, das ist euch auch nicht erklärlich zu machen, weil Er nichts Geformtes ist und ihr euch alles Bestehende immer als eine Form vorstellet ...." (der letzte Halbsatz ab "und ihr", ist nicht Bestandteil des ursprünglichen Schlätz-Zitats. Ansonsten wieder bereits gewohnte Ungenauigkeiten ebendort)

Weiter zitiert er formal getrennt nochmal aus derselben Kundgabe:

"Ich aber bin wohl existent, aber unter keiner Form vorstellbar .... Ich bin eine Kraft, Die unbegrenzt ist und unbegrenzt wirket .... Und diese Kraft also erfüllt das ganze All, ..." (bedenklich falsch zitiert durch Hinzufügung von "als Urgeist" zwischen erstem und zweitem Wort, einer Umformulierung und weiteren kleineren Fehlern)

In derselben Kundgabe findet sich hierauf übrigens noch folgender Text, den Schlätz nicht als Gesamtheit zitiert:

"Ich bin eine Kraft, Die unbegrenzt ist und unbegrenzt wirket .... Und diese Kraft also erfüllt das ganze All, Sie erfüllt jegliche materielle und geistige Schöpfung. Und Sie wirket immer und ewig in gesetzlicher Ordnung .... Denn ein denkender Wille lenkt diese geistige Kraft planmäßig in Liebe und Weisheit. Dieser "denkende Wille" berechtigt euch, daß ihr euch ein Wesen vorstellet, nur dürfet ihr diesem Wesen keine Form geben, sondern ihr müsset euch alles euch Sichtbare und alle geistigen Schöpfungen erfüllt von Meiner Liebekraft .... von Meinem Geist .... denken, mit Dem ihr aber euch auch gedanklich verbinden könnet, weil Ich Selbst ein denkendes Wesen bin. Mein Wesen, Mein Geist, Meine Liebe, Meine Kraft .... alles ist das gleiche. Die alles erfüllende Kraft ist Gott .... Die Liebe an sich ist Gott .... Der Geist ist Gott. Und doch ist Gott ein Wesen, denn ein denkender Wille bestimmt es, wie sich die Liebe, die Kraft, der Geist äußert, er bestimmt all Mein Walten und Wirken. Und ob sich auch die Liebekraft in zahllose Fünkchen versprühte .... ein jedes Fünkchen ist wieder das gleiche wie Ich Selbst: ein Geist in der gleichen Beschaffenheit wie Ich Selbst, nur in minimalster Verkleinerung .... und dennoch gewaltig, denn es ist wieder Träger der Ewigen Gottheit Selbst, weil es sonst nicht bestehen könnte, wenn es nicht von Meiner Liebekraft durchflutet wäre. Und so kann sich wohl der Mensch Mich Selbst vorstellen als ihm gleich, weil ihr alle Abbilder seid von Mir. Dennoch seid ihr begrenzte Wesen, ihr seid ein Teil von Mir, das so lange als begrenzt anzusehen ist, wie ihr noch unvollkommen seid. Werdet ihr wieder vollkommen, wie ihr es waret im Anbeginn, dann findet auch wieder die Verschmelzung mit Mir statt, und dann werdet ihr euch auch eher einen Begriff machen können von der Gottheit, wenngleich Ich euch in Meinem tiefsten Wesen unergründlich bin und bleiben werde. Aber ihr leget dann auch nicht mehr begrenzte Maßstäbe an, wie ihr es als Mensch tut und darum euer Denken auch oft irrig ist. Ich bin ein Geist, d.h. ein für eure menschlichen Sinne nicht wahrnehmbares Wesen, Das aber dennoch ist ...."

Nun zitiert Schlätz in seiner BD-Rubrik mal in seinem Sinne kommentiert ein JL-Zitat, das ich hier auslasse, da es auch in der JL-Rubrik in seinem Text vorkommt. Als nächstes BD-Zitat folgt nun ein weiterer Auszug aus BD8622 und zwar der erste Teil des vierten Satzes meines obigen Gesamtzitates bis "... Form geben ...,". Weiter zitiert er BD7828:

"Ihr dürfet euch nicht euren Gott und Schöpfer als ein eng-begrenztes Wesen vorstellen, ihr dürfet Ihn nicht in eine Form zu bringen suchen, denn immer würde dann eure Vorstellung falsch sein, weil etwas Begrenztes niemals Meinem Wesen entspricht, das höchst vollkommen, also unbegrenzt, ist. Denn Ich bin ein Geist, Der alles erfüllt und alles durchstrahlt." (Hier ersetzt Schlätz das fünfte Wort durch "einen", streicht das "eng-" und formuliert unnötig um. So hat er hier einen Punkt durch ein Kommata ersetzt.)

Weiter zitiert er BD4484 (Titel: Die Lehre der Dreieinigkeit Gottes):

"Die ewige Gottheit in eine engbegrenzte Form bringen zu wollen ist ein Zeichen der Unvollkommenheit der Menschen, die diese Lehre annehmen. Jede Form ist ein engbegrenzter Begriff, das Wesen Gottes aber ist unbegrenzt, weil es etwas überaus Vollkommenes ist." (Hier läßt Schlätz den ersten Halbsatz des zweiten Satzes weg und suggeriert dort einen inkorrekten Satzbeginn und streicht zudem noch das "aber" das auf den ersten Halbsatz hindeutet.)

Aus derselben Kundgabe zitiert er abschließend weiter:

"Der Geist Gottes, der Teilbegriff der Wesenheit Gottes, ist niemals zu personifizieren, er ist nicht in eine Form zu bringen nach menschlichem Begriff, er ist eine unendliche Fülle von Licht und Kraft, ..." (hier fälscht Schlätz "Teilbegriff" zu "Inbegriff", formuliert unnötig um, ersetzt erneut ein Komma durch einen Punkt und verweist nicht auf den fortlaufenden Satz.)

Folgende JL-Zitate sollen hierzu widersprüchlich sein:

Zunächst folgen einige wieder mir nicht erkenntlich direkt mit Quellen belegte Interpretationen des Herrn Schlätz, danach folgt aus GEJ VI 88:3 hier das erste JL-Textzitat:

"...; in Sich Selbst und für Sich aber ist Gott ein Mensch wie Ich und auch du und wohnt in einem unzugänglichen Lichte, das in der Welt der Geister die Gnadensonne genannt wird." (Schlätz verheimlicht uns hier wieder den wahren Satzanfang)

Hier lohnt es sich durchaus erneut den Textzusammenhang anzusehen:

"Wenn du aber noch immer fragst und sagst: ,Ja, wo ist denn Gott, und wie sieht Er wohl aus?', da sage Ich dir, daß das eigentliche Gottwesen niemand sehen kann und leben, - denn Es ist unendlich und somit auch allgegenwärtig und ist sonach als Reinstgeistiges auch das Innerste eines jeden Dinges und Wesens, das heißt in Seinem auswirkenden Willensmachtlichte; in Sich Selbst und für Sich aber ist Gott ein Mensch wie Ich und auch du und wohnt in einem unzugänglichen Lichte, das in der Welt der Geister die Gnadensonne genannt wird. Diese Gnadensonne aber ist nicht Gott Selbst, sondern sie ist nur das Auswirkende Seiner Liebe und Weisheit."

Diese von Schlätz getroffene Auswahl des Zitatausschnittes, ist schon sehr zu hinterfragen, wie ich finde. Weiter folgt aus HGt II 72:21 ein Teil eines Gesichtes des Olaim, das dem Wunsch folgte in sein Herz sehen zu können:

"Und ich richtete alsbald meine Augen aufwärts und erschaute sogleich in einer endlosen Tiefe der Tiefen der Unendlichkeit ebenfalls eine unermeßlich große Sonne und in der Mitte dieser Sonne aber dann bald Dich Selbst, o heiliger Vater!" (völlig korrekt zitiert)

Offenbar in Bezug auf BD folgt ein leichtfüßig zusammengeflickter Teil von GEJ I 5:17, das Zitat, das im Original auch schon so ähnlich in der BD-Spalte zu lesen war:

"Ihr Gott [der hochweltweisen Juden; d.Hg.] muß erstens sehr hoch über allen Sternen wohnen und vor lauter endlosester Erhabenheit nahe gar nicht existieren; geringere Dinge als Sonnen darf Er gar nicht erschaffen, so Er ein würdiger Gott sein will! Zweitens darf Er Sich nicht unterstehen, irgend eine und schon am allerwenigsten die menschliche Gestalt zu haben, sondern muß bloß so irgend ein unbegreifliches Unding sein!" (Schlätz gibt im wesentlichen den letzten Satz mit dem Anfang des ersten versehen wieder und macht seinen eigenen Einschub nicht kenntlich)

Nun folgt aus GEJ II 144:4 dieses:

"Wer Gott nicht liebt als den vollkommensten Menschen, der kann um desto weniger seinen Nächsten lieben, der ein noch höchst unvollkommener Mensch ist! So es aber geschrieben steht, daß Gott den Menschen nach Seinem Ebenmaße geschaffen hat, was sollte dann Gott anderes sein - so der Mensch Sein Ebenmaß ist - als eben auch ein, aber ganz natürlich vollkommenster Mensch!?" (Bis auf einen Schreibfehler richtig zitiert)

Nach einem seiner Kommentare bezieht er sich auf RB II 278:3 und fasst diesen Zusammenhang so zusammen:

"Es ist ein erstes Zeichen von Unvollkommenheit, nach einem unendlichen Gott zu streben, denn das Streben nach dem Unendlichen macht das größte Unglück aller Höllengeister aus"

Diese Stelle lautet wie folgt:

"Was macht denn eigentlich das größte Unglück aller Höllengeister aus? Es ist das Streben nach dem Unendlichen! Die Unendlichkeit aber hat keine Rückwand und keine Grenzen. Daher ist es leicht begreiflich, daß ein von der Hölle erfüllter Geist unmöglich zu einer Glückseligkeit gelangen kann. Wer die Seligkeit im Unendlichen sucht, kann sie unmöglich je finden! Je weiter er dringt, eine desto endlosere Kluft ersieht er vor sich, über die er ewig nicht gelangen wird."

Hierzu stelle ich fest, daß Schlätz offenbar "Unendlichkeit" mit "unendlichen Gott" gleichsetzt. Wie er dazu kommt, erläutert er nicht. Es folgt eine weitere Interpretation wieder bezogen auf GEJ I 5:17 von wo er schon zu diesem Punkt zitierte:

"Es ist ein zweiten Zeichen von Unvollkommenheit, Gott die menschliche Gestalt abzusprechen und sich unter IHM irgend so ein unbegreifliches Unding vorzustellen." (Rechtschreibfehler im Original)

Was sich im Quelltext wie oben zitiert anhört. Der Begriff der Unvollkommenheit kommt im Originaltext nicht vor, wird aber durch den Zusammenhang gedeckt. Ob sich diese Aussage allerdings hieraus so verallgemeinern läßt, ist meiner Meinung nach eher fraglich. Mit einem Zitat aus HGt II 139:20 fährt Schlätz fort:

"Was ihr des Raumes Unendlichkeit benennet, ist der Geist Meines Willens, der von Ewigkeiten her eben diese endlose Räumlichkeit gestellt hatte und hat sie erfüllt allenthalben mit Wesen aller Art. Dieser Geist aber hat einen Mittelpunkt wesenhaft gestaltlich, in dem alle Macht dieses unendlichen Geistes vereinigt ist zu einem Wirken, und dieses Machtzentrum des unendlichen Gottgeisteswesens ist die Liebe als das Leben eben dieses Geistes; und diese Liebe bin Ich von Ewigkeit." (Bis auf eine Umformulierung bei WS korrekt zitiert)

Hierauf folgt HGt II 138:26 :

"... ; die [Meine; d.Hg] gestaltliche Wesenheit aber ist eine und dieselbe, nach der ihr alle seid gemacht worden zu Meinen wesenhaften Ebenbildern!" (Hier verschweigt WS erneut den tatsächlichen Satzbeginn und kennzeichnet seinen Einschub wieder nicht korrekt)

Nun der Textzusammenhang dieser Stelle:

"Die Liebe allein ist der Maßstab für Meine Göttlichkeit, und mit keinem anderen Maßstabe bin Ich ermeßlich; denn Ich bin wahrhaft ein unendlicher Gott. Was aber jedoch Meine räumliche Unendlichkeit betrifft, so ist diese nur eine für die Zeit bedingte Erscheinlichkeit, - im Geiste aber ist das nur die Machtvollkommenheit Meines Willens und Meiner Liebe und Weisheit; die gestaltliche Wesenheit aber ist eine und dieselbe, nach der ihr alle seid gemacht worden zu Meinen wesenhaften Ebenbildern!"

Es folgt GS II 13:2f :

"Aber in dem Namen Jesus bezeichnet ihr das vollkommene, mächtige, wesenhafte Zentrum Gottes, oder noch deutlicher gesprochen:

Jesus ist der wahrhaftige, allereigentlichste, wesenhafte Gott als Mensch, aus dem erst alle Gottheit, welche die Unendlichkeit erfüllt, als der Geist Seiner unendlichen Macht, Kraft und Gewalt gleich den Strahlen aus der Sonne hervorgeht. - Jesus ist demnach der Inbegriff der gänzlichen Fülle der Gottheit..." (WS ersetzt hier ", oder noch deutlicher gesprochen" durch ".-" und setzt am Zitatende einen falschen Punkt)

Das liest sich im etwas erweiterten Zusammenhang so:

"Ich sage euch: Jesus ist etwas so ungeheuer Großes, daß, so dieser Name ausgesprochen wird, die ganze Unendlichkeit von zu großer Ehrfurcht erbebt. Saget ihr: Gott, so nennt ihr zwar auch das allerhöchste Wesen; aber ihr nennt Es in seiner Unendlichkeit, da Es ist erfüllend das unendliche All und wirkt mit Seiner unendlichen Kraft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Aber in dem Namen Jesus bezeichnet ihr das vollkommene, mächtige, wesenhafte Zentrum Gottes, oder noch deutlicher gesprochen:

Jesus ist der wahrhaftige, allereigentlichste, wesenhafte Gott als Mensch, aus dem erst alle Gottheit, welche die Unendlichkeit erfüllt, als der Geist Seiner unendlichen Macht, Kraft und Gewalt gleich den Strahlen aus der Sonne hervorgeht. - Jesus ist demnach der Inbegriff der gänzlichen Fülle der Gottheit oder: In Jesu wohnt die Gottheit in Ihrer allerunendlichsten Fülle wahrhaft körperlich wesenhaft; darum denn auch allezeit die ganze göttliche Unendlichkeit angeregt wird, so dieser unendlich heiligst erhabene Name ausgesprochen wird!"

Diese Worte spricht übrigens bei JL Johannes und nicht Jesus. Schlätz schließt hier mit einem Auszug aus RB I 126:1 und 129:5 seinen Zitatenreigen:

"Jesus, der Gekreuzigte, ist allein Gott über alle Himmel und über alles, was den unendlichen Raum erfüllt. ... ... ... (129:5) Jesus, der Gekreuzigte, ist nicht nur der Sohn des lebendigen Gottes, sondern Gott, der Allmächtige Selbst, in aller Fülle der urewigen Allkraft." (Die Quellenangaben sind etwas konfus und die Trennung der beiden Stellen unklar, ansonsten korrekt zitiert)

 


4.3. Sinngemäße Zusammenfassung der Zitate

Die Masse der Zitate und besonders die Art der Präsentation, machen es wahrscheinlich manchem nicht leicht eine Gesamtbewertung vorzunehmen. Ich versuche im Folgenden die Aussagen zu verkürzen:

- BD8250: Die ewige Gottheit kann nicht personifiziert werden, sie ist nicht anders vorstellbar, als eine nicht begrenzbare formlose Kraft, die allerdings eine Form gänzlich durchstrahlen kann.

Textzusammenhang: Die ewige Gottheit ist nur Liebe, das Urelement Gottes.

- BD750: Der menschliche Verstand reicht nicht dazu aus, um "Mich" in seiner Urkraft zu erfassen oder durch das bringen in Formen zu spezialisieren.

- BD8622: Der "Gott" genannte Geist ist unbegrenzt und "uns" nicht erklärlich zu machen, da "wir" "uns" alles Bestehende immer als Form vorstellen.

"Ich" ist aber trotzdem existent, nur unter keiner Form vorstellbar und eine Kraft, die unbegrenzt ist und unbegrenzt wirkt. Diese Kraft erfüllt das ganze All.

Textzusammenhang: Die "Ich"-Kraft erfüllt jegliche materielle und geistige Schöpfung. Sie wirkt immer und ewig in gesetzlicher Ordnung. Diese geistige Kraft lenkt ein denkender Wille planmäßig. Dieser Wille ist ein denkendes Wesen, vorstellbar nicht aber innerhalb einer Form. Daher ist Gott ein Wesen. Der Mensch ist ein Abbild Gottes und in seiner Vollkommenheit fähig sich einen besseren Begriff von der Gottheit zu machen, da er dann nicht mehr begrenzte Maßstäbe anlegt. Trotzdem wird diese in ihrem tiefsten Wesen auch dann unergründlich bleiben.

- BD7828: Gott und Schöpfer soll man sich nicht als eng-begrenztes Wesen vorstellen. Etwas Begrenztes entspricht nicht seinem Wesen, das höchst vollkommen und in Folge dessen unbegrenzt ist. Gott erfüllt und durchstrahlt alles.

- BD4484: Die ewige Gottheit in eine engbegrenzte Form bringen zu wollen, ist ein Zeichen von Unvollkommenheit des Menschen, die diese Lehre annehmen. Vollkommenheit ist Unbegrenztheit.

Der Geist Gottes ist ein Teilbegriff der Wesenheit Gottes und niemals zu personifizieren.

- GEJ VI 88:3: In sich und für sich ist Gott ein Mensch wie ich und du und wohnt im unzugänglichen Licht der Gnadensonne.

Textzusammenhang: Das eigentliche Gottwesen kann niemand sehen und leben. Es ist unendlich und somit allgegenwärtig.

- HGt II 72:21: Jemand (Olaim) sah in der Gnadensonne seiner Lebenssphäre den heiligen Vater selbst.

- GEJ I 5:17: Der Gott der hohen und weisen Juden damals, sowie vieler Millionen "heute" darf in deren Vorstellung 1. weit entfernt sein und darf sich nur mit "Großem" befassen 2. darf er keine menschliche Gestalt haben, sondern muß ein unbegreifliches Unding sein.

- GEJ II 144:4: Wer Gott nicht als den vollkommensten Menschen liebt, der kann auch nicht seinen Nächsten lieben, der ein höchst unvollkommener Mensch ist. Der Mensch ist Gottes Ebenmaß, daher ist Gott ein vollkommenster Mensch.

- RB II 278:3: Das höchste Unglück der Höllengeister ist das Streben nach dem Unendlichen. Wer die Seligkeit im Unendlichen sucht, kann sie nicht finden.

- HGt II 139:20: Der sogenannte Raum der Unendlichkeit ist der Geist "Meines" Willens. Dieser hat von Ewigkeit her diese Räumlichkeit gestellt und sie mit Wesen erfüllt. Dieser Geist hat einen wesenhaften Mittelpunkt. Darin ist alle Macht dieses unendlichen Geistes zu einem Wirken vereinigt. Dieses Machtzentrum ist die Liebe. Diese Liebe ist "Ich".

- HGt II 138:26: "Meine" gestaltliche Wesenheit ist dieselbe wie "unsere" (die des Menschen).

Textzusammenhang: Gott ist nur mit dem Maßstab der Liebe ermeßlich, denn er ist wahrhaft ein unendlicher Gott. "Meine" räumliche Unendlichkeit aber ist nur eine für die Zeit bedingte Erscheinlichkeit. Diese ist im Geiste nur die Machtvollkommenheit des göttlichen Willens.

- GS II 13:2f: Der Name "Jesus" bezeichnet das vollkommene, mächtige, wesenhafte Zentrum Gottes. Jesus ist der wahrhaftige, allereigentlichste, wesenhafte Gott als Mensch, aus dem erst alle Gottheit, welche die Unendlichkeit erfüllt, als der Geist Seiner unendlichen Macht, Kraft und Gewalt gleich den Strahlen aus der Sonne hervorgeht. - Jesus ist demnach der Inbegriff der gänzlichen Fülle der Gottheit.

Textzusammenhang: Der Begriff "Gott" bezeichnet das allerhöchste Wesen in seiner Unendlichkeit. In Jesu wohnt die Gottheit in ihrer allerunendlichsten Fülle körperlich wesenhaft. Die Nennung des Namens Jesu regt daher die ganze göttliche Unendlichkeit an.

- RB 126:1 + 129:5: Jesus, der Gekreuzigte, ist allein Gott über alle Himmel und über alles im unendlichen Raum. Jesus ist nicht nur Sohn Gottes, sondern Gott in der Fülle seiner Allkraft.

 


4.4. Betrachtung

4.4.1. Das ungeschaffene oder geschaffene Zentrum Gottes

Aus den Kommentaren des Herrn Schlätz entnehme ich, auf welche Widersprüche er hinaus möchte. WS schreibt so in seinen gegenüberliegenden Spalten:

Für BD: "Die Gottheit besitzt kein ungeschaffenes, menschlich geformtes, endliches und persönliches ZENTRUM. Die Gottheit ist nur eine ungeschaffene, unendliche, formlose Kraft, die den unendlichen Raum erfüllt."

Für JL: "Die Gottheit besitzt ein ungeschaffenes, menschlich-geformtes, endliches und persönliches ZENTRUM, aus Dem erst alle Gottheit, die den unendlichen Raum erfüllt, hervorgeht."

Wie sind diese Behauptungen beiderseits zu belegen? In BD8250, 750, 8622, 7828 und auch 4484 ist die Rede davon, daß "wir", also der Mensch oder der unvollkommene Mensch, "uns" Gott nicht innerhalb einer Form vorstellen sollen. Das alleine sagt nicht aus, ob er tatsächlich keine Form besitzt, sondern nur, daß "wir" sie "uns" nicht vorstellen sollen. In BD4484 ist allerdings tatsächlich die Rede davon, daß das Wesen Gottes unbegrenzt sei, weil es etwas überaus Vollkommenes wäre. Allerdings ist etwa bei GEJ VI 88:3 bei Lorber ebenfalls die Rede davon, Gott wäre unendlich. Andersherum heißt es in BD3636:

"..., weil das Vollkommene keine Grenzen kennt, weil Gott, als höchst vollkommenes Wesen, ..."

Was aufzeigt, daß Gott trotz seiner Grenzenlosigkeit auch bei Dudde durchaus als ein Wesen dargestellt wird. Ja, BD6641 (Titel: Die Wesenheit Gottes) geht noch darüber hinaus:

"Ihr Menschen werdet niemals restlos Meine Wesenheit ergründen können, denn eure eigene Unvollkommenheit hindert euch erstmalig daran, wie aber auch Ich für jedes von Mir erschaffene Wesen unergründbar sein und bleiben werde, weil Ich das Urzentrum bin von Ewigkeit, Dessen Ausstrahlung ihr sowie alles Geschaffene seid - Schöpfungen von unendlicher Winzigkeit, die das Urgewaltige, von Dem sie ihren Ausgang nahmen, nicht zu fassen vermögen. Und so kann Ich euch auch immer nur bildmäßig Aufklärung geben, solange ihr auf Erden weilet, doch immer werden diese Aufklärungen der Wahrheit entsprechen, wenngleich sie so gehalten sind, daß sie nur als schwacher Vergleich dessen anzusehen sind, was ihr über Meine Wesenheit zu erfahren wünschet. Solange ihr Mich Selbst personifiziert, also ihr euch irgendetwas Begrenztes vorstellt als "Gott", ist es schwer, euch eine rechte Erklärung zu geben - Sowie ihr euch Mich als "Kraft" allein vorstellt, seid ihr gleichfalls noch in irrigem Denken - Wenn ihr euch aber etwas Wesenhaftes, Das die ganze Unendlichkeit erfüllt, vorstellet oder auch: die ganze Unendlichkeit als lebendes, Ich-bewußtes, denkfähiges und über alle Maßen kraftvolles Wesen euch vorzustellen vermögt - dann kommet ihr der Wahrheit schon näher, denn Ich bin der alles erfüllende Geist, Der keine Begrenzung kennt, Der überall ist und Der doch auch im kleinsten, unscheinbarsten Schöpfungswerk gegenwärtig ist - ... ... ... Als alles erfüllender Geist kann Ich Meinen Geschöpfen nicht sichtbar sein, aber Ich konnte Mich in einer Form gleich ihrer eigenen bergen, Ich konnte in solcher Fülle eine Form beziehen, wie diese zu fassen vermochte, solange sie noch irdische Materie war, um dann die vergeistigte Form unbegrenzt zu durchstrahlen, so daß Ich nun auch Meinen Geschöpfen sichtbar war und blieb, die ihren Anblick ertragen können - ... ... ... So mußte also Ich Selbst, Der Ich die Liebekraft bin von Ewigkeit, in dem Menschen Jesus sein - Die "Liebe" mußte Sich verkörpern in einer menschlichen Form, auf daß nun die Mission ausgeführt werden konnte: die Sündenschuld der einstigen Abkehr von Mir zu tilgen - Ich, die ewige Gottheit, nahm also Aufenthalt im Menschen Jesus, aber eben in der Weise, daß Meine wesenhafte Kraft: Liebe, Weisheit und Allmacht, sich in jenen Menschen ergoß, Der Mir zur Form dienen sollte und Der diese Form also auch nimmermehr verlieren sollte, weil Ich für euch in ihr zur "schaubaren" Gottheit werden wollte, Die euch nun in einer solchen Form vorstellbar geworden ist - Dennoch bin und bleibe Ich für alles Wesenhafte unergründlich in Meiner Wesenheit, weil auch dies zur Seligkeit gehört, immer und ewig etwas Unerreichbar-Scheinendes anzustreben und doch von diesem urgewaltigen, höchsten und vollkommensten Wesen sich geliebt zu wissen -"

Es zeugt also u.a. laut BD nicht nur von Unvollkommenheit sich Gott als Begrenztes vorstellen, sondern auch sich Gott als Kraft alleine vorzustellen. Als Synthese erscheint hier ein lebendes, Ich-Bewußtes, denkfähiges über alle Maßen kraftvolles Wesen. An dieser Stelle möchte ich aus der HGt I 5:1f zitieren um die Behauptung Schlätzs bezüglich des Zentrums der Gottheit zu erwägen:

"Wer Ohren hat zu hören, der höre, und wer Augen hat zu sehen, der sehe; denn siehe, Ich will euch ein gar großes Geheimnis enthüllen, damit ihr sehen möget, wie sich euer liebevollster, heiliger Vater euch von Angesicht zu Angesicht zu schauen und zu genießen brüderlich gibt. Denn die Kinder müssen eingeweiht sein in die große Haushaltung ihres Vaters von Ewigkeit her!

Die Gottheit war von Ewigkeit her die alle Unendlichkeit der Unendlichkeit durchdringende Kraft und war und ist und wird sein ewig die Unendlichkeit Selbst. In der Mitte Ihrer Tiefe war Ich von Ewigkeit die Liebe und das Leben Selbst in Ihr; aber siehe, Ich war blind wie ein Embryo im Mutterleibe! Die Gottheit aber gefiel Sich in der Liebe und drängte Sich ganz zu Ihrer Liebe."

Die Liebe also ist das Zentrum der Gottheit praktisch immer schon (ähnlich wie in HGt II 139:20, s.o.). Das jedenfalls legt uns diese Textstelle nahe. Ob die Liebe aber eine ungeschaffene Form hat, geht auch daraus nicht hervor.

Der Verweis auf die Ansicht der sogenannten hohen und weisen Juden in GEJ I 5:17 ist fraglich, da Lorber in Hinblick auf die Unendlichkeit ähnliche Dinge beschreibt wie Dudde. Diese Stelle war wohl anders gemeint als von Schlätz interpretiert. Ebenso ist wohl der Auszug aus RB II 278:3 zu sehen.

Ich möchte an dieser Stelle anmerken, daß ich anhand einer computergestützten Suche im digitalisierten Lorbertext den Begriff "ungeschaffen" nicht finden konnte. Verschiedene Variationen des Begriffes allerdings, konnte ich insgesamt 14 mal verifizieren. Davon für dieses Thema interessant dürfte GEJ I 160:12ff sein (Dies ist eine Deutung der mosaischen Schöpfungsgeschichte, hier befinden sich alleine 7 (absolut 11, da das Programm mehrere Fundstellen innerhalb eines Absatzes als eine Fundstelle zählt) Fundstellen):

"... ; und die Lichter beleuchten dann den Willen und erheben ihn zur Einsicht der Engel des Himmels der Himmel und erheben dadurch den geschaffenen Menschen zum ungeschaffenen, nun durch den eigenen freien Willen sich selbst in der göttlichen Ordnung neu umgestaltet habenden Kinde Gottes!"

Der geschaffene Mensch kann also zu einem ungeschaffenen gemacht werden. Dies geschieht dadurch, daß der Mensch des ungeschaffene Göttliche in sich aufnimmt und sich danach bildet. Das geschah offenbar formal in Jesus, weswegen er als ungeschaffen bezeichnet werden kann auch wenn er laut Dudde an sich ein geschaffenes Wesen war (hierzu s.o. GS II 13:2f, s.o. BD6641).

Weiter interessant dürfte HiG III 40.5.25 sein:

"Worte aus der Weisheit. - 25. Mai 1840.

Jakob Lorber bat den Herrn um einige Worte aus Seiner Weisheit.

Daher soll deine Neugierde gestillt werden; aber sehe zu, was dein Verstand begreifen wird aus Meiner Weisheit, die nie ein geschaffener Geist im geringsten Teile je erforschen wird ewig. So aber dir dein Herz schwer werden wird, dann gedenke, daß Ich nur durch Liebe zugänglich bin und ewig nie in der Weisheit Meines Verstandes. -

Das sind aber Worte Meiner Weisheit !!! - - -

I. Ich bin und bin nicht, Ich war und war nicht, und Ich werde sein und nicht sein die Ewigkeit ein Punkt unendlich eine Linie aus der Mitte der Enden ohne Enden mit Enden ohne Enden groß wie ein Nichts und klein wie die Unendlichkeit. - - -

II. Ich bin eine Vielheit im Nichts und bin nichts in der Vielheit, Ich bin ein unendliches Nichts, und die Unendlichkeit ist ein Nichts in Mir ewig in der Zeit und zeitlich in der Ewigkeit, damit Ich nicht Alles bin um Alles zu sein, und bin blind im Angesichte aller Dinge aus Mir, neben Mir und in Mir, damit ich Alles sehe, das Große klein und das Kleine groß, da es ist und nicht ist durch und durch!!! - - -

III. Ich bin ein Gott ohne Gott, Ich bin die Liebe ohne Liebe, Ich bin die Weisheit ohne Weisheit, ein UNGESCHAFFENES [Hervorhebung d.d.Zitierenden] Geschöpf in den Geschöpfen, die nicht geschaffen sind, und doch sind um geschaffen zu werden zu Nichts, um zu sein Etwas, und um Etwas zu sein, um Nichts zu werden durch Mich in sich und in sich ohne Mich, damit Ich sei Alles, um nichts zu sein, und Nichts sei, um Alles zu sein. So ist der Mensch, daß er nicht sei, um etwas zu sein in Mir ohne Mich aus Mir, damit er lebe und kein Leben habe um zu leben ewigzeitlich und zeitlichewig, räumlich ohne Raum, und unräumlich im Raume!!! - - -

Da hast du jetzt drei Worte Meiner Weisheit; aber denke nie darüber nach, da alles dieses für deinen Verstand ewig unerfaßbar bleiben wird. Denn so wenig du die Erde je wirst wie einen Ball in deine Hand nehmen und mit den Sonnen spielen wie mit Erbsen, - um noch viel weniger wird je ein geschaffener Geist diese drei Worte erfassen in ihrer ganzen Tiefe. Du brauchst dir deswegen auch nichts daraus zu machen; denn das Unmögliche ist selbst Mir unmöglich. Ich Jehova Die ewige Weisheit Gott Der Allerheiligste, Der Allerhöchste. Amen!!!"

Dieses möchte ich mal lieber nicht kommentieren. Hingegen stelle ich fest, daß sich nach meiner Ansicht Schlätzs Behauptung von der Feststellung des ungeschaffenen Gottheitszentrums bei Lorber oder der des geschaffenen Gottheitszentrums bei Dudde nicht belegen läßt und an sich auch insgesamt durchaus fragwürdig erscheint. Der Begriff "ungeschaff*" ließ sich bei Dudde von mir nicht belegen.

 


4.4.2. Gott als Mensch oder als Kraft?

Wie schon aus der Darstellung des vorigen Punktes zu ersehen vertritt Schlätz die nun noch einmal von ihm explizit wiederholte Auffassung, Dudde vertrete die Ansicht Gott sei "nur" eine formlose Kraft, Lorber "hingegen", daß Gott in seinem Zentrum ein vollendetster Mensch sei. Hierzu möchte ich nun aus BD7067 zitieren:

"Mich bewegte bei der Erschaffung des ersten Wesens nur der Gedanke, Mir ein Gefäß zu schaffen, das Meine immerwährend hinaus-strömende Liebekraft aufnehmen sollte - weil Meine unbegrenzte Liebe sich verschenken und immer nur beglücken wollte - Meine Liebekraft aber erzeugte unausgesetzt geistige Schöpfungen mannigfaltiger Art. Und Ich wollte darum auch etwas erstehen lassen, was Mir Selbst entsprach, also ein Ebenbild von Mir. Und was Ich wollte, das geschah - ein Wesen in höchster Vollkommenheit erstand neben Mir, an dem Ich Selbst Meine Freude hatte, das unaussprechlich schön war, das ein Abbild war Meiner Selbst und das nun von Meiner Liebekraft durchstrahlt wurde, so daß es ebenfalls zu unbegrenzter schöpferischer Tätigkeit befähigt war. ... ... ... Ich stellte ein einziges Wesen selbständig aus Mir heraus - Und dieses Wesen war Mein Ebenbild. Folglich also mußten die nun von diesem Wesen ins Leben gerufenen Geistwesen wieder völlig Mir und Meinem Ebenbild entsprechen - Es waren die gleichen vollkommenen, in höchstem Licht strahlenden Geschöpfe, denn es konnte aus unser beider Liebe und Wille, die völlig gleich gerichtet waren, nur Höchst-Vollkommenes hervorgehen - Wesen, die in keiner Weise dem erst-geschaffenen Lichtträger nachstanden -"

Demnach bleibt wohl kein Zweifel offen, daß auch nach Dudde Gott ein Mensch ist, da der Mensch aus dem Ebenbild Gottes entstammt. Im Übrigen verweise ich auf den vorigen Punkt dieser Behandlung. Dort ist auch dargelegt, wie Lorber von Gott als einer unendlichen Kraft oder Ähnlichem schreibt. Beide Darstellungen schließen einander offenbar nicht aus. Die Bemerkung Schlätzs, Lorber stelle dar jeder vollkommene Engel sei eine Form, die vom Gottesgeist gänzlich durchstrahlt wäre, kann ich nicht inhaltlich zuordnen, da sie offenbar keinen BD-Gegenpart aufweist und zudem auch nicht durch Quellen belegt ist, was zu tun aber sicher kein Hindernis darstellen würde.

Wenn WS weiter behauptet:

zu BD: "Die BD-Texte kennen nur das formlose und unbegrenzte Außenwesen der Gottheit. Aber die BD-Texte kennen nicht das persönliche, ungeschaffene, begrenzte und menschlich geformte ZENTRUM der Gottheit aus welchem ZENTRUM erst alle Gottheit hervorgeht, alles erfüllt und alles durchstrahlt."

zu JL: "Weil also Gott Seinem persönlichen ungeschaffenen ZENTRUM nach ein vollkommenster ungeschaffener Mensch ist, daher dürfen und sollen wir uns unseren GOTT und SCHÖPFER hinsichtlich Seines persönlichen ZENTRUMS als einen begrenzten vollendetsten Menschen vorstellen und lieben, da wir einen formlosen unbegrenzten Gott niemals zu lieben vermöchten."

dann ist auch nichts Neues in Hinblick der Suche nach belegbaren Widersprüchen zwischen BD und JL gesagt, wie ich meine. Trotzdem sei hier noch aus BD1528 zitiert:

"Es ist dem Menschen jederzeit freigestellt, sich bejahend oder verneinend einzustellen zur Frage der Göttlichkeit Jesu, nur werden die Folgen seiner Einstellung gleichfalls gegensätzlich sein - größter geistiger Erfolg oder tiefste Dunkelheit, d.h. völliger Mißerfolg in geistiger Beziehung. Es ist diese Frage allein maßgebend für den Geisteszustand des Menschen, so er sein Erdenleben beschließt."

Ferner aus BD7825:

"Ohne Jesus Christus gibt es kein Heil, ohne Ihn gibt es keine Erlösung, ohne Ihn gibt es kein Licht und keine Seligkeit. Ich aber will, daß ihr selig werdet, und so werde Ich euch auch immer wieder hinweisen zu Ihm, Ich werde euch Selbst die Wahrheit zuleiten, Ich werde euch das Wissen erschließen über euren sündigen Zustand und um den einzigen Weg, euch daraus befreien zu können - auf daß ihr zum Glauben gelanget an Ihn und Seine Mission - auf daß ihr Ihn liebet um Seines großen Barmherzigkeitswerkes willen und nun auch diese Liebe übertraget auf Mich, Der Ich in Ihm war und euch Menschen erlöste von Sünde und Tod -"

Desweiteren aus BD7001:

"Es neigten sich alle Engel tief vor dem Herrn, Der zur Erde niederstieg - Denn sie wußten es, daß damit ein Erlösungsakt begann für das gefallene Geistige, weil die unendliche Liebe Gottes Seinen Geschöpfen Selbst zur Hilfe kam, die in der Tiefe weilten. Das bei Gott in der Lichtwelt verbliebene Geistige war voller Liebe zu dem Gefallenen, und es war ebenso Gott in tiefster Liebe ergeben, und diese Liebe wurde stets glühender, je mehr sie erkannten, welches Erbarmungswerk für das Gefallene vollbracht werden sollte - Denn sie wußten um die tiefe Kluft, die überbrückt werden mußte, damit jenes Gefallene wieder zur Höhe gelangen konnte. Und es erbot Sich eine Seele, ein urgeschaffener Engelsgeist, diese Brücke zu bauen, Sie erbot Sich, für Ihre gefallenen Brüder Gott als der Ewigen Liebe Genugtuung zu leisten für ihr einstiges Vergehen wider Ihn. Die Liebe dieser Seele zu Gott und zu den in der Tiefe weilenden Brüdern war so groß, daß Sie beide wieder zu vereinen suchte, und die Liebe, Die Sie beseelte, war Gott Selbst - Und als die Seele des Lichtes Sich auf Erden in dem Kindlein Jesus verkörperte, stieg also die ewige Liebe Selbst zur Erde, und also wurde "Gott" "Mensch" -"

Im übrigen geht im sogenannten Themenbaum der Jakob Lorber CD-ROM der Lorber-Verlag unter Punkt N113.2 scheinbar ebenfalls von einer "geschaffene[n, d.Zitierende] Seele Jesu" aus.

Insofern bekommt die indirekte Unterstellung, Dudde vertrete die Auffassung, der Mensch solle einen formlosen und unbegrenzten Gott lieben, eine sehr lächerliche Komponente.

 


5. Die Seele Jesu

5.1. Einleitung

Herr Schlätz versucht uns hier seine Auffassung zu vermitteln, Dudde vertrete die Ansicht, Jesus sei nichts anderes, als eine nicht gefallene Erzengelseele, wobei Lorber von Jesus als dem eigentlichen Zentrum Gottes spreche. Hierbei überschneidet sich die Argumentation mit der des vorherigen Punktes. Schlätz kann hier aufzeigen, daß es unterschiedliche Betrachtungsschwerpunkte bei BD und JL gibt, jedoch keinen tatsächlichen Widerspruch aufzeigen.

5.2. Textvergleiche bei Schlätz

Auf der Dudde-Seite führt WS zunächst eine Stelle aus BD7816 an:

"Der Mensch Jesus wurde von einer Seele bezogen, Die Mein "Sohn" war - ein von Mir erschaffenes, höchst vollkommenes Wesen, Das bei Mir verblieben ist, als der große Abfall der Geister vor sich ging -" (Bei WS in Großen und Ganzen richtig zitiert)

Weiter geht es zu diesem Punkt mit einen Auszug aus BD8189:

"Denn Er [Jesus d. Zit.] kam aus dem Reiche des Lichtes, Er war bei Gott, und Er kehrte wieder zu Gott zurück, Dessen Kind Er war und blieb, ..." (Hier kennzeichnet Schlätz seinen Einschub wieder nicht ausreichend und verschweigt das noch nicht erreichte Satzende)

Hier der Textzusammenhang der Stelle:

"Aber Ich habe euch ein Beispiel gegeben, was ein Mensch erreichen kann durch ein Leben in uneigennütziger Liebe und wie sein Los beschaffen ist, wenn er immer in Meinem Willen gelebt hat auf Erden, wenn sein Lebenswandel einen Wandel seines Wesens zur Liebe zur Folge hat, das nun gleich ist Meinem Urwesen und daher auch in allem Glanz und in aller Herrlichkeit erstrahlen wird und auch allen denen schaubar, die in gleicher Reifestufe stehen und sich mit Mir nun zusammengeschlossen haben, Der Ich ein Licht und Kraft ausstrahlendes Wesen bin und bleiben werde bis in alle Ewigkeit - Es hat der Vorgang der Himmelfahrt wirklich und wahrhaftig stattgefunden, es hat der Mensch Jesus den letzten Beweis Seiner Göttlichkeit auf Erden gegeben, als Er in strahlender Lichtfülle diese Erde verließ und dem Reich Sich zuwandte, von dem Seine Seele ihren Ausgang genommen hatte - Denn Er kam aus dem Reiche des Lichtes, Er war bei Gott, und Er kehrte wieder zu Gott zurück, Dessen Kind Er war und blieb, mit Dem Er Sich völlig verschmolzen hatte. Und es war also die Himmelfahrt der letzte Beweis, daß Ich nicht von dieser Erde war, sondern herniedergestiegen bin aus einem Reich des Lichtes und der Herrlichkeit, das nun auch wieder Mein Ziel war und das auch ewig euer Ziel sein und bleiben wird, denn auch ihr sollet zurückkehren zum Licht, ihr sollt durch den Zusammenschluß mit Mir wieder Mein Licht und Meine Kraft in aller Fülle entgegennehmen dürfen und also auch auferstehen und auffahren zum Himmel, in eure wahre Heimat -"

Es geht hier also speziell um die Himmelfahrt Jesu. Es folgt ein schon aus einem anderen Punkt bekanntes Zitat aus BD8250, allerdings in etwas erweiterter Form:

"Doch immer wieder muß gesagt werden, daß die Ewige Gottheit nicht personifiziert werden kann - daß Sie also nicht anders vorstellbar ist, als Kraft, Welche die ganze Unendlichkeit erfüllt - Diese Kraft ist nicht zu begrenzen und kann also auch nicht als "Form" gedacht werden - aber Sie kann eine Form gänzlich durchstrahlen - Und der Vorgang einer gänzlichen Durchstrahlung mit göttlicher Kraft hat stattgefunden bei dem Menschen Jesus - Er war voller Liebe, und Liebe ist die Ursubstanz der Ewigen Gottheit - die unausgesetzt ausgestrahlt wird in die Unendlichkeit, ..." (WS unterschlägt in "Form gänzlich durchstrahlen - Und der" das hier zweite und vierte Wort, schreibt das hier fünfte Wort zu Beginn groß, ändert, ergänzt im Original nicht vorhandene Satzzeichen, läßt vorhandene weg und verschweigt den noch nicht beendeten letzten Satz. Man beachte die Unterschiede zum von ihm bereits zitierten Teil in seinem Punkt "Gottheit")

Weiter zitiert er aus derselben Kundgabe:

"... diese göttliche Liebekraft also durchstrahlte die menschliche Form Jesus, und also manifestierte sie sich in Ihm, das Urwesen Gottes nahm Aufenthalt im Menschen Jesus und also wurde Gott "Mensch" .... und da Jesus gänzlich erfüllt war von der Ursubstanz Gottes, wurde Er "Gott" -" (WS verschweigt den nicht ganz zitierten Satzbeginn des ersten Satzes, wenn es hier auch nur ein "Und" ist das er so gewissermaßen unterschlägt zudem er "diese" zu Beginn groß schreibt. Ferner läßt er das vierte und zehnte Wort im obigen Ausschnitt wegfallen, später formuliert er weiter einen Satz unnötigerweise um)

Schließlich kommt er nach einigen Kommentaren wieder auf BD7816 zurück und zwar auf haargenau die Stelle, die er oben bereits zitiert hat. Vielleicht hatte er dieses ja zu jenem Zeitpunkt schon vergessen?

Nun folgt aus BD7781:

"... , weil eine Seele des Lichtes zur Erde herabstieg, in der Ich Selbst Mich verkörpern konnte; denn diese Seele zog Fleisch an -" (Lediglich kleine Unkorrektheiten)

Es folgt aus BD8463:

"Seine Seele war rein und makellos, sie kam aus den höchsten Lichtsphären in die finstere, sündige Welt, ..." (Verschwiegenes Satzende)

Hierzu ein wenig Textzusammenhang:

"Seine Seele war rein und makellos, sie kam aus den höchsten Lichtsphären in die finstere, sündige Welt, sie kam zu einer Menschheit, die sündig war durch den einstigen Abfall von Gott und die auch im Erdenleben sündigte, weil sie unter dem Einfluß des Gegners stand, der sie ständig antrieb zur Lieblosigkeit und dem sie deshalb nicht widerstehen konnte, weil sie völlig geschwächt war durch die Last der Ursünde -"

Die Frage ist, ob dies auf die reine Gottheit weniger zutreffen kann. Sicherlich geht es aber um Jesus. Es folgt weiter aus noch derselben Kundgabe:

"Was aber die Seele [Jesu d.Zit.] erduldet hat in dem Bereich des Fürsten der Finsternis, ausgeliefert seinen Knechten und Helfershelfern, das ist unfaßlich für euch Menschen, denn sie kam aus einer göttlichen, lichtvollen Sphäre und stieg hinab in die Hölle, ..." (Es wäre überraschend, wenn WS diesmal den nicht zuende zitierten Satz gekennzeichnet hätte. Abgesehen von Kleinerem und diesem richtig wiedergegeben)

Aus BD7083:

"Denn Seine Seele kam aus dem Reiche des Lichtes herab in die Finsternis." (100% richtig zitiert!)

Noch ebendort abschließend:

"Und auch Dessen Seele litt unbeschreiblich, weil sie aus dem Lichtreich kam und schon die Finsternis auf Erden für sie eine unbeschreibliche Qual bedeutete -" (Nahezu korrekt zitiert)

Hierzu sei noch der Textzusammenhang erwähnt:

"Zwar vollbrachte Ich Selbst das Werk der Erbarmung, weil auch der Mensch Jesus ohne Liebe nicht wäre fähig gewesen, dieses Maß von Leiden und Qualen auf Sich zu nehmen - doch wiederum konnte die "Gottheit" nicht leiden, und darum mußte das Maß von Schmerzen und Leiden eine leidensfähige Seele ertragen, ein Mensch, Dessen Körper schmerzempfindlich war und Der also gleichsam sühnte, was die gesamte Menschheit an Gott schuldig werden ließ. Und auch Dessen Seele litt unbeschreiblich, weil sie aus dem Lichtreich kam und schon die Finsternis auf Erden für sie eine unbeschreibliche Qual bedeutete - Der Mensch Jesus war "Mein Sohn, an Dem Ich großes Wohlgefallen hatte -" Er war Mir mit allen Sinnen, mit all Seiner Liebe, zugewandt, Er bewegte Sich inmitten der sündigen Menschheit, und Seine Seele suchte unausgesetzt Mich, Seinen Gott und Vater von Ewigkeit, Seine Liebe zwang Mich zu unausgesetztem Einfließen in Ihn, und so also konnte die Einigung stattfinden von Mensch und Gott, oder auch: Die "Menschwerdung Gottes" konnte erfolgen in völlig gesetzmäßiger Ordnung. Denn niemals konnte Ich Mir eine menschliche Hülle zum Aufenthalt wählen, die nicht pur Liebe gewesen wäre, weil Ich Selbst Mich nicht mit etwas Unreinem hätte verbinden können -"

Auf Lorber-Seite macht WS zu Beginn erneut wie im letzten Punkt schon RB I 126:1 und 129:5 geltend, liefert aber hier eine Art als Zitat getarnte Zusammenfassung mit eigenen Worten:

"Jesus der Gekreuzigte ist Gott der Allmächtige Selbst"

Zur Erinnerung, im vorigen Punkt hörte sich das so an:

"Jesus, der Gekreuzigte, ist allein Gott über alle Himmel und über alles, was den unendlichen Raum erfüllt. ... ... ... (129:5) Jesus, der Gekreuzigte, ist nicht nur der Sohn des lebendigen Gottes, sondern Gott, der Allmächtige Selbst, in aller Fülle der urewigen Allkraft."

Es folgt ebenfalls wie schon im vorherigen Punkt GS II 13:3 und dies ebenfalls in den Worten des Herrn Schlätz "zitiert":

"Jesus ist der wahrhaftige allereigentlichste Gott als Mensch, aus dem alle Gottheit hervorgeht"

Nochmal zum Vergleich der Originalauszug:

"Jesus ist der wahrhaftige, allereigentlichste, wesenhafte Gott als Mensch, aus dem erst alle Gottheit, welche die Unendlichkeit erfüllt, als der Geist Seiner unendlichen Macht, Kraft und Gewalt gleich den Strahlen aus der Sonne hervorgeht. - Jesus ist demnach der Inbegriff der gänzlichen Fülle der Gottheit..."

Nun kommt er sogar ebenfalls mit eigenen Worten zusammenfassend auf zwei Punkte des Themas "Seele" zurück, nämlich GEJ VIII 24:11 und GS II 79:13f, die wer will unter diesem Punkt nochmal nachsehen kann. Weiter verweist er auf RB I 126:3, die er ebenfalls nur versucht mit eigenen Worten wiederzugeben. Nach einem seiner Kommentare ohne direkte Quellenangabe kommt er zu GEJ VII 122:13, dem ersten tatsächlichen Zitat in dieser Spalte:

"... ; aber du siehst Mich, einen dir ganz ähnlichen irdischen Menschen, für den allein wahren Gott an! Merkst du denn nicht, daß Ich auch geboren wurde und bin aus Fleisch und Blut und Seele ein dir gleicher Mensch?" (Verschleierter Satzanfang, als letztes Wort eingeschobenes "bin")

Nun kommt er wieder auf GS II 13 zurück, diesmal aber den 8.Absatz:

"Aber nun höret: Diesem unendlichen Wesen Gottes hat es einmal wohlgefallen, und zwar zu einer Zeit, in welcher die Menschen am wenigsten daran dachten, Sich in Seiner ganzen unendlichen Fülle zu vereinen und in dieser Vereinigung anzunehmen die vollkommene menschliche Natur!" (Nahezu korrekt zitiert)

Desweiteren zitiert WS JJ 298:18 und 299:3-5, wobei der Zahn der Zeit und die Auffindung eines vergessenen Kapitels dazu führte, daß dies nun 299:18 und 300:3-5 sind, desweiteren zitiert er statt aus dem angekündigten Absatz 18 doch lieber aus Absatz 19:

"... , als Sich der Gottgeist nach und nach stets mehr und mehr einte mit Seiner freilich göttlichen Seele, welche da war der eigentliche Sohn. ... ... ...

(300:3-5): Dazu aber hatte Er den größten Drang in Seiner [göttlichen d.Zit.WS] Seele, zu herrschen über alles.

Stolz, Herrschlust, vollste Freiheit, Sinn fürs Wohlleben, Weiberlust und dergleichen mehr, also auch Zorn, waren die Hauptschwächen Seiner [göttlichen d.Zit.] Seele.

Aber Er kämpfte aus dem Willen der [göttlichen d.Zit.] Seele gegen alle diese gar mächtigsten tödlichsten Triebfedern Seiner [göttlichen d.Zit.] Seele." (2.Absatz, 2.Wort verschwindet bei Schlätz, ebendort "vollste Freiheit" ersetzt er lieber durch "...", was auch zulässig ist, wenn auch inhaltlich etwas seltsam, auch da er weiter hinten "und dergleichen mehr" kommentarlos wegfallen läßt, desweiteren Ungereimtheiten bei der Zeichensetzung)

Da frage ich mich schon, was Herr Schlätz eigentlich unter einer göttlichen Seele versteht, wenn er dieses Wort viermal zusätzlich in das Originalzitat einzufügen müssen meint. Deswegen ist hier für mich schon noch die Frage ob nicht 299:19 geradezu auf die BD-Auffassung hinauslaufen könnte. Weiter liefert WS dann auch gleich einen eigenen Kommentar und kommt dann wieder zur GS II 13, diesmal Absatz 11:

"Er, der Allmächtige, läßt sich sogar verfolgen, gefangennehmen und dem Leibe nach töten von Seinen nichtigen Geschöpfen! Saget mir: Könntet ihr euch eine unendlich größere Liebe, eine größere [der Gottheit d.Zit.] Herablassung denken, ..."

Weiter zitierte er aus "Der Schwache" Vers 7, das ich leider nicht besitze und daher ausnahmsweise ungeprüft übernehme. Da es auch nichts Sensationelles aussagt, wird es keine besondere Rolle zu spielen haben:

"Und diese nun mit aller Schuld überladene LIEBE (Gottes) mußte Sich im Gegensatz zu der HEILIGKEIT Gottes, vermöge der an Sich genommenen allgemeinen Schuld oder Sträflichkeit eben bis auf den alleräußersten Punkt aller Punkte demütigen, (um alles zu erlösen)."

Folgend kommt WS kommentierend wieder auf JJ und zwar im wesentlichen die bereits zitierten Stellen zurück, weswegen ich das hier auch wieder einmal unterschlagen möchte. Jetzt kommt Schlätz wieder, ich möchte fast sagen, weil es doch so schön ist, auf GS II 13 zurück, diesmal Absatz 5-7(tw.), die ich hier in einem Stück zitieren möchte, statt in mehreren und dann noch durcheinander wie WS:

"Vor der Darniederkunft des Herrn konnte nimmerdar ein Mensch mit dem eigentlichen Wesen Gottes sprechen. Niemand konnte dasselbe je erschauen, ohne dabei das Leben gänzlich zu verlieren, wie es denn auch bei Moses heißt: "Gott kann niemand sehen und leben zugleich!" Es hat sich zwar der Herr in der Urkirche, wie auch in der Kirche des Melchisedek, zu der sich Abraham bekannte, wohl öfter persönlich gezeigt und hat gesprochen mit Seinen Heiligen und Selbst gelehrt Seine Kinder. Aber dieser persönliche Herr war eigentlich doch nicht unmittelbar der Herr Selbst, sondern allzeit nur ein zu diesem Zwecke mit dem Geiste Gottes erfüllter Engelsgeist.

Aus solch einem Engelsgeiste redete dann der Geist des Herrn also, als wenn unmittelbar der Herr Selbst redete. Aber in einem solchen Engelsgeiste war dennoch nie die vollkommenste Fülle des Geistes Gottes gegenwärtig, sondern nur insoweit, als es für den bevorstehenden Zweck nötig war.

Ihr könnet es glauben: in dieser Zeit konnten auch nicht einmal die allerreinsten Engelsgeister die Gottheit je anders sehen als ihr da sehet die Sonne am Firmamente." (Hierbei zitiert WS lediglich "wie es denn auch bei Moses heißt: "Gott kann niemand sehen und leben zugleich!" nicht und macht stattdessen einen falschen Punkt. Ansonsten nahezu korrekt zitiert.)

Hier folgt noch abschließend eine Interpretation des WS über JJ 299:5 und 17, die ich nicht voll und ganz teilen mag.

 


5.3. Sinngemäße Zusammenfassung der Zitate

Auch hier ist es möglicherweise im Sinne der Übersichtlichkeit sinnvoll eine sinngemäße Zusammenfassung der oben angeführten Zitate anzulegen:

- BD7816: Der Mensch Jesus wurde von einer Seele bezogen, die quasi "Gottes Sohn" war, ein von der Gottheit erschaffenes höchst vollkommenes und ungefallenes Wesen war.

- BD8189: Jesus kam aus dem Reich des Lichtes. Er war bei Gott und kehrte zu ihm zurück, dessen Kind er war und blieb.

Textzusammenhang: Jesus hat "uns" ein Beispiel gegeben, was ein Mensch erreichen kann in seinem Erdenleben. Sein Wesen ist jetzt gleich dem Urwesen der Gottheit. Jesus ist in seinem Erdenleben völlig mit Gott verschmolzen. Auch "wir" sollen zum Licht zurückkehren, durch den Zusammenschluß offenbar mit der Gottheit und auffahren zum Himmel.

- BD8250: Die ewige Gottheit kann nicht personifiziert werden, sie ist nicht anders vorstellbar, als eine nicht begrenzbare formlose Kraft. Die Ursubstanz der ewigen Gottheit ist Liebe.

Die Form Jesus wurde von der göttlichen Liebekraft durchstrahlt, die sich dadurch in ihm manifestierte. So nahm das Urwesen Gottes Aufenthalt im Menschen Jesus, so wurde Gott "Mensch" und Jesus "Gott".

- BD7781: (Es war eine Verbindung vom Lichtreich zur Erde geschaffen, weil) Eine Seele des Lichtes stieg zur Erde herab, in der "ich" mich selbst verkörpern konnte, da diese Fleisch anzog.

- BD8463: Jesu Seele war rein und makellos und kam aus den höchsten Lichtsphären. Jesu Seele erduldete auf der materiellen Erde, im Bereich des Fürsten der Finsternis Unfaßliches.

- BD7083: Jesu Seele kam aus dem Reich des Lichtes hinab in die Finsternis. Dessen Seele litt unbeschreiblich deswegen.

Textzusammenhang: Die Gottheit vollbrachte das Werk der Erbarmung, weil der Mensch Jesus in seiner Leidensfähigkeit dazu nicht kraftvoll genug gewesen wäre. Die Leiden mußte eine leidensfähige Seele ertragen, da die Gottheit nicht leiden kann. Auch der Körper der Seele litt.

- RB I 126:1 und 129:5: Jesus ist allein Gott über alle Himmel. Jesus ist der Allmächtige Gott selbst in aller Fülle der urewigen Allkraft.

- GS II 13:3-11: Jesus ist der wahrhaftige, allereigentlichste, wesenhafte Gott als Mensch, aus dem erst alle Gottheit, die die Unendlichkeit erfüllt hervorgeht. Vor der Darniederkunft des Herrn konnte kein Mensch mit dem eigentlichen Wesen Gottes reden, sondern nur mit teilweise mit dem Geist Gottes erfüllten Engeln. Aus diesen redete der Geist des Herrn nur als wäre er es selbst. In diesen Zeiten konnten nicht einmal die allerreinsten Engelsgeister die Gottheit anders sehen als in der Gnadensonne. Dem unendlichen Wesen Gottes hat es wohlgefallen, sich in seiner ganzen Fülle zu vereinen und die vollkommene menschliche Natur anzunehmen. Er, der Allmächtige ließ sich von den Menschen töten.

- GEJ VII 122:13: Jesus ist auch geboren worden und wie sein Gesprächspartner Fleisch, Blut und Seele.

- JJ 299:19 und 300:3-5: (+ Textzusammenhang) Das Zunehmen der Weisheit und Gnade der Seele Jesu fand nach dem Maße der Einigung des Gottgeistes mit der göttlichen Seele Jesu statt, die der eigentliche Sohn war. Diese Seele hatte verschiedene Schwächen.

- Der Schwache, Vers 7: Die mit Schuld überladene Liebe Gottes mußte sich im Gegensatz zu der Heiligkeit Gottes bis auf den alleräußersten Punkt aller Punkte demütigen.

 


5.4. Betrachtung

Nachdem Dudde beschreibt, wie Jesus als Geistwesen in seine irdische Existenz eingezeugt wurde, wie es bezüglich Sternenseelen bei Lorber beschrieben steht, geht es WS hier offenbar darum zu belegen, daß Lorber diese Sichtweise ausschließt.

- Der in meiner Zusammenfassung erste Zitatpunkt fällt heraus, da es sich um eine Beschreibung des Zustandes Jesu zur Zeit Robert Blums handelt, also nach dem vollbrachten Erlösungswerk.

- Hier ist wohl GS II 13:8 entscheidend, darum nochmal zur Erinnerung:

"Aber nun höret: Diesem unendlichen Wesen Gottes hat es einmal wohlgefallen, und zwar zu einer Zeit, in welcher die Menschen am wenigsten daran dachten, Sich in Seiner ganzen unendlichen Fülle zu vereinen und in dieser Vereinigung anzunehmen die vollkommene menschliche Natur!"

Wozu hat sich das unendliche Wesen Gottes eigentlich für die Inkarnation in den Menschen Jesus vereinigen müssen, wenn es schon vorher ein Zentrum "Jesus" gab?

- Der dritte Punkt der Zusammenfassung ist schlicht irrelevant, da hier nicht bezweifelt wird, daß Jesus durch Maria geboren wurde.

- Auch bezüglich des vierten Punktes stellt sich mir nicht ganz dar, wo in Duddes Schriften dem widersprochen würde. Es wird dort ausdrücklich betont, welche Last Jesus im Fleisch zu tragen hatte.

- Auch dieses Zitat erschließt sich mir in seinem Sinn nicht ganz, leider kann ich es nicht im Kontext nachsehen. Bezweifelt BD, daß Jesus die Liebe Gottes sei?

Insofern ist so gut wie nichts Stichhaltiges übriggeblieben, das auf einen Widerspruch hinweisen könnte. Dudde spricht oft von der Vorexistenz des Geistwesens Jesu, Lorber tut dies nicht. Ein Widerspruch ist das nicht, sonst wäre das Lorberschrifttum bei gleichen Kriterien ein krasser Widerspruch zur Bibel. Dennoch verbleibt bei diesem wichtigen Punkt die zu erwünschende Klarheit. Die Darstellung Duddes ergänzt das Bild vom Sohn und vom Vater, das wir bei Lorber finden. Vielleicht war es damals noch nicht an der Zeit solches derart klar kundzutun. Andererseits - warum sollte die Zeit damals nicht reif gewesen sein. Ich vermag solches letztlich nicht in seinen Zusammenhängen einzusehen. Wenn Jesus in Joh8:58 einigen Juden bestätigt, daß er eher war denn Abraham ist diese Aussage von beiden Sichtweisen gedeckt. Wenn allerdings in Kol1:15ff geschrieben steht:

"Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung. Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; und er ist vor allem, und alles besteht durch ihn."

könnte das ein Hinweis auf die Schaffung eines frühen Geistwesens sein? Eine Parallelstelle hierzu ist Heb1:6. Eine weitere Bibelstelle ist Joh17:5, die in dieser Frage noch deutlicher wird:

"Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war."

Das bezieht sich vermutlich auf die Zeit vor der nach dem Ursündenfall geschaffenen materiellen Welt. Desweiteren könnte weiter ergänzend GEJ V 267:7ff hier von Interesse sein:

"Sagt der Wirt: "Ja, jetzt verstehe ich das schon immer heller und werde es mit der Zeit hoffentlich noch besser verstehen! Aber jetzt nur noch eine Frage! Sieh, ich kenne doch die Schrift; darin las ich oftmals von Engeln Gottes, die da purste Geister sein sollen! Sind etwa das jene Geister, die sich mit unseren Seelen vereinen sollen, um sie dadurch erst vollends gottähnlich zu machen?"

Sagte Ich: "Zu einem sehr geringen Teile dann und wann ja, wenn Meine Ordnung sie aus ganz besonderen Gründen dazu bestimmt; aber es geschieht so etwas stets äußerst selten. Was aber zu öfteren Malen geschieht und hinfür noch öfter geschehen wird, das besteht darin, daß auch gar viele Engel den Weg des Fleisches also durchmachen werden, wie Ich Selbst als der höchste Geist Gottes ihn nun durchmache, auf daß sie dann Gottes wahre Kinder werden können.

Aber da werden sie sich selbst eine rechte, noch nie in einem Fleische gewesene Seele erwählen und sie in das Fleisch einer reinen Mutter geben, und sie werden dann sorgen für das Weitergedeihen und für die rechte Lebensbildung nach ihrem Lichte und nach ihrer Kraft, auf daß eine solche Seele erstarke für die ewige Einigung mit ihnen.

Nun, das wirst du jetzt freilich noch nicht fassen; aber es wird schon noch eine Zeit kommen, wo du auch solche geheime Himmelsdinge fassen wirst. Aber nun können wir uns hinab ins Haus begeben; denn siehe, es ist einem deiner Nachbarn ein kleines Ungemach zugestoßen, und wir müssen dahin gehen und die Sache wieder gutmachen!""

Noch weiter möchte ich HiG II 42.4.27, hier bis Absatz 12, erwähnen, da es offenbar dem Thema zugehörig ist, wenn es auch meines Ermessens nicht BD-Text aus JL-Text widerspricht. Es erklärt vielmehr die Perspektive wie sie Lorber in dieser Hinsicht auch darstellt und verhilft hier hoffentlich zu weitergehenden thematischen Einblicken. Wie widersprüchlich diese verschiedenen Perspektiven erscheinen können, zeigen die in dieser Behandlung erläuterten Widersprüchlichkeiten innerhalb der Lorber-Texte:

"Zur Frage der Dreieinigkeit. - 27. April 1842

Es steht geschrieben: "Wer Mich sieht, der sieht auch den Vater!" (Joh.14,9). - Bei Markus (13,32) heißt es aber: "Allein von jenem Tage und von jener Stunde weiß niemand; auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater." - Wie können diese beiden Stellen in Übereinstimmung gebracht werden? - Und heißt es nicht auch: "Der Vater ist größer denn Ich."?

Das ist Mir schon eine rechte Anfrage zwar; aber nur hätten die Fragenden zuvor recht emsig versuchen sollen, durch den Hauptschlüssel der Liebe zu erörtern und dadurch in sich selbst zu sehen und zu erfahren und zu bemessen, wie tief sie schon in ihr Inneres gedrungen sind. - Doch es gibt ja noch tausend Stellen, die sie noch lange nicht bis in den Grund des Geistes erkennen, und so bleibt für sie schon noch immer eine Arbeit übrig!

Was sonach aber die vorliegenden Stellen betrifft, da vernehmet und schauet offenen Herzens in die heilige Tiefe Meiner Liebe in euch! - Denn also spricht das Liebelicht:

Der "Vater" ist die reinste "Ewige Liebe in Gott" oder das "Ewige wesenhafte Wort" in Sich Selbst. - Der "Sohn" aber ist das vom Vater ausgesprochene Wort oder der Sich euch wesenhaft im Sohne offenbarende Vater Selbst. Es verhalten sich beide wie ein gedachtes und ein ausgesprochenes Wort, da der Gedanke ist der Grund oder der Vater des ausgesprochenen Wortes, das ausgesprochene Wort aber wieder nichts anderes als der sich offenbarende Gedanke oder der Vater des Wortes selbst. Wenn ihr nun dieses verstehet, so muß es euch ja doch schon sonnenklar sein, daß wer den Sohn siehet und höret, ja auch den Vater notwendig sehen und hören muß, und daß demnach Vater und Sohn eines und dasselbe sind, wie der Gedanke und das danach ausgesprochene Wort - und daß der Vater im Sohne

und der Sohn im Vater ist, wie der Gedanke im ausgesprochenen Worte und das ausgesprochene Wort im Gedanken.

Auch müsset ihr darnach verstehen, warum der Vater mehr ist als das Wort oder der Sohn. Das Wort wäre ja ohne den Vater oder den vorhergehenden Gedanken eine allerbarste Unmöglichkeit! Also ist der Vater als der ewige Zeuger des Wortes mehr als das gezeugte Wort. Wenn aber das Wort gezeuget ist, dann ist es ja doch völlig identisch mit dem Vater!

Und so ihr dies alles verstehet, da meine Ich, es dürfte da wohl fast unnötig sein, euch noch ferner zu erhellen, warum (bei Markus 13,32) "niemand" vom kommenden Tage und der Stunde des kommenden großen Gerichtes über die ganze Erde, im Geiste genommen, etwas weiß, außer allein der Vater - und nicht auch "der Sohn". So ihr nur ein Senfkörnlein groß Verstandes im Herzen (nicht im Gehirne des Kopfes) besitzet, da müsset ihr ja doch auf der Stelle einsehen, daß durch das Wort wohl die Wissenschaft des Gedankens sich kundgibt - aber ist darum das Wort die Wissenschaft selbst? - Daher kann solches wie alles andere ja doch nur der Vater wissen, nicht aber der Sohn, der da gleichsam ist die Zunge im Munde des Vaters.

Damit ihr aber über Vater, Sohn und Geist die volle Anschauung habet, so wisset denn:

Der Gottmensch Jesus war wesenhaft der Vater Selbst oder die Sich mit menschlichem Fleische bekleidende Ewige Liebe und Weisheit Selbst - oder die Fülle der Gottheit leibhaftig.

Das ausgesprochene "Wort" des Gottmenschen Jesus oder dessen Lehre aber ist der "Sohn".

Da aber der Vater schon von Ewigkeit her wußte, was Er tun wird, so war ja der Gottmensch Jesus auch schon von Ewigkeit her "im Vater", manifestierte Sich aber als "Gottmensch" erst dann leibhaftig, da Sich der Vater Selbst offenkundig ausgesprochen hatte!

Saget Mir, begreifet ihr etwa jetzt noch nicht, wie der Sohn und der Vater eines und dasselbe sind? - Solltet ihr aber jedoch noch Skrupel haben, da sehet auf den Geist, der muß euch ja in alle Wahrheit leiten!

[HiG.02_42.04.27,12] Denn derselbe Geist, der da ewig war im Vater (der da ist der urewige Grundgedanke oder die ewige reinste Liebe Selbst) - ist ja doch auch sicher in des Vaters ausgesprochenem "Worte". Wo aber ein Geist, da wird ja doch etwa wohl auch eine und dieselbe Wesenheit sein! Wenn es nicht also wäre, wie hätte da der Gottmensch Jesus von Sich aussprechen können: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben! Niemand kommt zum Vater denn durch Mich!" (Joh.14,6) - was soviel heißt als: Ich bin die Liebe oder der Vater, und die ewige Weisheit oder Gott Selbst, oder der Geist und das ausgesprochene Wort, oder das ewige Leben Selbst, in welchem da wohnet alle Fülle der Gottheit leibhaftig!"

 


6. Altbannung - Neubannung

6.1. Altbannung

6.1.1. Einleitung

WS versucht hier wieder Widersprüche nachzuweisen, was ihm nur bei der Altbannung ansatzweise gelingt. In diesem Punkt kann jedoch durch ein zusätzliches Zitat Klarheit entgegen seiner Annahme geschaffen werden, die Altbannung könne nur von der Seite der göttlichen Ordnung her gesehen werden und nicht von der Seite des aktiv handelnden Gottes.

 


6.1.2. Zitate bei Schlätz zur Altbannung

Nach zwei Kommentaren, die auf seine alten Mißverständnisse aufbauen und also nichts wirklich Neues zum Thema beitragen zitiert er auf BD-Seite abschließend aus einer Kundgabe, BD8216:

"Und so löste Ich die Urgeister auf, also die einst als Wesen hinausgestrahlte Kraft wandelte Ich um, und es entstand die Schöpfung, ..." (WS fügt vor das hier dritte Wort von hinten das Wort "daraus" ein, sowie vor das oben letzte Wort, das nicht im Original vorhandene Wort "materielle" ein, desweiteren Austausch der Kommata durch Gedankenstriche)

Der Textzusammenhang lautet hier:

"Nun aber wisset, daß diese von Mir hinausgestellten Geschöpfe sich wohl in ihrem Wesen verkehren konnten zum Gegenteil - daß sie aber nicht mehr vergehen konnten, sondern bestehenblieben und ewiglich bestehenbleiben - Die Wesen waren in ihrer Ursubstanz Liebe, also Kraft, die, laut Gesetz von Ewigkeit, wirksam sein muß - die nicht ewiglich untätig bleiben kann. Durch die immer größer werdende Entfernung von Mir, die Folge war des Zurückweisens Meiner Liebedurchstrahlung, verhärtete sich die geistige Substanz jener von Mir erschaffenen Urwesen, und diese Wesen also wurden unfähig zum Schaffen und Wirken - Und so löste Ich die Urgeister auf, also die einst als Wesen hinausgestrahlte Kraft wandelte Ich um, und es entstand die Schöpfung, in der die Kraft sich wieder betätigen, also wirksam werden konnte nach Meinem Willen. Und so also könnet ihr mit Recht sagen, die gesamte Schöpfung ist die durch Meinen Willen umgeformten Urgeister - die gleiche Kraft, die Ich ausstrahlte in der Form von ichbewußten Wesen, die nun gewandelt wurden zu anderen Formen, zu Schöpfungswerken jeglicher Art -"

Auf JL-Seite zitiert er nach ebenfalls zwei eigenen Kommentaren abschließend aus GEJ IV 105:1 eine Passage:

"- ebenso gab es dereinst auch urgeschaffene Geister, die auch durch den ihnen verliehenen Reiz zu sehr eigenliebig, selbstsüchtig, hochmütig und am Ende herrschsüchtig wurden, und die Folge davon war, daß sie sich in die purste Materie verwandelten." (Fehler bei den Satzzeichen)

Diese Passage geht wie folgt weiter:

"Sie haben sich abgesondert in große Vereine und stellten sich in für euch nicht denkbar großen Entfernungen auf. Ein jeder Verein wollte von einem zweiten nichts mehr hören, sehen und erfahren, um nur der Eigenliebe so recht weltendick frönen zu können. Durch dieses stets wachsende Eingehen in die Eigenliebe und Selbstsucht, in den dadurch mehr und mehr erwachten Hochmut und in eine absolute Herrschsucht schrumpften die zahllos vielen Lebensformen endlich nach dem Gesetze der Schwere, das sich aus der Eigenliebe und Selbstsucht von selbst entwickelt hatte, zu einem übergroßen Klumpen zusammen, - und die materielle Urzentralsonne einer Hülsenglobe war fertig.

Nun aber gibt es im unendlichen Raume ebenfalls eine Unzahl solcher Systeme oder Hülsengloben, wo überall eine besprochene Urzentralsonne zahllosen Weltengebieten zum gemeinsamen Mittelpunkte dient, und diese Urzentralsonnen sind eben die zusammengeschrumpften Urgeistervereine, aus denen mit den Zeiten der Zeiten alle andern Sonnenalle, Sonnengebiete, Nebenzentralsonnen, Planetarsonnen, Planeten, Monde und Kometen hervorgegangen sind.

Wie aber ging das zu? Seht, in der Urzentralsonne ward vielen großen Geistern der Druck zu mächtig! Sie entzündeten sich zornglühendst und machten sich vom Urdrucke los. Sie flohen förmlich endlos weit von ihrem ersten Vereinsklumpen. Eine Zeitlang schwärmten sie ganz frei und harmlos für sich in aller Ungebundenheit im endlosen Raume umher und machten eine gute Miene, von selbst in die rein geistige Ordnung überzugehen; aber weil sie des Elementes der Eigenliebe nicht ledig werden konnten, so fingen sie endlich auch wieder an, zu einem festen Klumpen zusammenzuschrumpfen, und es entstanden daraus Zentralsonnen zweiten Ranges in einer wie in der andern der zahllos vielen Hülsengloben."

Dieser Zusammenhang wird in dieser Passage noch weiter behandelt, ist jedoch für den Punkt der Altbannung wohl nicht weiter wichtig. Im Übrigen lesen wir hier eine Vorhersage Lorbers auf die Urknalltheorie, dazu eine kleine Abschweifung, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hat:

-1864 stirbt Jakob Lorber und führt das GEJ so formal nicht zuende.

-1916 publiziert Einstein seine allgemeine Relativitätstheorie, allerdings zunächst mit der "kosmologischen Konstante", die noch von einem statischen Universum ausgeht.

-1922 Friedmann findet Hinweise auf ein expandierendes Universum.

-1923 Hubble publiziert die These, daß Andromeda außerhalb der Milchstraße zu lokalisieren ist.

-1927-33 Lemaitre (Priester (!) und Astronom) entwickelt eine erste Form der Urknalltheorie.

-1930 Hubble schreibt die Rotverschiebung von Galaxien der Expansion des Universums zu. Einstein widerruft die kosmologische Konstante.

Und da sage noch einer das Christentum hinke der "aufgeklärten" Wissenschaft hinterher - man muß halt nur die richtigen Bücher lesen.

 


6.1.3. Betrachtung zur Altbannung

Der Widerspruch zwischen Dudde und Lorber, den WS in diesem Punkt sieht besteht offenbar einerseits in der Betonung einer tätigen Altbannung durch Gott bei BD, andererseits aber in einer gesetzlichen Altbannung durch die Schöpfungsordung Gottes bei JL. Doch möchte ich hier HGt I 5:14 zitieren:

"Allein nun erkannten sie sich in ihrer großen Macht und alles überstrahlenden Herrlichkeit und Majestät, und der Oberste der drei, gleich dem Lichte der Gottheit, entzündete sich in seiner Begierde, um sich der Gottheit vollends zu bemächtigen. Durch ihn entzündete sich ein großer Teil der Geister, die durch ihn wurden; und durch sie erbrannte auch die Gottheit in Ihrem Grimme gleich den zwei niederen Geistern der drei und schleuderte die böse Rotte in die Tiefe der Tiefe ihres Zornes."

Das hört sich doch ziemlich nach einer aktiven Handlung der Gottheit an, wenn ich mich nicht irre. Doch in HGt 5:21ff geht es weiter:

"Nun sieh weiter, was alles die Liebe tat, und Gott in der Liebe, und die Liebe in Gott! - Und es dauerte die Liebe der Verlorenen; aber die Gottheit erbebte in Ihrem Grimme, und es ward gehört in allen Räumen der Unendlichkeit Gottes ein großer Donner. Und der Donner drang bis zum Innersten der ewigen Liebe, und die Liebe allein verstand den Donner der Gottheit, und der Donner ward in Ihr zum Worte und sprach: "Alle Macht sei Dir untertan; tue nach Deinem Gefallen und sprich ,Es werde!', und es wird sein!"

Und siehe, die Liebe wurde gerührt bis ins Innerste, und es floß die erste Träne aus dem Auge der ewigen Liebe, und diese Träne floß aus dem Herzen der Gottheit und hieß und heißt und wird ewig heißen die Erbarmung.

Diese Träne ward zum großen Gewässer, und das Gewässer ergoß sich in alle Räume der Unendlichkeit und ergoß sich in die Tiefe der Tiefen des Zornes der Gottheit und milderte das Feuer des Grimmes Gottes.

Und siehe, der Geist Gottes in Seiner Kraft wehte sanft über den Gewässern der Erbarmung, und die Gewässer teilten sich. Und Gott sprach aus Seiner Liebe, und Seine Liebe war das Wort, und das Wort stieg in die Tiefe der Tiefen und schwebte über den Gewässern, und die Gewässer wurden geschieden wie Tautropfen und wurden verteilt in groß und klein nach der Zahl der Verlorenen, die kein Ende hat, in alle Räume der Unendlichkeit.

Und siehe, der letzte Tropfen, der zurückblieb, der war der innerste der Gewässer und war der innerste der Erbarmung; und der wurde nicht verteilt, sondern blieb, wo er übrigblieb, und wurde bestimmt zum Mittelpunkte und zum Schauplatze der größten der Taten der ewigen Liebe.

Und nun siehe: Dieser letzte Tropfen ward geschaffen zur Erde, die du und deine Brüder bewohnen! Und die anderen Tropfen wurden geschaffen zu Sonnen, Erden und Monden aller Art, deren Zahl kein Ende hat; und siehe, so entstanden der sichtbare Himmel mit seinen Sternen, der Sonne, dem Monde und die sichtbare Erde mit den Meeren und festem Lande!"

Demnach gehe ich davon aus, daß dieser Punkt erledigt ist, da die Tatsache einer Altbannung bei Lorber doch sicher niemand bestreiten möchte.

 


6.2. Neubannung - Auflösung unreifer Seelen auf Erden

6.2.1. Zitate bei Schlätz

WS führt hier eine Gliederung in Unterthemen durch, der ich aufgrund der Übersichtlichkeit folgen möchte.

Wieder beginnt der Zitatreigen auf der Dudde-Seite und wieder einmal gibt es nicht mit Quellenangaben versehene Kommentare des Herrn Schlätz, die teilweise auf seine vorhergehende Argumentation zurückgreifen. Da ich die Quelle für das Original oben offengelegt habe, sehe ich mich hier ebenfalls frei wieder einmal nur auf die quellengestützten Argumente einzugehen. Zunächst ist das hier BD8427:

"... , was Auflösen der Erde mit allen ihren Schöpfungen sowie auch aller lebenden Kreatur ... bedeutet - für euch Menschen also ein Ende mit nachfolgender Bannung in der harten Materie ..." (WS kennzeichnet die mittlere Auslassung nicht, sowie auch das Zitatende, Schludrigkeit am Zitatbeginn mit einem fehlenden Komma vor den ersten Wort)

Hier noch der Textzusammenhang:

"Wenn euer eigener Wille sich jedoch dagegen wehret und ihr aus dem Zustand der Finsternis nicht herausfindet, so werdet ihr in ein Netz von Lüge und Irrtum verstrickt sein, das ihr selbst dann nicht mehr zerreißen könnet, weil es euch gefesselt hält und vom Gegner Gottes selbst euch übergeworfen wurde. Und es bleibt dann nur noch die eine Möglichkeit, dem Gegner die Macht zu brechen, d.h., ihm selbst die Möglichkeit zu nehmen, die Menschen auf der Erde zu bedrängen, was Auflösen der Erde mit allen ihren Schöpfungen sowie auch aller lebenden Kreatur bis hinauf zum Menschen bedeutet - für euch Menschen also ein Ende mit nachfolgender Bannung in der harten Materie und einem Umformen sämtlicher materiellen Schöpfungen zwecks Aufnahme des noch gebundenen Geistigen, das sich ebenfalls zur Höhe entwickeln soll auf dieser Erde -"

Es folgt BD7996:

"Und es wird dies ein überaus schmerzvoller Vorgang sein für jene, die nicht glauben, die sich Meinem Gegner ergeben haben, die in dieser Erlösungsperiode nicht ihre Erlösung fanden und die darum den endlosen Entwicklungsgang noch einmal gehen müssen -" (Schlätz macht "schmerzhafter" aus dem hier siebten Wort)

Hier lautet übrigens der nächste Satz:

"Ich möchte sie alle davor bewahren, Ich möchte sie zurückführen und sie in die Gefilde der Seligen eingehen lassen, aber Ich kann Meine Liebe nicht widergesetzlich wirken lassen -"

Dies um dem Mythos vorzubeugen der "BD-Gott" (Zitat Schlätz) sei besonders grausam. BD4807:

"... , dann ist es zu spät für die anderen, dann ist jeder Weg abgeschnitten, und dann gibt es keine Rettung mehr für die Zurückgebliebenen [die nicht materiell entrückt wurden d.Zit.]; dann wird der Abgrund sie verschlingen, dann wird die Erde sie aufnehmen, dann wird alles verhärtet werden und wieder zur Materie, ..." (Falscher abschließender Punkt, weitere Ungenauigkeiten in der Zeichensetzung, sowie im kommentierenden Einschub des WS)

Weiter aus BD7493:

"... , wenn ihm [dem Ungläubigen d.Zit.] nicht gar die Neubannung beschieden ist, ein Los, das so entsetzlich ist, daß der Mensch alles tun sollte, um dieser Neubannung zu entgehen. ... ... ... - Darum sind zahllose Seelen in Gefahr, ihr irdisches Leben zu verlieren, und auch gleichzeitig ihre geistigen Substanzen wieder aufgelöst werden zu einem neuen Entwicklungsgang durch die Schöpfungen der neuen Erde." (Falscher Satzanfang vor "..., ein Los, ...", unterschlagenes Komma am Anfang des Zitats, Nichtkenntlichmachen der mittleren Auslassung, erfundenes "zu" nach "Substanzen", ein dazugedichtetes Komma)

Auch hier sei wegen des etwas sensibleren Themas noch der Textzusammenhang wiedergegeben:

"- Nur wird der Gläubige aus diesem Wissen noch geistigen Vorteil zu ziehen bemüht sein, während der Ungläubige auch diese letzte Zeit ungenützt lässet für seine Seele, was er einmal bitter bereuen wird, wenn ihm nicht gar die Neubannung beschieden ist, ein Los, das so entsetzlich ist, daß der Mensch alles tun sollte, um dieser Neubannung zu entgehen. Darum auch wird ihm immer wieder Kenntnis gegeben davon, es wird ihm das Wissen darüber zugeleitet, was mit jenen Seelen geschieht, die versagen in ihrem Erdenleben und nicht mehr in das jenseitige Reich aufgenommen werden, weil die Zeit beendet ist - Dieses Wissen soll sie anregen zu eifriger Seelenarbeit. Aber die wenigsten glauben daran, und bewiesen darf es ihnen nicht werden - Darum sind zahllose Seelen in Gefahr, ihr irdisches Leben zu verlieren, und auch gleichzeitig ihre geistigen Substanzen wieder aufgelöst werden zu einem neuen Entwicklungsgang durch die Schöpfungen der neuen Erde. Sie könnten noch in letzter Zeit diese Gefahr von sich abwenden, aber sie müssen freiwillig arbeiten an sich, sie müssen - wenn sie nicht glauben zu können vermeinen - mit der Möglichkeit rechnen, daß das ihnen Gesagte Wahrheit ist, und dementsprechend nun leben, und sie würden ein erhebliches Plus für ihre Seelen verzeichnen können und nicht verlorengehen, wenn der Tag des Gerichtes gekommen ist - Amen"

Also gilt die Neubannung in die Materie nur für Menschen, die nicht einmal die Möglichkeit der Wahrheit der mit Jesus in Zusammenhang stehenden Inhalte in Betracht ziehen! Anschließend folgt ein Auszug Aus BD3557 ohne jedes neuerliche Kommentar von Seiten Schlätzs zwischen den Textauszügen:

"- Und gleichzeitig ertönen furchtbare Donner, und die Menschen werden voller Entsetzen inne, ... ... ... , sie suchen zu fliehen und sehen überall das gleiche - aus der Erde hervorbrechende Feuerflammen, vor denen es kein Entrinnen gibt. Und sie finden ein Ende in schrecklichster Art, ..." (Zwischen hier 3. und 4. Wort dichtet WS ein "dann" hinzu, zwischen hier 7. und 8. Wort desweiteren "zurückgebliebenen, ..." inklusive dem Komma, weswegen ich seinen Einschub "(nicht materiell entrückten)" nicht recht zu platzieren wußte, er ersetzt "inne" durch "sein", direkt vor seiner übrigens nicht gekennzeichneten Auslassung, weiter unter"schlätzt" er ersatzlos das hier dritte Wort von hinten)

Hier ebenfalls nocheinmal sozusagen die Vollversion:

"Doch das Erscheinen des Herrn macht einen Strich durch die Rechnung der Gottlosen - Denn plötzlich sehen sie die Schar der Gläubigen sich vom Erdboden erheben und emporschweben zur Höhe - Und gleichzeitig ertönen furchtbare Donner, und die Menschen werden voller Entsetzen inne, daß etwas Furchtbares über sie hereinbricht. Durch den ungewöhnlichen Vorgang der Entrückung erstarrt, sind sie unfähig zu denken, sie suchen zu fliehen und sehen überall das gleiche - aus der Erde hervorbrechende Feuerflammen, vor denen es kein Entrinnen gibt. Und sie finden ein Ende in schrecklichster Art, denn es gibt keine Rettung für die Menschen, die gleich Teufeln auf der Erde wüten und voller Sünde sind."

Nun, auf der JL-Seite angelangt stehen zunächst wieder Interpretationen Schlätzs ohne Quellenangaben. Nach diesen folgt GEJ V 110:5f als erstes Zitat:

"Die sich nach den Erwählten richten werden, für die wird die Erde noch immer ein sicheres Plätzchen haben; ... Die Erde wird darum also fortbestehen, wie sie nach Noah fortbestanden ist, und wird tragen Meine helleren Kinder; nur der zu sehr überhandgenommen habende Unflat wird von ihr entfernt werden und in eine andere [Jenseitige d.Zit.] Reinigungsanstalt kommen, an denen es in Meinem ewig großen Reiche [Sein Reich ist nicht von dieser Welt! d.Zit.] wahrlich keinen Mangel hat und auch ewig nie einen Mangel haben wird." (Schluderei bei seiner Auslassung, Trennung des Wortes "überhandgenommen" durch einen Bindestrich, Einschübe an sich, und seien sie inhaltlich noch so sinnlos, sind formal an sich nicht zu beanstanden, diese sind es jedoch wieder)

Ob diese zitierte Stelle überhaupt zum Thema passt möchte ich mal dahingestellt sein lassen. Es folgt GEJ VIII 48:3, was nun auch sicher das Thema angeht:

"Ihr müsset aber dabei nicht etwa der Meinung sein, als würde dann diese natürliche Erde vergehen und in eine neue umgewandelt werden, sondern nur die Menschen [werden sich innerlich ändern d.Zit.] ..." (WS ersetzt "umgewandelt" in "umgestaltet", kennzeichnet sein Kommentar nicht ausreichend, zweites Wort wird zu "müßt")

Hierzu zitiere ich einmal mehr den Originalkontext:

"(Der Herr:) "Aber nun sehet, wie die Sonne bereits alles mit ihrem Lichte zu durchdringen anfängt, und ihr sehet die finsteren Horden nach allen Seiten hin fliehen, nur dahin nicht, von woher die Sonne kommt! Vor ihrem Lichte schwindet nun alles und sinkt in das Reich der Vergessenheit.

Nun aber sehet noch einmal hin, und ihr ersehet, wie aus den lichten Wölklein sich eine neue Erde bildet! Was wohl stellen die lichten Wölklein dar? Es sind das Vereine von lauter solchen Menschen, die von der göttlichen Wahrheit durchleuchtet sind. Und sehet, nun rücken diese Vereine enger und enger zusammen und bilden so einen großen Verein, und sehet, das ist eben die neue Erde, über der sich ein neuer Himmel ausbreitet voll Licht und Klarheit!

Ihr müsset aber dabei nicht etwa der Meinung sein, als würde dann diese natürliche Erde vergehen und in eine neue umgewandelt werden, sondern nur die Menschen werden durch die Vollaufnahme der göttlichen Wahrheit in ihre Herzen als wahre Brüder und Schwestern in Meinem Namen unter sich eine neue geistige Erde schaffen.

Auf dieser neuen Erde werde Ich Selbst dann sein und herrschen unter den Meinen, und sie werden mit Mir Umgang pflegen und Mich nimmerdar aus ihren Augen verlieren.

Aber betrachtet nun auch nebenbei die alte Erde! Seht, wie aus der neuen Erde in stets dichteren Strömen Lichter hinab auf die alte Erde schweben und diese so entzünden, daß sie wie in vollen Flammen zu stehen scheint! Da sehet ihr gar viele Tote wie aus den Gräbern hervor ans Licht gehen, und wie sie auch bald bekleidet werden mit dem Gewande der Wahrheit und dann auch aufwärtsschweben in das Reich der neuen Erde.

Aber zugleich merket ihr auch, wie noch ein gar großer, finsterer Teil sich auch bestrebt, das Gewand des Lichtes über sein schwarzes anzuziehen und daraus und damit aus Eigennutz und aus Herrschsucht abermals ein neues antichristliches Heidentum zu schaffen; aber Ich Selbst lasse Meinen Zorn über sie hereinbrechen, das ist das Feuer Meiner Wahrheit, und Meine Engel der neuen Erde fallen wie mit flammenden Schwertern über sie her und schlagen jede weitere finstere Bestrebung in die Flucht und in den Abgrund der gänzlichen Vernichtung.

Dies ist dann das allerletzte und größte Gericht um tausend Jahre später. Diese Zeit wird genannt werden Mein tausendjähriges Reich auf Erden, das durch dies allerletzte Gericht auf eine ganz kurze Zeit noch einmal eine kriegerische Unterbrechung haben wird; aber der Sieg wird ein baldiger und für alle künftigen Zeiten ein gänzlicher sein. Von da an wird aus den Himmeln und aus der Erde ein Hirt und eine Herde werden. Der Hirt werde wie allzeit Ich sein, und die Herde werden die Menschen auf Erden ausmachen im vollen Vereine mit den Seligen in Meinen Himmeln.

Denn diese Letztgenannten werden wieder so, wie es in den Urzeiten der Menschen auf dieser Erde war, sichtbar mit den Menschen auf der Erde verkehren. Aber bevor das geschehen wird, wird auch die natürliche Erde ganz mächtige Umgestaltungen erleiden. Große Länder und Reiche, die jetzt noch das große und tiefe Meer bedeckt, werden zum fruchtbarsten Boden emporgehoben werden, und gar viele jetzt noch sehr hohe Berge werden erniedrigt und mit ihren zerbröckelten Spitzen gar viele tiefe Gräben und Täler ausgefüllt werden und ein fruchtbares Land bilden."

Mit RB II 190:5 folgt nun das nächste Zitat bei Schlätz:

"Soll Ich denn alle Hierarchien durch ein Feuer vom Himmel mit einem Schlage vertilgen? Das geht nach dem großen Werke der Erlösung wohl nicht mehr! Keine allgemeine Sündflut und kein Untergang Sodoms und Gomorras mehr!" (Aus "... vertilgen? Das geht nach ..." wird durch WS zu "... vertilgen? - O das geht im allgemeinen nach ..." gefälscht, extravagante eigene Schreibweise "Ghomorras" im Zitat)

Die nächste Quellenangabe des abschließenden Zitats gibt Schlätz in Bezug etwas verworren mit der Überschrift des Textes an. Es handelt sich nach derzeitiger Klassifizierung um HiG III 49.04.06,104, allerdings mußte ich mir diese Erkenntnis erst durch Suchen verschaffen:

"... ; denn wo zwei sind, wird schier einer angenommen und der andere ausgeschieden werden - also eine gewaltige Sichtung bis über die Hälfte!" (unklarer Satzanfang, diverse Abschreibfehler)

Hieraus folgert Schlätz in einem Kommentar es würden ca 40% der Menschheit irdisch überleben - in Einzelauslese und ohne große Katastrophe!

 


6.2.2. Zusammenfassung der Zitate

- BD8427: Das Auflösen der Erde mit allen ihren Schöpfungen, sowie auch aller lebenden Kreatur bedeutet für "uns" Menschen Bannung in die harte Materie.

Textzusammenhang: Die Auflösung der Erde geschieht um dem Gegner die Macht über den Willen der Menschen zu brechen.

- BD7996: "Es" wird ein schmerzvoller Vorgang sein, für jene, die nicht glauben, sich dem Gegner ergeben haben und nicht ihre Erlösung fanden.

Textzusammenhang: "Ich" will "sie" "davor" bewahren, kann aber "meine" Liebe nicht widergesetzlich wirken lassen.

- BD4807: Ein Abgrund wird die "anderen" verschlingen nachdem jeder Ausweg abgeschnitten sein wird. Sie werden wieder zu Materie.

- BD7493: Das Los der Neubannung ist entsetzlich. Zahllose Seelen sind in Gefahr wieder aufgelöst zu werden hin zu einem neuen Entwicklungsgang durch die Schöpfungen der neuen Erde.

Textzusammenhang: Der Ungläubige, der auch die letzte Zeit für seine Seele ungenutzt versteichen läßt, wird dies einmal bitter bereuen, wenn er nicht gar neugebannt wird (d.h. nicht jeder Ungläubige wird neugebannt, sondern nur Fälle wo es nicht mehr anders sinnvoll ist). Die Warnungen sollen zu eifriger Seelenarbeit anregen, wenn aber auch nur wenige daran glauben. Wenn sie aber an deren Möglichkeit glauben, werden sie nicht verlorengehen.

- BD3557: Das entsetzliche Ende steht im Zuammenhang mit furchtbaren Donnern und überall aus der Erde hervorstechenden Feuerflammen.

Textzusammenhang: Die Entrückung der Gläubigen macht den Gottlosen einen Strich durch die Rechnung. Dadurch werden sie geschockt inne, daß etwas Furchtbares über sie hereinbricht. Es gibt keine Rettung für die Menschen, die gleich Teufeln auf der Erde wüten und voller Sünde sind.

- GEJ V 110:5f: Wer sich nach den Erwählten (im Gegensatz zu den Berufenen) richten wird, wird auf der Erde noch ein sicheres Plätzchen haben. Die Erde wird fortbestehen, wie sie seit Noah fortbestanden hat. Nur der überhandgenommene "Unflat" wird von der Erde entfernt werden und in jenseitige Reinigungsanstalten gelangen.

- GEJ VIII 48:3: Die natürliche Erde wird nicht vergehen und in eine neue umgewandelt werden, sondern nur die Menschen werden sich ändern.

Textzusammenhang: Es handelt sich um eine Deutung im Zusammenhang der Offenbarung des Johannes. Ausdrücklich wird aber auch auf "ganz mächtige" Umgestaltungen der natürlichen Erde hingewiesen (Absatz 8).

- RB II 190:5: Jesus fragt rhetorisch, ob er alle Hierarchien auf einen Schlag vernichten soll. Danach erklärt er, dies sei nach dem Erlösungswerk nicht mehr möglich, es gäbe keine allgemeine Sündflut mehr und kein Sodom und Gomorrha.

- HiG III 49.04.06,104: Wo zwei sind wird schier einer angenommen und der andere ausgeschieden werden. Dies ist also eine gewaltige Sichtung bis über die Hälfte.

 


6.2.3. Betrachtung

Schlätz hat gezeigt, daß die Neubannung in BD-Texten vorkommt. Demnach kann es ihm hier offenbar nur darum gehen, zu erörtern, inwieweit dieser Vorgang bei Lorber vorkommt oder inwieweit dort Texte stehen, die dem widersprechen könnten.

Auf diejenigen Passagen, die ein Gericht wie zu Zeiten Noahs oder Sodoms ausschließen möchten, läßt sich entgegnen, daß die Neubannung bei BD kein allgemeines Gericht in diesem damaligen Sinne darstellt. Harte Ungläubige und Teufel in Menschengestalt werden gebannt, andere nicht, Jesu Anhänger werden entrückt - es handelt sich durchaus um eine selektive Angelegenheit, eine große Reinigung.

Damit wäre diese Sache eigentlich schon erledigt, ich möchte hingegen noch ErM I 71:5ff zitieren:

"Jeremias prophezeite jahrelang und harrte selbst, manchmal bitter klagend, auf den Erfolg der Prophezeiung; denn was er auf morgen prophezeite, geschah erst nach Jahren; ja bei 23 Jahre mußte er warten, bis seine Prophezeiung hinsichtlich der 70jährigen babylonischen Gefangenschaft an dem jüdischen Volke in volle Erfüllung ging.

Jonas harrte gar vergeblich auf den Untergang von Ninive, so daß er am Ende ganz ärgerlich Mir Meiner Güte wegen Vorwürfe machte. Die Ursache alles dessen aber liegt, wie schon vorhin einmal bemerkt wurde, lediglich in dem Benehmen der Menschen; denn so ihnen ein Gericht angedroht wird, sie aber sich ändern - wenn auch nicht alle, so doch wenigstens einige -, so wird das Gericht aufgehoben.

Wenn unter hunderttausend Menschen nur zehn gerecht werden, so will Ich dieser zehn wegen auch die hunderttausend mit dem Gerichte verschonen. Und wenn unter einer Million hundert Gerechte sind, so will Ich ihretwegen eine ganze Million mit dem angedrohten Gerichte verschonen.

Wenn natürlich die Zahl der Gerechten dabei noch höher steht, so wird das Gericht um desto sicherer aufgehoben, und statt eines allgemeinen Gerichtes wird nur ein spezielles die Hartnäckigsten treffen. Wenn aber weniger Gerechte da sind, dann freilich wird nach einigen noch nachträglichen Ermahnungen das angedrohte Gericht nicht aufgehalten werden.

Nach diesem wohl auseinandergesetzten Sinne kann und darf dann auch nur einzig und allein ein Wiedergeborener zukünftige Ereignisse vorhersagen. Haben die Prophezeiungen nicht dieses Gesicht, so sind sie falsch, und der Prophet war weder ein Wiedergeborener noch ein Berufener, sondern er tat es aus seiner eigenen Macht, wofür er auch seinen Lohn finden wird. Und wenn er auch dereinst zu Mir sagen wird - wie es dergleichen jetzt gar überaus viele gibt -: "Herr, das habe ich ja alles in Deinem Namen und alles zu Deiner größeren Ehre getan!", so werde Ich ihm aber dennoch entgegnen: "Hinweg mit dir; denn Ich habe dich nie gekannt!", d. h. als Propheten und als solchen, den Ich berufen hätte, in Meinem Namen zu weissagen; denn ein Prophet, der ums Geld prophezeit, ist gleich wie einer, der Gott ums Geld dient und Ihn ums Geld anbetet. Solche haben ihren Lohn schon genommen. Daher habe Ich mit ihnen nichts Weiteres mehr zu tun; denn sie waren allezeit falsche Propheten, nur Augendiener und Diener des Mammons und des Beelzebub."

Weiter Ste I 13:26:

"Ich habe daher jetzt ein viel größeres Fernrohr in der Arbeit! Ihr werdet sicher verstehen, was Ich damit sagen will, indem ihr selbst ein wenig daran arbeitet; eine ganze Zentralsonnenscheibe soll zum Objektive dienen. Durch dieses will Ich die Zahl der Täter Meines Wortes genau beschauen. Sollte etwa für die ganze Erde sich ein reiner Zehner darstellen, so will Ich Mein Gericht noch auf tausend Jahre verschieben; wenn aber die Zahl unter Zehn steht, so werde Ich Meine Geduld bis zu einem großen allgemeinen Gericht auf die Zahl der Täter Meines Wortes beschränken, - das heißt für jeden Täter ein Jahr.

Man wird freilich sagen: "Herr! Es gibt ja noch recht viele wohltätige Menschen!"; Ich aber sage darauf: "Ja, es gibt recht viele einhunderttausendstel, einzehntausendstel und eintausendstel, wohl auch einhundertstel Täter Meines Wortes. Wenn Ich sie aber zusammenaddiere, so wird kaum einer daraus!"

Wieso aber? Was ist der, so er Hunderttausende besitzt und gibt davon an die Armen jährlich höchstens den zehntausendsten Teil seines Vermögens und kennt aber dennoch Mein Wort, das Ich zu dem reichen Jüngling gesprochen habe? Frage: Ist ein solcher mehr als ein Zehntausendstel-Täter Meines Wortes? Wahrlich, nach solchen frage Ich nicht; diese werden sich in Meinem Fernrohre auch nicht ausnehmen, sondern nur die Ganzen!

Zu Noahs Zeiten hatte Ich ebenfalls einen solchen Tubus aufgerichtet; und da Ich nicht mehr fand als acht alleinige Täter Meines Wortes, so ließ Ich das Gericht ergehen. Ich fürchte nun, ob Ich bei der gegenwärtigen Beschauung die Zahl Noahs treffen werde, und das aus dem Grunde, weil die Politik und die Industrie diesmal schon einen bei weitem höheren Gipfel erreicht hat als zu den Zeiten Noahs; und was die allenthalben vorkommende Grausamkeit betrifft, so steht Hanoch nicht um ein Haar vor! Nehmt nur die ‚Zwölf Stunden' zur Hand und vergleichet!"

Desweiteren GEJ I 72:1f:

"Diese befragen Mich auch um so manches, was da etwa in Kürze über die Welt, über Jerusalem und über Rom kommen werde. Und ich gebe ihnen gütige Antworten und zeige ihnen, wie in Kürze der geheime Fürst der Welt gerichtet werde und kurz darauf alles, was seines Anhanges ist. Zugleich zeige Ich ihnen auch das Ende der Welt und ein allgemeines Gericht gleich dem zu den Zeiten Noahs, und sie fragen Mich voll tiefen Staunens, wann und wie solches geschehen werde.

Ich aber sage zu ihnen: "Meine lieben Töchter! So wie es zu Noahs Zeiten war, so wird es auch dann sein; die Liebe wird abnehmen und völlig erkalten, der Glaube an eine aus den Himmeln an die Menschen geoffenbarte reine Lebenslehre und Gotteserkenntnis wird in einen finstersten toten Aberglauben voll Lug und Trug verwandelt werden, und die Machthaber werden sich der Menschen abermals wie der Tiere bedienen und werden sie ganz kaltblütig und gewissenlosest hinschlachten lassen, so sie sich nicht ohne alle Widerrede dem Willen der glänzenden Macht fügen werden! Die Mächtigen werden die Armen plagen mit allerlei Druck und werden jeden freieren Geist mit allen Mitteln verfolgen und unterdrücken, und dadurch wird eine Trübsal unter die Menschen kommen, wie auf der Erde noch nie eine war! Aber dann werden die Tage verkürzt werden der vielen Auserwählten wegen, die unter den Armen sich vorfinden werden; denn wo dies nicht geschähe, könnten sogar die Auserwählten zugrunde gehen!"

Und weiter GEJ V 107:4f:

"Denn Ich sage es euch, mit Jerusalem wird der Anfang gemacht werden; aber es werden sich die Menschen nicht kehren nach der Mahnung, die an Jerusalem ergehen wird, und werden verfallen in allerlei Arglist, Welttümlichkeit, Bosheit, Stolz, Lüge, Selbst- und Herrschsucht und Hurerei und Ehebruch. Dann soll erweckt werden ein Volk aus dem tiefen Morgenlande und soll diese Lande überströmen gleich einem großen ägyptischen Heuschreckenzuge und soll zerstören alles: Menschen, Vieh und alle Städte, Flecken, Dörfer und einzelne Wohnhäuser, und soll dann knechten die Völker der Erde weit und breit in Asia, Afrika und Europa, und das so lange, bis über alle Gottlosen ein größeres und allgemeineres Gericht ergehen wird!

Aber alle, die Mir treu verbleiben werden im Glauben und in der Liebe, sollen von dem Gerichte verschont bleiben; denn Ich Selbst werde Mich für sie mit einem Schwerte umgürten und vor ihnen ins Feld ziehen. Meinem Schwerte wird aber jeder Feind weichen müssen! Das Schwert aber wird heißen ,Immanuel' (Gott der Herr mit uns), und seine Schärfe wird sein die Wahrheit und seine große Schwere die Liebe aus Gott, dem Vater Seiner getreuen Kinder. Wer da kämpfen will, der kämpfe mit der Schärfe der Wahrheit aus Gott und mit der Schwere der Liebe aus dem Herzen des Vaters von Ewigkeit!"

Noch weiter GEJ VI 150:15ff:

"Gegen Ende der angezeigten Zeit werde Ich auch stets größere Propheten erwecken, und mit ihnen werden auch die Gerichte sich mehren und ausgedehnter werden. Da werden auch kommen große Erderschütterungen und sehr verheerende Stürme der Elemente, große Teuerungen, Kriege, Hungersnot, Pestilenz und noch viele andere Übel, und, wie Ich schon vorhinein bemerket habe, der Glaube wird - außer bei höchst wenigen - nicht unter den Menschen sein, die im Eise des Menschenhochmutes ganz erkalten werden, und ein Volk wird ziehen wider das andere.

Es werden die Menschen auch gewarnt werden durch Seher und besondere Zeichen am Firmamente, woran sich aber nur die wenigen Meinen kehren werden, während die Weltmenschen das alles nur für seltene Wirkungen der Natur ansehen werden und ausspucken werden vor allen jenen, die noch an Mich glauben.

Aber darauf wird geschehen eine allergrößte Offenbarung durch Meine abermalige Darniederkunft auf diese Erde; aber dieser Offenbarung wird auch schon vorangehen ein allergrößtes und schärfstes Gericht und nachfolgen eine allgemeine Sichtung der Weltmenschen durchs Feuer und sein Geschoß, auf daß dann Ich Selbst eine ganz andere Pflanzschule für wahre Menschen auf dieser Erde werde errichten können, die dann dauern wird bis ans Ende der Zeiten dieser Erde."

Und endlich abschließend GEJ IX 30:6f:

"Den Anfang werden die Juden bald erleben und später auch andere Reiche mit ihren Fürsten und Völkern; nach etwa nicht völlig 2000 Jahren aber wird abermals kommen ein größtes und allgemeinstes Gericht zum Heile der Guten und zum Verderben der Weltgroßen und völlig Lieblosen.

Wie aber das Gericht aussehen und worin es bestehen wird, das habe Ich schon allen Meinen hier mit Mir anwesenden Jüngern mehrere Male geoffenbart, und sie werden es nach Mir den Völkern der Erde verkünden. Wohl dem, der es beherzigen und sein Leben danach einrichten wird, auf daß er nicht ergriffen werde von dem Gerichte!"

 


6.3. Neubannung und Verlust des Ichbewußtseins

6.3.1. Zitate bei Schlätz

Auch diesen Punkt eröffnet Schlätz mit eigenen ungestützten Interpretationen, die teilweise durch vorherigen Schlüsse geprägt sind. Als erstes Zitat lese ich eine Passage aus dem "Titelblatt" eines BD-Themenheftes zur Neubannung in Herausgeberschaft von Wolfgang Kühner, was offenbar ungefähr so aussagekräftig für die Inhalte der BD-Texte ist, wie das Vorwort einer JL-Themensammelausgabe, weswegen ich es hier auch gar nicht anführe. Das erste BD-Zitat ist zu diesem Punkt aus BD5607:

"... , und diese [kleine Schar d.Zit.] ist es, die entrückt wird vor den Augen ihrer Mitmenschen, die dem leiblichen und geistigen Tode preisgegeben sind." (fast korrekt zitiert vom Zitatanfang abgesehen)

Als nächstes zitiert Schlätz aus BD8511:

"Jedes Wesen geht seines Ichbewußtseins wieder verlustig, wenn es als Mensch völlig versagt und dem Lose der Neubannung nicht mehr entrinnen kann - Und es ist dies das Fürchterlichste, was ihm geschehen kann, denn wenngleich es dann, als aufgelöst in unzählige Partikelchen, nicht mehr als ganzes Wesen empfinden kann, wie ihr Menschen es annehmet, so sind es doch unvorstellbare Qualen, ..." (Auslassung des zweiten "als", gefälschter Punkt am Ende des Zitats, kleinere Fehler)

Nach einem kleinen Kommentar das WS hierzu verweist er abschießend mit einer neuen Fußnote auf die Quelle des schon letzten Zitats:

"Verlieret ihr aber wieder das Ichbewußtsein, dann ist auch jegliche Freiheit dahin, ..." (Trennung des sechsten Wortes zu "Ich-Bewußtsein", gefälschter Punkt am Zitatende)

Auf der Seite Lorbers führt er neben wieder unbelegten eigenen Interpretationen zwei Zitate aus RB II 293:13, sowie 294,2+6 aus einem Gespräch des Herrn mit Jesus an:

"So geht zwar wohl der Stoff nicht verloren, aber die eigentümliche Individualität des zuerst begonnenen Werkes ist für ewig vollkommen dahin. Kurz, das erste Ich ist völlig zerstört, und das ist im eigentlichsten Sinn der ewige Tod, ... ... ... An der Beibehaltung der Urindividualität aber liegt gar unaussprechlich viel, ..." (aus dem Ende des hier ersten Satzes "dahin" dichtet Schlätz "dahin und tot", im zweiten Satz wird aus "zerstört" wird "dahin", mittige Auslassung nicht ausreichend kenntlich gemacht, Punkt am Zitatende gefälscht)

"Denn es wäre für manchen die Hölle auf zehnmalhunderttausend Erdjahre mit beibehaltener Erstzeugung besser als der eigentliche ewige Tod. ... ... ... Der Grund solch eines Zustandes ist der konzentrierteste Hochmut, der alle Grade der Selbstsucht und Eigenliebe durchgemacht hat und sich in solch hochgradiger Verdichtung gewisserart selbst erdrückt und so um das Urleben des Geistes gebracht hat. Und eben darin besteht der eigentliche ewige Tod, der das Schlimmste alles Schlimmen ist, ..." (Aus "konzentrierteste" steigert WS noch "allerkonzentrierteste", aus dem hier letzten "der" wird bei WS "welcher", gefälschter Punkt am Zitatende)

Hier halte ich es für sinnvoll den Zusammenhang dieser Textstellen noch etwas umfangreicher abzubilden:

"Sage Ich: "Freund und Bruder! Jedes wahre Leben hat das in sich, daß es unmöglich anders als nur überaus selig sein kann. Ein Leben aber, das der Tod wie ein Scherge einen armen Sünder zum Hochgericht führt, kann nur als völlig geblendet noch irgendeine Lust empfinden. Würdest du es aber entblenden, so würde es zurückschaudern im Erkennen, wohin es sein Begleiter führt. Darum ist es einesteils besser, daß die Menschen der Erde blind und taub sind; denn so mögen sie doch das spannenlange, von Tod zu Tod gleitende Leben mit einiger Scheinruhe genießen.

Ich sage euch: Für viele Millionen folgt ihrem Scheinleben ewig kein weiteres Leben mehr. Denn so gut es ein ewiges Leben gibt, ebenso gibt es auch einen ewigen Tod. Es gibt Bäume auf der Erde, auf denen herrliche Früchte in kurzer Zeit reif werden und keine Blüte vergeblich geblüht hat. Aber es gibt auch Bäume, die zwar reichlich blühen und viele Früchte ansetzen; wenn jedoch solche Bäume saftarm sind und ihre unschmackhaften Früchte lange auf ihren Zweigen behalten müssen, bis sie die erwünschte Reife erhalten, so fallen wegen Mangel an Nahrung und wegen zu langer Reifungsfrist dreiviertel davon vom Baum, bevor sie die Reife erlangen können. Und Ich sage euch: Für die Wiederbelebung solch unreif herabgefallener Früchte ist wenig heilsames Kraut gewachsen. Wenn ein Teil solcher Früchte etwa kurz vor der Vollreifezeit vom Baum fällt, kann man sie sammeln und abliegen lassen, und sie werden dadurch wenigstens eine Notreife erlangen. Aber Früchte, die bald nach der Blüte wegen Mangel an Nahrung von den Zweigen fielen, für die gibt es kein Heilmittel mehr.

Ich will damit aber nicht sagen, daß Kinder, die bald nach der leiblichen Geburt sterben, nicht das ewige Leben erlangen können; denn mit der irdischen Geburt und Reife hat dieses Gleichnis nichts zu tun. Hier handelt es sich um solche Seelen, die auf der Erde in Meinem Gnadenlicht schon überaus schön geblüht und im Anfange gierig den Saft des Lebens eingesogen haben. Als aber dann die notwendige Zeit der Probung kam, verschlossen sie hart ihre Nährorgane und wollten nimmer das freilich herb schmeckende Salz des Lebens einsaugen. Die Folge davon aber war alsbald die volle Abtrennung von den sie nährenden Zweigen und damit der zu jeder Wiederbelebung unfähige Tod. Lassen wir daher solche Früchte taub und blind ihr kurzes Leben genießen, es dauert noch immer lange genug für ihre volle Nichtigkeit!"

Sagt Robert: "Aber so wahr die Sache immer sein wird, kommt sie mir dennoch ungefähr so vor wie ein Gesetz bei den Chinesen und Japanern, vermöge dessen kein Elternpaar mehr als sechs bis sieben Kinder aufziehen darf. Alle über diese gesetzliche Zahl Geborenen müssen ersäuft oder auf eine sonstige Art ums Leben gebracht werden."

Sage Ich: "Mein Freund, das verstehst du noch nicht! Siehe, ein Töpfer formt aus Lehm einen Topf auf seiner Scheibe. Der Topf aber, schon über die Hälfte geformt, mißrät ihm eines zufälligen Umstandes wegen. Was tut da der Töpfer? Er schlägt den halbfertigen Topf zusammen, nimmt den Lehm von der Scheibe und vermengt ihn mit anderem frischem Lehm. Er gibt ihn dann wieder auf die Scheibe und fängt ein anderes, minder heikles Gefäß daraus zu formen an, das ihm auch wohl gelingt. So geht zwar wohl der Stoff nicht verloren, aber die eigentümliche Individualität des zuerst begonnenen Werkes ist für ewig vollkommen dahin. Kurz, das erste Ich ist völlig zerstört, und das ist im eigentlichsten Sinn der ewige Tod, den keine Liebe und keine Erinnerung ans Ursein wiederbeleben kann. Wo aber dies nimmer geschehen kann, da kann auch ewig an keine vollkommene endliche Vollendung mehr gedacht werden. An der Beibehaltung der Urindividualität aber liegt gar unaussprechlich viel, denn ohne sie kann die Kindschaft Gottes nie erreicht werden. Denn eine Zweitzeugung wird ewig keine Erstzeugung mehr."

Sagt Robert, schon knapp an der Wendeltreppe stehend: "O liebevollster, weisester Vater! Es fehlt uns an Worten, Dir für solch eine Aufklärung nach Gebühr zu danken. Man kann sich also im Zustande des ,ewigen Todes' lebend und glücklich sogar in irgendeinem Himmel befinden, nur ist dabei das eigentliche Ur-Ich nicht mehr vorhanden. Oh, das ist ja doch Gnade über Gnade von Dir! Wir verstanden unter dem Ausdruck ,ewiger Tod' festweg die Hölle, aus der ewig kein Ausweg mehr führt. Und, so es schon einen gibt, weil bei Dir doch alle Dinge möglich sind, so, dachten wir, kann dieser unmöglich anders als nur ein höchst beschwerlicher sein. Nun aber bekommt die Sache ein ganz anderes Gesicht. Dank Dir und Liebe für diese herrliche Belehrung!"

Sage Ich: "Es macht mir besondere Freude, daß ihr das alles so wohl aufnehmt. Aber die Gnade bei der Gabe des ewigen Todes an ein verunglücktes Wesen der Welt ist nicht gar so groß, wie ihr meint. Denn es wäre für manchen die Hölle auf zehnmalhunderttausend Erdjahre mit beibehaltener Erstzeugung besser als der eigentliche ewige Tod. Ist aber mit der Hölle dritten Grades auch die Erstzeugung für ewig in Verlust geraten, dann ist sie freilich noch schlimmer als der pure ewige Tod für sich allein.

Soviel Ich aber merke, begreifet ihr nun wohl, was eigentlich der ewige Tod an und für sich ist. Aber das eigentliche Übel dieses Zustands seht ihr noch nicht ein. So muß Ich euch hier beim Hinabsteigen über diese Wendeltreppe noch einiges hinzufügen. Und so höret!

Wer als das, was er uranfänglich war, wegen Verkehrtheit seiner Liebe sich im ersten oder zweiten Grad der Hölle befindet, kann nach vielen bittersten Erfahrungen dennoch wieder das werden, was er uranfänglich war. Sein Bewußtsein wird ihm belassen, seine Erinnerung bleibt ihm, und er kann zur Vollendung gelangen.

Aber so der Mensch durch die Mir unerträglichste Lauheit weder kalt noch warm ist, sich um nichts kümmert, weder um etwas Gutes noch um etwas Böses, - oder es ist ihm das eine wie das andere, so daß er einmal kaltblütig die größten Greuel und so auch manchmal etwas Gutes ausüben kann - dem also gleich ist Gott oder Teufel, Tag oder Nacht, Leben oder Tod, Wahrheit oder Lüge: der ist dem eigentlichen ewigen Tode verfallen. Und er befindet sich damit in der alleruntersten Hölle, aus der in ein- und derselben Urwesenheit kein Herauskommen mehr denkbar ist.

Der Grund solch eines Zustandes ist der konzentrierteste Hochmut, der alle Grade der Selbstsucht und Eigenliebe durchgemacht hat und sich in solch hochgradiger Verdichtung gewisserart selbst erdrückt und so um das Urleben des Geistes gebracht hat. Und eben darin besteht der eigentliche ewige Tod, der das Schlimmste alles Schlimmen ist, weil da das eigentliche Sein ein völliges Ende nimmt.

Solch eine Seele ist dann gänzlich verdorben. Ihre erste Gesamtheit muß durch des Feuers Gewalt in ihre einzelnen Urlebensfunken aufgelöst und darauf, mit ganz neuen gemengt, auf langen Wegen durch die Pflanzen- und Tierwelt eines anderen Planeten in einem ganz fremden Sonnengebiet in eine höchst untergeordnete Form eines Menschen übertragen werden. Auf diese Weise bleibt dann von der Urwesenheit solch einer Seele verzweifelt wenig mehr übrig. Und das ist das eigentlich Schlimmste, denn solch eine Seele kann dann unmöglich mehr je zu Meiner Anschauung gelangen, weil sie dann bloß nur Seele ohne Meinen Geist in ihr ist und bleibt.

Die Sache ist ungefähr so, wie da auch ein unreifer, fauler Apfel in einen Schimmel und Schwamm übergehen kann. Aus solchem aber kann kein Apfel mehr werden, im besten Falle noch eine Schmarotzerpflanze. Und diese hat wohl wenig Ähnlichkeit mehr mit dem Urbaum und mit der Urfrucht. Sagt Mir, ob ihr das wohl vollkommen verstanden habt?"

Sagen alle wie ein Mann: "Herr und Vater, jetzt ist uns alles vollkommen klar! Es ist zwar über den Zustand solch einer selbstischen Verlorenheit nicht viel Erfreuliches zu erwähnen; aber dessenungeachtet sieht doch immer Deine große Liebe und Erbarmung heraus, und bei Dir sind ja alle Dinge möglich. Es kann daher nach freilich undenkbar langen Zeiträumen doch auch für diese Wesen ein Stündchen kommen, in dem sie sich und Dich mehr und mehr urzuständlich zu erkennen und zu lieben anfangen und von da fortschreiten in der Erkenntnis wie in der Liebe."

 


6.3.2. Betrachtung

Hier kann ich auch beim besten Willen keinen nur scheinbaren Widerspruch erkennen. Insofern hat sich dies für mich hier ohne weitere Ausführung erledigt.

 


6.4. Neubannung und Auflösung aller unreifen Seelen im Jenseits

6.4.1. Zitate Bei Schlätz

Es folgt ein weiterer Kommentar des WS, der in doppeltem Sinne irregeht. Als nächstes Zitat folgt ein Auszug aus BD6598:

"Das jenseitige Reich aber wird gleichfalls nur noch ein Reich der Seligkeit sein, denn alles Unselige muß wieder den Entwicklungsgang gehen in unsäglicher Qual, ..." (Gefälschter Punkt am Zitatende)

Hierzu noch etwas Kontext:

"Und wer niemals geistigen Gütern Beachtung schenkte, der wird auch leer ausgehen und ein entsetzliches Los auf sich nehmen müssen - Dann ist eine Erlösungsperiode zu Ende gegangen, dann bricht eine endlos lange Nacht an für das Wesenhafte, dessen Wille verkehrt gerichtet war - Aber eine ungeahnte Seligkeit ist denen beschieden, die Mich anstrebten und irdische Güter verachtet haben - Das jenseitige Reich aber wird gleichfalls nur noch ein Reich der Seligkeit sein, denn alles Unselige muß wieder den Entwicklungsgang gehen in unsäglicher Qual, um aber einmal wieder zu der Freiheit zu gelangen, die es in diesem Erdenleben mißbraucht hat. Einmal kommt für alle Wesen wieder die freie Entscheidung, und an ihnen selbst liegt es, ob sie sich die Zeit der Qualen verlängern oder in kurzer Zeit schon eingehen zur Seligkeit - Aber allen wird geholfen, das Ziel zu erreichen, denn Meine Gnaden schütte Ich aus unbeschränkt, und wer die Gnaden nützet, der ist aller Not und Qual enthoben - Amen"

Dies nur um dem durch den obigen Ausschnitt eventuell wieder aufkommenden Eindruck der Grausamkeit, Ungerechtigkeit und Willkür des "BD-Gottes" entgegenzuwirken. Es folgt abschließend BD7611 und darauf ein weiterer hier wieder nicht wiedergegebener WS Kommentar:

"Solange eine Erdperiode noch nicht abgeschlossen ist, besteht auch diese Möglichkeit [im Jenseitigen Reich langsam zum Himmel zu steigen unter weit schwereren Bedingungen als auf der Erde d.Zit.], weil immer noch das jenseitige Reich offen ist für die Seelen, die unreif abscheiden von dieser Erde. Doch die Pforten zum jenseitigen Reich werden sich schließen, sowie diese Erlösungsperiode ihr Ende nimmt und wieder eine neue beginnt - Denn das Beenden einer alten Epoche bedeutet auch völlige Scheidung der Geister, es bedeutet ein Neueinordnen alles Geistigen in die Außenformen oder Schöpfungen, die seinem Reifegrad entsprechen. Und es wird auch in der letzten Zeit die Hölle alles ausspeien zwecks neuer Bannung, es wird dann auch jede Möglichkeit im jenseitigen Reich vorüber sein, sich fortschrittlich zu entwickeln, ..." (Formal unkorrekter Einschub, Abwandlung von "diese Erlösungsperiode" zu "die Erlösungsperiode", kommentarlose Streichung von "und wieder eine neue beginnt" inklusive so gefälschtem Satzende, ebenso nicht gekennzeichnete Auslassung des hier kompletten dritten Satzes (den ich einmal hierin belassen habe), gefälschter Punkt am Zitatende, sowie ein Abschreibfehler)

Auf der JL-Seite finde ich lediglich drei ungestützte Schlätz-Interpretationen und ein Zitat aus GEJ X 154:10, dem einzigen Lorber-Zitat zu diesem Punkt:

"... , daß es in Meines Vaters Hause sehr viele Wohnungen, - um Mich aber hier deutlicher auszudrücken - sehr viele Lehr- und Korrektionsanstalten gibt, in denen selbst die auf dieser Welt verworfensten Menschenteufel bekehrt und gebessert werden können." (unklarer Zitatbeginn im augenscheinlich offenen Satz, "- um mich hier aber deutlicher auszudrücken -" wird bei Schlätz platzsparend wie klammheimlich zu "d.h.", "Korrektionsanstalten" werden zu "Korrekturanstalten", "bekehrt" wird weiterhin ebenso beiläufig zu "belehrt")

 


6.4.2. Betrachtung

Das einzige Lorber-Zitat schließt die Darstellungen im BD-Text in keiner Weise aus. Von daher hat sich auch dieser Widerspruch sehr selbsttätig verflüchtigt. Wenn im Jenseits noch Menschenteufel gebessert und bekehrt werden können, dann heißt das wohl nicht, daß alle wirklich aus dem Grunde gebessert und bekehrt werden können. Wie sollte das gehen und wozu wäre dann wohl die materielle Schöpfung erst nötig geworden? Im Übrigen frage ich mich nach dem generellen Sinn dieses Zitats, da WS zuvor bereits die Neubannung aus JL-Text belegt hatte.

 


7. Entrückung

7.1. Einleitung

Durch eine nicht quellengestützte Datierung des letzten Gerichts anhand einer einzigen Textstelle bei Lorber kommt Schlätz zu der zweifelhaften Auffassung, daß Entrückung wie bei Dudde dargelegt, erst in Millionen von Jahren stattfinden wird.

 


7.2. Zitate bei Schlätz

Neben seinen inzwischen üblichen unbelegten eigenen Interpretation finde ich hier auf Dudde-Seite drei zitierte Textauszüge, zunächst BD3791:

"Ich entrücke sie lebenden Leibes dieser Erde, die einer totalen Umgestaltung bedarf, und führe sie der neuen Erde wieder zu, so das Umgestaltungswerk vollbracht ist." (aus "bedarf, und führe" wird "bedarf- und ICH führe")

Es folgt BD5607:

"Denn sowie jene [kleine Schar d.Zit.] die Erde verlassen haben, fällt diese der Vernichtung anheim, d.h. alles, was in, auf und über ihr lebt, wird von den Flammen aufgezehrt werden, die aus der Erde hervorbrechen und kein Schöpfungswerk auslassen. ... ... ... die Erde wird sich öffnen und alle verschlingen, die Mir abtrünnig sind und bleiben bis zum Ende.

Es ist der Vorgang der Entrückung nicht faßbar für die Menschen dieser Erde, denn es spielt sich etwas völlig Ungesetzliches ab, etwas Widernatürliches, ... Und dennoch kommt es, wie Ich es euch ankündige .... noch im Leib lebende Menschen versetze Ich an einen Ort des Friedens im Augenblick, ..." (Unzureichende Auszeichnung der Auslassungen inklusive damit verbundener kleinerer Fälschungen, aus dem hier dritten Wort wird bei Schlätz "erstere", wodurch dessen zweiter "korrigierender" Einschub in "verlassen haben (hat)" erst nötig wird, "d.h." wird im Zitieren zu "das heißt," inklusive hinzugesetztem Kommata, aus "Flammen" werden poetischere "Elementarflammen", aus "ankündige" wird die Vergangenheitsform "ankündigte", aus "Leib" wird "Leibe", aus "Friedens im Augenblick," wird "Friedens und das gechieht in einem Augenblick." [Fehler bei Schlätz o. j-lorber.de, d.Autor], solche kleinere Abschreibfehler)

Abschließend wird aus BD3557 zitiert:

"Doch das Erscheinen des Herrn macht einen Strich durch die Rechnung der Gottlosen - Denn plötzlich sehen sie die Schar der Gläubigen sich vom Erdboden erheben und emporschweben zur Höhe - Und gleichzeitig ertönen furchtbare Donner, und die Menschen werden voller Entsetzen inne, daß etwas Furchtbares über sie hereinbricht. Durch den ungewöhnlichen Vorgang der Entrückung erstarrt, sind sie unfähig zu denken, sie suchen zu fliehen und sehen überall das gleiche - aus der Erde hervorbrechende Feuerflammen, vor denen es kein Entrinnen gibt. Und sie finden ein Ende in schrecklichster Art, ..."

Aus den Lorber-Texten wird hier ausschließlich GEJ X 156:5-7 zitiert:

"... bis zur Zeit, in der diese ganze Erde aufgelöst wird durchs Feuer. Denn wie zu der Zeit Noahs werden sie freien und sich freien lassen und sich gar nicht kümmern um die Stimme Meiner Erweckten; diese werde Ich aber dann gleich in einem Augenblick von dieser Erde entrücken und jene mit allen ihren Lieblingen dem alles zerstörenden Feuer preisgeben, zu dessen Entstehung die dermaligen unbußfertigen Weltmenschen selbst das allermeiste beitragen werden.

Und sehet, das wird ein letztes Gericht auf dieser Erde sein, ... Zudem aber müsset ihr freilich nicht denken, daß solch ein Feuer alsogleich an allen Orten und Punkten der Erde zugleich hervorbrechen wird, sondern gleich nur so nach und nach, auf daß den Menschen noch immer zur Besserung Zeit und Raum gegeben wird.

Es entsteht in euch freilich geheim wieder die Frage, was es darauf mit solchen unbändigen Seelen für eine Bewandtnis haben werde. Da denket aber nur daran, was Ich euch soeben gesagt habe, daß es in Meines Vaters Hause [also im Jenseits d.Zit.] viele Wohnungen und Korrektionsanstalten gibt, ..." (Formale Unklarheit zu Beginn und Schluß des Zitats, im hier zweiten Satz fügt WS ein zweites "werden" hinzu, aus "einem Augenblick" wird traditionsbewußt "einem Augenblicke", aus "dermaligen" wird "derzeitigen" gefälscht, aus "alsogleich" wird "sogleich", aus "Zeit und Raum" wird "Raum und Zeit", eine nicht unmißverständlich gekennzeichnete Auslassung, unklarer Einschub, kleinere Schreibfehler und Unstimmigkeiten)

 


7.3. Betrachtung

Aus seinen Interpretationen folgere ich, daß Schlätz die von ihm zitierte Lorber Passage einem weit in der Zukunft ("in Millionen von Jahren") liegenden endgültigen Ende der Erde zuschreibt und daher zu der Meinung gelangt die Darstellung eines nahen derartigen Gerichtes bei BD sei ein Widerspruch zu Lorber. So wird sich die Frage stellen was denn bei Lorber hierzu steht.

Daß er sich der Windigkeit seiner Behauptung zumindest etwas bewußt zu sein scheint zeigt mir die aufschlußreiche, wohlgemerkt nicht klar kenntlich gemachte, Auslassung eines Halbsatzes im zweiten Absatz seines obigen Lorber Zitates. Von "Und sehet, das wird ein letztes Gericht auf dieser Erde sein, zu dem kleine Anfänge bald nach euch werden gemacht werden!" bleibt nur der erste Halbsatz bei Schlätz erwähnt, wobei sich das "euch" auf die Apostel bezieht. Das kann man wohl nicht sehr seriös nennen.

Desweiteren klärt ein Zitat von GEJ X 155:3-5 zudem etwas auf, wie Herr Schlätz möglicherweise auf seinen Zeithorizont von Millionen Jahren kam:

"Und solange irgendeine Schöpfung bestehen wird, wird zur göttlich reinsten Geistheit sich auch ein materieller schöpferischer Gegenstand vorfinden, der gewisserart der reinen Gottheit gegenüber den finsteren Lebensprobe- Gegenstand bildet, womit aber nicht gesagt ist, daß dieser finstere Gegenstand für die ganze Ewigkeit hin finster und böse verbleiben solle, so wenig, als diese ganze Erde und der für euch sichtbare Himmel mit seinen Sternen ewig also verbleiben werden, wie ihr das alles jetzt seht, sondern er wird vergehen und mit den Zeiten der Zeiten gänzlich aufgelöst werden, und an seine Stelle wird eine neue Schöpfung treten. Darum sage Ich zu euch schon jetzt: Sehet, Ich mache alles neu, und ihr alle werdet noch Meine neuen Schöpfungsgehilfen sein!

Ihr seid zwar hier nun sowohl zeitlich als räumlich begrenzt; aber dennoch fasset ihr Ewiges und Unendliches in euch, was ihr freilich jetzt noch nicht ganz begreift, aber einmal vollends begreifen werdet, wie dergleichen auch ein noch so kleines Sandkörnchen in sich faßt. Denn versuche einer von euch, der des Rechnens kundig ist, ein Sandkörnchen zu teilen, und er sage Mir dann, wann er mit der Teilung fertig wird! Ich meine, daß einem jeden noch so Rechnungskundigen solch eine Arbeit etwas zu langweilig werden dürfte, weil er mit ihr ewig nie zu Ende käme. Wie aber selbst in dem kleinsten Ding die Unendlichkeit vorhanden ist, so auch die Ewigkeit.

So Ich denn von der Ewigkeit und Unendlichkeit rede, so müßt ihr das auch in dem rechten Sinne verstehen, - nicht aber, wie es euch euer kurzsichtiger Weltverstand eingibt."

Darin kann ich keine Zeitangabe für das "letzte Gericht" entdecken, es kann aber wohl so mißverstanden werden, wie WS durch seine Interpretation vorführt. Damit hat sich für mich auch dieser an sich lächerliche Punkt erledigt. Aber auch hier noch einige Ergänzungen aus GEJ V in Bezug auf das Ende der Erdmaterie:

(111:3f) "Diese Erde aber wird nach der vorhergesagten letzten, großen Läuterung so wie nun Menschen und Menschen tragen; aber diese künftigen Menschen werden sein um sehr vieles besser denn die jetzigen und werden haben fort und fort Mein lebendiges Wort.

Wenn aber einst die Erde, nach für euch undenklich vielen Jahren, alle ihre Gefangenen wird hergegeben haben, so wird sie dann selbst im Lichtmeere der Sonne in eine geistige umgewandelt werden. Denn das allerunterste Hüls- und Schotenwerk, darin früher die lebendigen Geister und Seelen hausten, gleicht einem Bimse, der, obschon kein eigentliches Lebenselement mehr seiend, doch immer noch eine plump und zerrissen organische Materie ist und eine allerunterste Art gerichteter Geister in sich birgt."

(112:7f) "Natürlich dürft ihr euch die Zeit nicht etwa so vorstellen, als würde alles das etwa schon morgen oder übermorgen vor sich gehen, sondern so ihr für jedes Sandkörnchen, so viele deren die ganze Erde fassen könnte, ein Erdenjahr Zeit nähmet, so reichete das kaum für den Zeitraum des materiellen Erdbestandes aus. Da ist des viel längeren Bestandes der Sonne gar nicht zu gedenken, und natürlich noch weniger des Bestandes einer der ersteren Zentralsonnen, der tieferen Sonnengebietszentralsonnen, und noch um gar außerordentlich weniger ist der für euch nun nie berechenbaren Dauer der Sonnenallzentralsonnen und gar einer Urzentralsonne zu gedenken, - und das auch darum um so weniger, als wie lange die Sonnen noch immer neue Weltkörper, die Zentralsonnen auch noch stets neue Planetarsonnen und die Urzentralsonnen auch noch stets ganze Heere von Sonnen aller Art ausgebären werden.

Aber trotz solcher für euch unermeßlichen Dauer der großen Weltkörper wird dereinst ihre Zeit dennoch aus sein und damit abermals eine Schöpfungsperiode durchgemacht und abgeschlossen sein, wonach dann in einem endlos weit entlegenen Schöpfungsraumgebiet zu einer neuen Schöpfung fortgeschritten wird, an der, wie an zahllosen noch neu erfolgenden, ihr auch euren Tätigkeitsanteil nehmen werdet, begabt mit einer stets größeren Machtvollkommenheit, - aber nur als Meine wahren Kinder!"

Woraus meines Erachtens (111:3) hervorgeht, daß die "letzte grobe Läuterung" nicht mit der endgültigen Auflösung der Erdmaterie gleichzusetzen ist, was eventuell auch noch für Schlätz ein Beweggrund für seine Interpretation gewesen sein könnte.

 



8. Stern

8.1. Einleitung

Schlätz versucht erneut einen Widerspruch aus unbelegten eigenen Interpretationen zu konstruieren.

 


8.2. Zitate bei Schlätz

Zu diesem letzten Punkt in seiner Darlegung der Widersprüche zwischen Jakob Lorber und Bertha Dudde finden sich auf der BD-Seite wieder drei Zitate, davon zuerst BD7405:

"Und so wird sich ein Stern lösen aus seiner gewohnten Bahn und den Weg nehmen zur Erde. ..., doch sein Lauf wird nicht gehemmt, weil die Erde eine Erschütterung erdulden muß, ... ... ... - Und die Erde wird einen Stoß erleiden - ..., doch zu einer völligen Zerstörung wird diese Naturkatastrophe nicht führen, ..." (Alle Auslassungen nicht ausreichend gekennzeichnet, mit den Auslassungen verbundene Satzbaufälschungen, aus "muß" wird bei Schlätz "soll", aus "Und die Erde" wird "Denn die Erde", ein hinzugefügtes Komma)

Die Nummer zwei stellt hier BD7421 (übrigens mit Verweis auf Off16:18 in der Überschrift) dar:

"...: daß ein Stern sich aus seiner Bahn löset und mit Riesengeschwindigkeit auf die Erde zustrebt - ... ... ... von jenem Unheil, das sich euch naht in Form eines Sternes, der aus seiner Bahn geschleudert wird, weil es Gottes Wille ist, daß die Erde von einer Erschütterung heimgesucht werde, ..." (Formal nicht korrekt markierte Auslassung, diverse Satzbaufälschungen, aus "löset" wird "löst", aus "... Sternes, der aus seiner Bahn geschleudert wird, weil ..." wird "... Sternes. Er wird aus seiner Bahn geschleudert, weil ...")

Abschließend kommt WS hier zu BD6341:

"Ein sicheres Anzeichen des nahen Endes ist das Sichtbar-Werden eines Sternes, der sich in der Richtung auf eure Erde zu bewegt und doch eine sonderbare Bahn einschlägt - der oft sich euren Blicken entziehen und dann plötzlich wieder auftauchen wird, denn er ist von undurchdringlichen Nebeln begleitet, die sich ab und zu auflösen, um sich immer wieder aufs neue zu verdichten - ... ... ... denn so sonderbare Erscheinungen auch den Stern begleiten, er kommt der Erde stets näher, und ein Zusammenprall scheint unvermeidlich nach den Berechnungen derer, die sein Erscheinen entdeckten und seinen Lauf verfolgen. Doch Ich habe dies vorausgesagt lange zuvor, daß "Ich euch einen Feind aus den Lüften sende - ", daß eine Naturkatastrophe von größtem Ausmaß euch Menschen noch bevorsteht, die dem letzten Ende - d.h. der Total-Umgestaltung der Erdoberfläche - vorangeht ..." (Aus dem zweiten Wort wird "sicheren", aus "Sichtbar-Werden" wird "Sichtbarwerden", "in die Richtung auf eure Erde zu bewegt" wird zu "in Richtung auf die Erde zubewegt", aus "entdeckten" wird "entdecken", aus "habe dies vorausgesagt" wird "habe auch dies vorausgesagt", "d.h." wird in einem Zitat zu "das heißt", aus "Total-Umgestaltung" wird "Totalumgestaltung", aus dem hier letzten Wort wird "vorausgeht", zusätzliche Abschreib- sowie Satzbaufehler, wobei die Anführungszeichen des Zitats aus der Offenbarung des Johannes auch "bedauerlicherweise" wegfielen)

Auf Seite der Lorber-Inhalte folgt eine WS-Interpretation mit Quellenverweis auf GEJ V 108:2f, wobei ich mir gestatte einen weiteren Rahmen zu zitieren:

"(Der Herr:) "Aber es wird kommen am Ende eine Zeit, in der die Menschen zu einer großen Klugheit und Geschicklichkeit in allen Dingen gelangen werden und erbauen werden allerlei Maschinen, die alle menschlichen Arbeiten verrichten werden wie lebende, vernünftige Menschen und Tiere; dadurch aber werden viele Menschenhände arbeitslos, und die Magen der armen, arbeitslosen Menschen werden voll Hungers werden. Es wird sich dann steigern der Menschen Elend bis zu einer unglaublichen Höhe. Alsdann werden abermals von Mir Menschen erweckt werden, und sie werden verkünden die Wahrheit Meines Namens über zweihundert Jahre lang. Wohl denen, die sich daran kehren werden, obwohl ihre Zahl nur eine geringe sein wird!

Wenn aber auch die Zahl der Reinen und Guten wie zu den Zeiten Noahs sich sehr verringern wird, dann soll die Erde abermals beschickt werden mit einem allgemeinen Gerichte, in welchem weder der Menschen noch der Tiere, noch der Pflanzen geschont wird. Es werden da den stolzen Menschen nichts mehr nützen ihre feuer- und todspeienden Waffen, nichts ihre Burgen und ehernen Wege, auf denen sie mit der Schnelligkeit eines abgeschossenen Pfeiles dahinfahren werden; denn es wird ein Feind aus den Lüften angefahren kommen und wird sie alle verderben, die da allzeit Übles getan haben. Das wird sein eine wahre Krämer- und Wechslerzeit.

Aber was Ich erst jüngsthin einmal zu Jerusalem im Tempel den Wechslern und Taubenkrämern tat, das werde Ich dann im Großen tun auf der ganzen Erde und werde zerstören alle die Kramläden und Wechselbuden durch den Feind, den Ich aus den weiten Lufträumen der Erde zusenden werde wie einen dahinzuckenden Blitz mit großem Getöse und Gekrache. Wahrlich, gegen den werden vergeblich kämpfen alle die Heere der Erde; aber Meinen wenigen Freunden wird der große, unbesiegbare Feind kein Leids tun und wird sie verschonen für eine ganz neue Pflanzschule, aus der neue und bessere Menschen hervorgehen werden!

Fasset dieses wohl! Denket aber ja nicht, daß Ich das alles also haben wolle, und es wäre darum etwa das alles schon also bestimmt! Das alles sei ferne von Mir und euch! Aber es wird also sein, wie vor den Zeiten Noahs: Die Menschen werden von ihren vielen Weltkenntnissen und erworbenen Fertigkeiten einen stets böseren Gebrauch machen und werden ganz freiwillig allerlei Gerichte aus den Tiefen Meiner Schöpfung über sich und am Ende über die ganze Erde heraufbeschwören. Da aber sage auch Ich dann mit euch, Meinen biederen Römern: VOLENTI NON FIT INIURIA! ... ... ...

(GEJ V 109:7) Wollen die Menschen eine abermalige Sündflut, so dürfen sie nur fleißig die Berge ab- und durchgraben, und sie werden dadurch den unterirdischen Wässern die Schleusen öffnen! Wollen sie die ganze Erde in Flammen sehen, so dürfen sie nur fleißig alle Wälder vernichten, und die Naturgeister (Elektrizität) werden sich derart vermehren, daß die Erde auf einmal in ein Blitzfeuermeer eingehüllt sein wird! Werde dann etwa auch Ich die Erde durchs Feuer heimsuchen wollen?! Darum lehret die Menschen weise sein, ansonst sie selbst die Gerichte über sich heraufbeschwören werden! Ich weiß es aber, daß es also kommen wird, und dennoch kann und darf Ich nicht hindernd dagegen auftreten durch Meine Allmacht, sondern nur durch die Lehre. - Verstehet ihr das?"

Nun zitiert Schlätz GEJ VIII 189:6 als erstes tatsächliches Zitat:

"Wenn solches Tun und Treiben durch die Gewalt des Feuers [INDUSTRIE und AUTOS d.Zit.] einmal seinen höchsten Punkt wird erreicht haben, da wird denn auf solchen Punkten die Erdluft auch zu mächtig mit den brennbaren Ätherarten erfüllt werden, die sich dann bald da und dort entzünden und solche Städte und Gegenden in Schutt und Asche verwandeln werden samt vielen ihrer Bewohner; ..." (aus dem ersten "da" wird "dann", satzbaulich unklares Zitatende)

Abschließend zitiert er hierzu GEJ V 109:7, was ich oben schon noch umfassender getan habe und mir an dieser Stelle also spare.

 


8.3. Betrachtung

Zu diesem Punkt legt Schlätz dar, daß bei BD Vorhersagen auf den Einschlag eines "Sternes" auf der Erde in der Endzeit und bei JL Vorhersagen bezüglich von Verwüstungen durch Naturgeister infolge von großen Waldrodungen vorliegen. Daß diese dasselbe meinen sollen oder sich irgendwie sonst gegenseitig widersprechen ist für mich nicht ersichtlich.

Wenn sich übrigens WS über den Begriff "Stern" bei Dudde lustig macht, dann sollte er dieses Thema am besten mit dem Apostel Johannes bezüglich Off8:10f, sowie 9:1 erörtern. Somit ist diese Betrachtung des "Schlätz" abgeschlossen, nicht ohne noch die Bemerkung zu verlieren, daß diese vielen Fehler in jetzt (8/04) nahe zwanzig Jahren "Schlätz" (laut dessen eigener Datierung von 11/84) ruhig einmal hätten ausgebessert werden können. Im Folgenden geht es um weitere ähnliche Streitschriften und inhaltlich neue Wortmeldungen. Für eigene Fehler und Irrtümer bitte ich schon an dieser Stelle um Verzeihung und bitte um Nachricht über dieselben.

Zudem möchte ich an dieser Stelle erklären, daß ich trotz meiner Kritik an seinen Ausführungen Herrn Schlätz achte und ihn mit diesen Ausführungen keinesfalls persönlich angreifen möchte. Diese zu diesem Thema mitunter geistig reif sein sollender Menschen unwürdige Diskussion, braucht allgemein mehr Sachlichkeit, es ist schon von genug Seiten her gegeneinander gewütet worden. Dies gilt auch im Folgenden:

 


9. Jerry Dürr/ Josef Dirks

9.1. Allgemeine Einleitung

Ein weiterer duddekritischer Verfasser, der auf W. Schlätzs oben behandelten Text teilweise aufbaut ist Jerry Dürr. Er steht offenbar im Zusammenhang mit j-lorber.de und diese Abhandlung bezieht sich zunächst nur auf seinen dort zu findenden Text anti-bertha-dudde.htm der in der Fassung vom 11.9.2003 vorliegt. Entgegen der textimmanenten Verlinkung orientiere ich mich hier klassisch von oben nach unten.

 


9.2. Abhandlung

9.2.1. Dürrs Vorbemerkungen

Jerry Dürr ist, wie mir nachträglich mitgeteilt wurde, ein Pseudonym für Josef Dirks. Ich verwende dennoch den Namen, der in meiner Version des Textes verwendet wird.

Dürr legt richtig dar Dudde sei katholisch erzogen worden. Hierzu möchte ich allerdings anmerken, daß sie weiter in ihrer Selbstdarstellung schreibt, dies habe sich nicht mit Druck oder Strenge abgespielt und desweiteren habe sie sich dem katholischen Lehrsystem nicht voll unterwerfen können. Dies sei ergänzt, da hier ein indirektes Feindbild entstehen könnte, das so nicht ganz stimmt.

Weiter kündigt Dürr an "die unverkennbaren Unwahrheiten von Bertha Dudde" würden an dieser Stelle, d.h. wohl in diesem Text nur durch einige Hinweise mehr gestreift werden. Mal sehen, was er also so zustande "streift".

 


9.2.2. Mehrere Urmenschenpaare

In diesem Punkt verweist er lediglich auf den oben behandelten Text von W. Schlätz.

 


9.2.3. Gottesbegriff

Auch hier verweist Dürr zunächst auf Schlätz und dessen bekannte Argumentation. Desweiteren schließt er sich diesem im Gebrauch des Begriffes "ungeschaffenes Gottzentrum" an und wiederholt dieselbe falsche Schlußfolgerung von WS. Desweiteren verweist er auf zwei weitere Internettexte bei j-lorber.de. Von einer tatsächlich hier durch Quellen dargelegten Widerlegung sehe ich weit und breit nichts.

 


9.2.4. Jesus

Auch diesen Punkt des WS klappert Dürr mit einem Verweis, daraus entnommenen Behauptungen und nichts wirklich Neuem ab. Die Argumente, die er hier wiederholt sind sogar so alt, daß er in seinem Verweis auf JJ die seit 1996 neue Zählweise außer acht läßt. Hier schreibt offenbar jemand allzu schnell ab, wie mir scheint.

Allerdings fügt er hier gesondert BD8751 als ganze Kundgabe der Argumentation hinzu, die er in Anlehnung an ihren Titel "Widerlegung" nennt, wobei diese Dramatik hier etwas irreführend ist, da hier eine mehrfache Inkarnation des Urgeistes Jesu widerlegt werden soll, was wiederum hier wohl nicht Thema ist. Desweiteren kann ich der Kundgabe nicht Neues entnehmen und weigere mich auch pauschal ganze Kundgaben zu prüfen, nur weil irgendjemand sie irgendwo in irgendeinem Zusammenhang nennt - das muß auch konkreter gehen! Oder hat diese pauschale Nennung beabsichtigte Intransparenz und somit erschwerte Nachprüfbarkeit der Argumentation zum Grund? Das hoffe ich doch nicht.

Desweiteren führt Dürr BD8463 an um zu belegen, daß bei BD geschrieben steht Jesu sei in die Hölle hinabgestiegen, übrigens eine Vorstellung, die zumindest fast so lange nachweisbar ist wie das Christentum. Wo hier ein Widerspruch sein soll läßt Dürr allerdings offen.

 


9.2.5. Empfang der Kundgaben durch Dudde

Hier löst sich Dürr von Schlätz und legt ausschließlich mit Verweisen auf BD-Kundgaben und weitere Texte dar, daß seiner Meinung nach die Darstellung Dudde habe ihre Kundgaben über den Gottesfunken erhalten, "funktional falsch" sei. Belegen tut er dies allerdings hier nicht. Ein Mißverständnis?

 


9.2.6. Seelen von oben

Hier legt Dürr dar, bei BD seien in BD8751 ungefallene Engel als "nicht gefallene Seelen, die sich als Engel direkt auf Erden inkarnieren". Die simple Stichprobe ergibt, daß dies falsch ist. Der Begriff "Engel" kommt in dieser Kundgabe gar nicht vor. Gezogene Parallelen zu L. Engel sind für mein Belang nicht relevant. Auch scheint es mir wieder Herumreiterei auf dem Begriff der Seele zu sein, der bei BD und JL oft nicht derselbe ist, was aber nicht bedeutet, daß hier inhaltliche Widersprüche vorlägen. Zudem zitiert er hier GEJ V 267:7 mit keinem für mich verwertbaren Ergebnis. Da hilft auch der Verweis auf das Gleichnis vom Gifttropfen (laut Dürr HGt III 184:7f) und die folgende Unterstellung geistiger Vergiftung durch Geister nichts.

 


9.2.7. Geistschöpfung ausschließlich durch Gott und Luzifer

Hier rechnet Dürr BD8797 gegen HGt I 5:12ff auf und beginnt offenbar mit seiner eigenen Argumentation. Die beiden Urschöpfungsgeister Michael und Adam hätten entgegen der Dudde-Kundgabe bei Lorber dargelegt Teilhabe an der Geistschöpfung gehabt.

These eins lautet hier quasi: Gott hat nur mit Luzifer unzählige Wesen geschaffen. Diese steht in BD8797. Nun, was steht denn in BD8797 beispielsweise hierzu?:

"Meine Liebekraft konnte nicht untätig bleiben und ließ unentwegt geistige Schöpfungen entstehen. Doch niemand außer Mir konnte sich an diesen Schöpfungen erfreuen, und das bewog Mich zum Erschaffen eines Ebenbildes - eines Wesens, das genau so geartet war wie Ich Selbst, das nur einen Anfang hatte, während Ich von Ewigkeit war. Ich genoß Seligkeiten ohne Maß durch das Ausstrahlen Meiner Liebekraft in jenes von Mir erschaffene Wesen, das nun, von der gleichen Liebekraft durchflutet, sich ebenfalls schöpferisch betätigen wollte und auch konnte, weil es völlig frei war. ... ... ... .... also ging aus unserer beider Liebekraft ein zahlloses Heer gleicher Wesen aus, die alle in höchster Vollkommenheit standen und überaus selig waren. ... ... ... Ihr vergesset aber, daß alle Urgeister ihren Ursprung haben in Mir und in dem Lichtträger - daß letzterer Meine Kraft nützte zum Erschaffen von allen Geistwesen - daß ihr also aus Mir seid und aus ihm, aber auch, daß sein Wille Meine Kraft nützte, die ihm uneingeschränkt zufloß. ... ... ... Und Mir zur Seite stehen unzählige, auch von ihm erschaffene Wesen, die Mich aber als Kraftquelle erkannten, aus Dem auch er seinen Ausgang genommen hatte. Und diese sind in ihrer Seligkeit verblieben, weil sie unausgesetzt noch Meine Liebekraft empfangen und schaffend und gestaltend tätig sind. Ichbewußte Wesen sind aber nur aus Mir und dem Lichtträger gemeinsam herausgestellt worden, und diese ich-bewußten Wesen bleiben auch bestehen bis in alle Ewigkeit. Nur die einst gefallenen Wesen verloren eine gewisse Zeit ihr Ichbewußtsein, um den Aufstieg aus der Tiefe wieder zurücklegen zu können im aufgelösten Zustand."

Einerseits ist also davon die Rede, daß es auch Schöpfungen gab bevor Gott Luzifer erschuf, andererseits heißt es "Ichbewußte Wesen" seien nur aus Gott und dem Lichtträger gemeinsam herausgestellt worden. Nun kommt es also auf den Inhalt von HGt I 5:12f an, der hier nun folgt:

"Und siehe, da wurden gebildet drei, und aus ihnen gingen hervor sieben! Und die drei waren gleich der Liebe, dem Lichte und der Gottheit; und die sieben waren gleich den sieben Geistern Gottes, und sie heißen und werden ewig heißen: 1. Liebet die Liebe. 2. Fürchtet die Gottheit, welche tötet, - damit ihr nicht getötet werdet. 3. Die Liebe in euch ist heilig; darum achtet euch untereinander, wie euch die Liebe in der Gottheit achtet und Freude hat an euch. 4. Jeder ist sein Eigentum und das Eigentum der Liebe Gottes; daher werde keiner dem andern zum Raube. 5. Keiner verdecke je sein Antlitz vor dem andern, damit der andere nicht wisse, wie die Liebe ist, - damit ihr seid wie die Liebe, die euch werden hieß. 6. Euer Inneres sei auch euer Äußeres, damit keine falsche Regung in euch entstehe und ihr zugrunde gehet. 7. Euer Äußeres sei der getreue Widerschein eures inneren Spiegels, in welchem Sich die Liebe der Gottheit beschaut; sonst wird der innere Spiegel zerbrochen werden und eure Gestalt wird schrecklich werden.

Da donnerte die Gottheit in den unendlichen Räumen den Übertretern ein fürchterliches Strafgericht, und so ward die Anbetung der Gottheit in der allerhöchsten Furcht ihnen geboten, und es ward ihnen geboten die Liebe der Liebe. Und sie wurden hinausgestellt in der höchsten Freiheit und konnten tun, was sie wollten, und nichts soll sie hindern in ihrer Freiheit und bis zur Zeit, da sie sich werden erkannt haben in ihrer Freiheit und ihrer Demut, damit das Gesetz ihr eigenes werde und sie dann vollkommen frei würden."

Hier wird zwar, wie auch im weitergehenden Text, zwar nur davon berichtet, daß drei geschaffen wurden und aus ihnen sieben Geister, dennoch scheint es hier so zu sein, daß Herr Dürr Recht hat, dennoch bleibt die Frage für mich ob sich BD nicht vielmehr auf HGt I 5:6 beziehen könnte, die Folge des "es werde Licht"?:

"Da sah die Gottheit Ihre Herrlichkeit, und die Liebe empfand Ihre Macht. Und da sprach die Liebe in der Gottheit: "Lasset Uns die Gedanken der Herrlichkeit festhalten und heraustreten, daß sie frei werden und Uns empfinden und sehen, wie Wir sie empfinden und sehen und Wir sie empfanden und sahen, ehe noch das Licht ihre Formen erleuchtete!""

Überdies sind "solche" Passagen, wie oben gelegentlich ersichtlich wurde, nicht immer exakt wörtlich zu nehmen, könnte es hier nicht auch so sein? Dennoch bleibt die Sache vorerst unklar.

 


9.2.8. Unsichtbarkeit Gottes für Luzifer

Hier stellt Dürr BD7082 und BD8566 der HGt III 27:18 gegenüber. Hier zunächst Letzteres von 27:2-20:

"Da der Allwissende aber solches doch gar wohl merkte, so wandte Er Sich auch alsobald an den Henoch und sagte zu ihm: "Auch dir können noch Dinge vorkommen, über welche du wie eine Henne über hohle Eier brüten kannst?!

Ich sage dir aber, es soll nicht also sein, daß der Mensch in jegliche Tiefe Meiner Weisheit dringe in der Zeit; denn dazu ist euch von Mir ein ewiges Leben ja bereitet!

Euch wohl will Ich lösen, das euch schwer bedrückt; doch nur euch und niemand and'rem weiter sei's gesagt! Und so denn höret Mich:

Ich bin ein Mann und Weib zugleich in Meiner Gottheit Tiefen; nicht also doch, wie ihr's pflegt zu nehmen, sondern also nur:

Als Mann bin Ich die Liebe ewig selbst, das freie Leben selbst und alle Macht und Tatkraft selbst, darum in jedem Mann als Meiner Liebe vollem Ebenmaße sich die echte Liebe kündet, deren des eitlen Weibes Brust wohl ewig nimmer fähig wird.

In solchem Meinem männlichen Liebe-Ebenmaße ist der Mann denn kräftig auch, Mir gleich, und mächtiger in seiner Brust, denn alle Weiber sind in ihren losen Brüsten, die wohl Säugemilch dem Kindesfleische bieten, doch des inneren Lebens Milch dem Geiste nicht bieten können, da des hohen, starken Mannes Liebe nicht innewohnt ihrer Brust, obschon sie wohl innewohnen könnte, wär' das Weib aus sich so eiteltöricht nicht!

Also bin Ich als Mann von Ewigkeit bestellt aus Mir; ihr möget solches fassen!

Da Ich aber auch im Weibe bin zu Hause, muß Ich da nicht auch das Weib ganz völlig in Mir fassen? - Sicher; hört, wie konnt' Ich sonst ein Weib erschaffen?!

Wie denn aber solches möglich sei, will Ich sogleich euch etwas weise künden; denn im Weibe liegt ja List und Witz, ein scharfer Sinn und Schlauheit stets begraben; also spricht das Weib auch offen nie und pfleget stets ihr Licht und Herz zu bergen, darum auch der locker baut, wer sich der Weiber Brust vertraut.

Also kann Ich aus Meiner Weibessphäre nicht auch gleich verständlich reden wie aus der des Mannes, da der weibliche Teil dem Liebelicht entstammt aus Mir und als die Weisheit, wennschon nicht in sich, so aber dennoch gleich dem Strahlenlichte ist, das hehr dem Urstammlicht entströmt.

Demnach ist denn das Weib in Mir der Weisheit ewig strahlend Licht, das ewig fort und fort in gleicher Kraft und Stärke in der Liebe wird erzeugt.

Diese Weisheit ist der Liebe Gottes ewig eigentümlich unzertrennlich rechtes Weib, mit dem Ich ewig ein'ger Gott doch alle Dinge hab gezeuget und geschaffen, - und kein and'res Weib war ewig je vonnöten Mir, dem ein'gen, ewig wahren Liebegott, dem Mann' von Ewigkeiten her, dem Ersten ewig und dem Letzten ewig!

Ewig zeugte Ich mit diesem Meinem treu'sten Weibe zahllos Milliarden Wesen, die da Mir beschaulich waren, wenn auch keines sich da noch in sich beschauen konnt' und durfte.

Doch auch ewig war in Mir beschlossen, einstens all die endlos viel in Meinem Geist' gezeugten Wesen frei zu stellen, zu erkennen sich und Mich!

Ein Wille ward aus Mir getrieben, und ein übermächtig ,Werde!' drang ihm nach durch all die endlos weiten Tiefen Meiner ew'gen Gottheit Macht und helle leuchtend Walten.

Da ward aus all den ewig vielen ausgegang'nen Strahlen - hört und faßt! - ein wesenhaftes Eins, ein Träger alles dessen, was von Ewigkeit aus Mir, dem Mann und ew'gen Weib, in Eins ist je geflossen in den wesenhaften Strahlen geistig tief, endlos und ewig klar.

Der Träger ist das neugeschaff'ne Weib und ward gestaltet frei zu einem großen Sammelplatze alles wesenhaften Lichtes, das von Ewigkeiten Mir in wesenhafter Fülle ist entströmt, damit in ihm die ausgegang'ne Wesenfülle sich ausreife unter Meiner steten Gnadenstrahlenwärme frank und frei, Mir schaulich gegenüber angenehm durch freies Leben und also auch Mich beschaulich aus dem ihm von Mir gereichten Liebelicht.

Und hört, die Zeugung ist gelungen; ihr beschaut und faßt Mich, euren Schöpfer, schon!

Doch noch ist nicht die Zeit der vollen Reife und der Ernte voll gediehen; große Dinge brauchen große Zeiten auch!"

Das hört sich doch verdächtig nach dem an, was Dürr im letzten Punkt Dudde vorwarf, nämlich daß Gott - hier Milliarden Wesen - mit einem einzigen Weib schuf? Na sowas. Insofern dürfte sich der Widerspruch aus dem letzten Punkt verflüchtigt haben. Aber hier bin ich mit Herrn Dürr ja bereits bei einem neuen Punkt, also nun zu diesem. In Absatz 18 soll also stehen, daß Luzifer Gott "auch sehen" konnte. Es kommt also wohl auf folgende Passage an:

"... , Mir schaulich gegenüber angenehm durch freies Leben und also auch Mich beschaulich aus dem ihm von Mir gereichten Liebelicht."

Aus dieser beziehe ich zunächst wieder auf den letzten Punkt die Erkenntnis, daß Herr Dürr das hier erwähnte Weib offenbar auch mit Luzifer identifiziert. Nun frage ich mich allerdings warum er den letzten Punkt überhaupt erwähnt hat, wenn er diese Stelle doch kannte. Möglicherweise arbeitet Dürr also mit "Trick 17"?

Zu diesem Punkt läßt sich soweit sagen, daß Dürr hier bezüglich dieser Lorber-Textstelle offenbar Recht hat. Nun kommt es also auf den Inhalt der BD-Kundgaben an, zunächst sei BD7082 zum Thema untersucht:

"Das erste Wesen, Luzifer, stand im hellsten Licht - und es konnte sich mit Mir Selbst austauschen, es konnte seine Gedanken auch verkehrt richten, hätte aber auch jederzeit die Möglichkeit gehabt, Mir diese seine verkehrten Gedanken vorzulegen, so daß Ich ihm hätte antworten können. Aber gerade die verkehrten Gedanken dachte er vor Mir verbergen zu können, und es war dies schon eine Schwächung seiner Liebe, die auch eine Schwächung des Lichtes nach sich zog. Und zu den ersten verkehrten Gedanken gehörten also auch die Zweifel an Meiner Macht, weil er Mich nicht zu schauen vermochte - Die Erkenntnis, daß er selbst angesichts Meines überhell-strahlenden Urlichtes vergangen wäre, hielt ihn nicht von dem Verlangen zurück. Er wollte diese Erkenntnis nicht gelten lassen, und er suchte sich selbst in Meiner "Machtlosigkeit" eine Erklärung -"

"... , weil er mich nicht zu schauen vermochte -" ist hier offenbar die Schlüsselpassage, doch zunächst weiter zu BD8566. Hier kann ich keine Aussage finden, die der oben gefundenen gleichkommt und mir für dieses Thema relevant erscheint. Übrigens wäre es sowieso die Pflicht des Herrn Dürr seine Belegstellen exakt zu benennen, wie ich oben schon ausführte. So bleibt es also bei diesen zwei Passagen, was doch auch schon brauchbar sein dürfte.

Nun sollen sich also offenbar "... , weil er mich nicht zu schauen vermochte -" und "... , Mir schaulich gegenüber angenehm durch freies Leben und also auch Mich beschaulich aus dem ihm von Mir gereichten Liebelicht." widersprechen. Allerdings kennen wir die Passagen aus JL in denen die Rede davon ist, daß kein noch so reines Engelwesen Gott vor der Verkörperung Jesu schauen konnte. Wo also liegt hier der Knackpunkt? Ich denke er liegt in dem Wort "... aus dem von Mir gereichten Liebelicht." oder in BD7082 bezogen auf Luzifer: "... und es konnte sich mit Mir Selbst austauschen, ...". Demnach liegt hier meines Erachtens, auch in Anbetracht anderer Lorber Zitate, relativ klar lediglich eine unterschiedliche Formulierung vor und kein inhaltlicher Widerspruch.

 


9.2.9. Wurde Luzifer verführt?

Hier legt Dürr einen Widerspruch zwischen BD8913 und GEJ I 67:3, sowie HGt I 5:14 nahe, der in der Behauptung bei BD bestehe Luzifer sei praktisch von anderen geschaffenen Geistern zum Abfall verleitet worden. Dazu zunächst noch aus BD8566:

"Denn das erst-geschaffene Wesen, das Ich Selbst in aller Vollkommenheit aus Mir herausgestellt hatte, war Mir in tiefer Liebe ergeben, und es fand unbegrenzte Seligkeit im Erschaffen immer neuer Wesen, die sein Wille unter Nützung der Kraft aus Mir ins Leben rief - wie es auch Mein Wille war, denn die Liebe, die jenes Wesen für Mich empfand, hatte auch den gleichgerichteten Willen zur Folge, und es war sonach in der geistigen Welt nichts Unharmonisches, es gab nichts, was Meinem Willen widersprach, es war eine Welt unbegrenzter Seligkeit, denn alles Wesenhafte war erfüllt von Licht und Kraft und konnte schaffen nach eigenem Willen - der auch Mein Wille war, solange Meine Liebekraft alle Meine Geschöpfe durchstrahlte - Dieser vollkommene Zustand aber blieb nicht bestehen .... Denn Ich fesselte das Wesenhafte nicht durch Meinen Willen, Ich gab jedem einzelnen Wesen den freien Willen als Zeichen seiner Göttlichkeit - Und diesen freien Willen hatte auch das erst-geschaffene Wesen - Luzifer - und er hat ihn mißbraucht - Luzifer konnte im freien Willen dennoch das gleiche wollen wie Ich Selbst, und er wäre unbegrenzt selig gewesen und geblieben auf ewig -"

Demnach fasse ich bereits zusammen, Luzifer habe seinen freien Willen mißbraucht. Der Rest ist Rosinenpickerei, also zu BD8913:

"Er ist erst zu Seinem Gegengeist geworden nach undenklich langer Zeit .... nachdem er, durch das Heer der geschaffenen Urgeister angeregt, begann, seinen Willen und sein Denkvermögen zu verkehren."

Vielleicht ist damit der Aspekt des Abfalls gemeint, den die Schöpfungen im Hochmut Luzifers darstellten? Offenbar ist das jedenfalls nicht "die" Meinung im Duddetext, wie weiter oben aufgezeigt. Insofern ist dies auch genausowenig ein Widerspruch, wie die oben bereits gestreiften Widersprüchlichkeiten, aufgrund anderer Betrachtungsweise von ein und demselben, allein innerhalb der Lorberschriften.

 


9.2.10. Adams zunächst androgyne Natur und Besetzung durch Luzifer

Hierzu führt Dürr aus, bei BD würden im Gegensatz zu Lorber heilsgeschichtliche Angaben fehlen, was natürlich als Makel schon fragwürdig ist, da BD sich generell ausdrücklich auf JL beruft und ihn sozusagen voraussetzt. Insofern ist hier von der Anlage schon kein Widerspruch vorhanden. Dürr zitiert nebenbei bemerkt an dieser Stelle zudem Er13, wobei er sich wohl vermutlich eher auf Er53 bezieht.

 


9.2.11. Seele - Geist der Urgeister, aktive oder gesetzliche Bannung

Neben dem abschließenden Verweis auf die Abhandlung Schlätzs über die Altbannung (s.o.) und dessen bekanntem Inhalt bringt Dürr hier neue Quellen. In BD8216 (wie auch darin genannt), so Dürr in seiner Ausführung "behauptet BD, dass die gefallenen Urgeister [dazu gehören wir] nur eine Seele und keinen Geist hatten, in ihre Seelenatome aufgelöst und zugleich in Materie-Atome umgewandelt wurden (=,,Altbannung "; Nr. 8216 BD), woraus die materielle Schöpfung entstanden sein soll (Dudde behauptet, Gott habe die rebellierenden Geister in Materie gebannt. Im Gegensatz dazu wird bei Lorber ausgesagt, daß sie sich selbst so verhärteten, daß sie materiell wurden und daraus das materielle Weltall entstand: jl.ev04.105,01)."

Das sieht schon ziemlich nach der bekannten Argumentation bei Schlätz aus, dennoch hier ein Blick in BD8216 in Hinblick darauf:

"Die Wesen waren in ihrer Ursubstanz Liebe, also Kraft, die, laut Gesetz von Ewigkeit, wirksam sein muß - die nicht ewiglich untätig bleiben kann. Durch die immer größer werdende Entfernung von Mir, die Folge war des Zurückweisens Meiner Liebedurchstrahlung, verhärtete sich die geistige Substanz jener von Mir erschaffenen Urwesen, und diese Wesen also wurden unfähig zum Schaffen und Wirken - Und so löste Ich die Urgeister auf, also die einst als Wesen hinausgestrahlte Kraft wandelte Ich um, und es entstand die Schöpfung, in der die Kraft sich wieder betätigen, also wirksam werden konnte nach Meinem Willen. Und so also könnet ihr mit Recht sagen, die gesamte Schöpfung ist die durch Meinen Willen umgeformten Urgeister - die gleiche Kraft, die Ich ausstrahlte in der Form von ichbewußten Wesen, die nun gewandelt wurden zu anderen Formen, zu Schöpfungswerken jeglicher Art -"

Leider konnte ich in dieser Kundgabe Dürrs Behauptung nicht bestätigt finden. Der Begriff der Seele kommt darin insgesamt auch nicht vor. Insofern scheitert hier derjenige Teil Dürrs Argumentation, der nicht schon oben bei Schlätz erörtert wurde. Natürlich kann mich jeder bezüglich meiner Auslese der Kundgabe verbessern. Die hierzu nötige Kontaktmöglichkeit sei unten dargelegt.

 


9.2.12. Reinkarnation

Hier verweist Dürr lediglich auf andere Texte und belegt nichts selbst.

 


9.2.13. Neubannung unreifer Seelen

Neben einem Verweis auf Schlätz findet sich hier nur die bereits widerlegte Behauptung in BD Texten sei von der Neubannung die Rede, die "alle unreifen Seelen", was auch immer das heißen mag, betreffen würde. Tatsächlich betrifft die Neubannung wie dort dargelegt nur schwere Fälle. Insofern kann auch Übertreibung von Seiten des "BD-Gottes" in diese Texte nicht so einfach dort hineininterpretiert werden, wie es hier wieder getan wird.

 


9.2.14. Entrückung

Auch Dürr setzt wie Schlätz auf zweifelhafte Datierungen des herangezogenen Gerichts, ergänzt aber GEJ X 156:5f durch GEJ XIII 48:7. Diese Stelle wurde oben bereits zum Thema der Altbannung bei Schlätz ausführlich zitiert und ich kann dort nichts entnehmen, was hier zu einer neuen Bewertung der Sache führen müßte.

 


9.2.15. Stern

Auch hier verweist Dürr u.a. auf Schlätz, aber auch auf einen anderen Text und auf die Tatsache, daß BDs Schilderung der vieler Seher gleiche. Ist Dürr hier selbst nicht mehr so von diesem angeblichen Widerspruch überzeugt? Weswegen erwähnt er diesen Punkt dann trotzdem?

 


9.2.16. Fixdatum der Globalkatastrophe

Dürr sieht hier als einen "Fehler" seitens Dudde an, daß sie schreibe (keine Quellenangabe zu BD) der Tag des "großen" Ereignisses stehe fest. Ohne diese Quellenangabe macht es wohl keinen Sinn hier weiterzugehen.

 


9.2.17. III. Weltkrieg

Dürr unterstellt hier den Kundgaben BD2361, BD3318 und BD3371 sinngemäß einen dritten Weltkrieg vorherzusagen. Das, verknüpft wieder mit dem Hinweis auf Parallelen zu "vielen" Sehern, war offensichtlich auch schon der Vorwurf und so ziehe ich auch hier ratlos von dannen.

 


9.2.18. Antichrist eine Personifizierung Satans?

Hier spricht Dürr davon BD kündige in BD7970, BD4029 und BD 8734 eine Personifizierung Satans an. Und, ich zitiere:

"(Anm. d. Hrsg.) In Lorbers Aussagen wird zwar auch einiges über den Antichrist mitgeteilt, aber es ist nicht eindeutig, ob hiermit wirklich ein bestimmter einzelner widerchristlich lebender Herrscher (jl.ev07.184,07 f.) oder eher ein Prinzip im Sinne einer widerchristlich lebenden, sich aber christlich präsentierenden Gesellschaft besonders in der Endzeit gemeint ist. (s. Artikel über den Antichrist bei Lorber)"

Soso, es ist bei JL nicht eindeutig. Ja und? Zumindest versucht er auch hier erst gar nicht einen Widerspruch zu konstruieren wie Schlätz es mitunter tat. Ich möchte an dieser Stelle an die Überschrift Dürrs erinnern, in der er Widersprüche Duddes zu Lorber ankündigte. Ist das ein Widerspruch?

 


9.2.19. Unterstellung des Plagiats und Kritik am BD-Stil

Dürr unterstellt hier ohne jeden Beleg, daß Dudde bei Lorber abgeschrieben habe und wirft die Frage auf, ob sich Gott in seinen Offenbarungen wiederholt. Ein Blick in die Bibel genügt, um dies bejahen zu können. Zudem erinnert Duddes Stil an antisolare Medien, deren unfreie Geister sich praktisch gerne wiederholen und auch Gesagtes wieder vergessen würden, weswegen sie es nochmals wieder kundtun würden. Weiter wirft er Dudde unnötige Detailschilderungen vor, was von anderer Seite auch Lorber "vorgeworfen" wird. Eine gewisse psychedelische Note möchte ich bei BD allerdings nicht bestreiten, das gehört offenbar zum Stil, der in der Endzeit erfordert wird um neue Menschen zu erreichen, so meine These.

 


9.2.20. BD will Lorberwerk ersetzen

Dürr bestreitet hier indirekt das Fortschreiten göttlicher Offenbarungstätigkeit nach Lorber.

 


9.2.21. Abwertung von JL durch BD

Hier ist für mich überhaupt nicht von Belang was Dürr zum Verhalten dieser oder jener Anhänger ausführt. Meines Erachtens nach beruht die Schlammschlacht auf Menschen aus beiden "Lagern". Herrn Dürrs Integrität hat sich übrigens ja auch durch die offenkundige Trickserei oder wahlweise ziemliche Blindheit in der Sache (s.o.), nicht gerade als unbestreitbar herausgestellt. Auch meine kleine Späße gehen vielleicht mitunter zu weit, aber ein wenig Verworfenheit wird auch mir hier hoffentlich noch gestattet sein. Abschließend zu diesem Exkurs verweist Dürr auf GEJ X 240:6 um zu belegen, daß bei wahren Propheten Fehler ausgeschlossen sind. Und ich möchte hier für mich ausdrücklich betonen, daß ich Lorber selbstverständlich zu diesen zähle.

 


9.2.22. Duddes Berufung oder Selbstanbietung

Hier legt Dürr dar, daß seiner Meinung nach Propheten durch Gott berufen würden. Dieser Auffassung folge ich merke allerdings an, daß dies ein Selbstanbieten auch nicht ausschließt wie von Dürr aus BD718 zitiert. Vielmehr sollte hier hinzugesagt werden was auch in der eben erwähnten Kundgabe weiter zu lesen ist:

"Es ist immer zu bedenken, daß wohl mancher sich berufen glaubt und doch nicht die nötigen Voraussetzungen zu solch wichtiger Aufgabe besitzt - in aller Hingebung und Wahrheit nur den Willen des Herrn erfüllen zu wollen. Wer nach Kräften nur das anstrebt, wird auch dem Herrn willkommen sein als Diener."

Auch BD schildert Überraschung und Unglauben als Empfindungen in der Zeit der ersten Kundgaben (s. Themenheft "Wer war Bertha Dudde?", von daher relativiert sich die These von der Selbsterwählung Duddes zum Vatermedium noch weiter bis ins Belanglose dieses Vorwurfs.

Desweiteren wird GEJ VI 176:11 zitiert um zu belegen, daß große Offenbarungen nur "(ca. alle tausend Jahre ein mal)" vorkommen würden, wo allerdings im hier zitierten Text von keinen konkreten Zeitraum die Rede ist, weswegen ich ihn hier auch nicht direkt wiedergebe. Auch hier bleibt Spielraum offen für BD-Kundgaben, wie ich finde. Hieraus nach dem Ausschlußprinzip zu argumentieren, erscheint mir nicht sehr verfänglich. Handelte es sich bei Swedenborgs Texten etwa nicht um "große Offenbarungen"? Was sind "kleine" Offenbarungen? Wenig neue Inhalte oder wenig Quantität?

 


9.2.23. Selbsterhöhung Duddes

Hier bemerkt ein G.G., in Duddes Werken seien eine Reihe von Bemerkungen der Wichtigkeit ihrer Person und ihrer Schreibtätigkeit zu finden. Daß dies, wie hier behauptet, zur Beglaubigung der BD-Schriften diesen soll möchte ich allerdings in Frage stellen. Weiter verweist G.G. auf ähnliches Verhalten bei "allen Medien". Dies ist offenbar zunächst eine Frage des subjektiven Empfindens. Einen Versuch Belege zu liefern und zu vergleichen unternimmt hier niemand.

 


9.2.24. Missionierung durch BD-Anhänger

Hier legt Dürr dar in den Kundgaben BD5374, BD5977 und BD7938 werde zum Missionieren aufgefordert. Trotz des angeführten Lorberzitats kann ich prinzipiell nicht nachvollziehen warum es schlecht sein soll zu missionieren, zumal auch in der Bibel dazu aufgefordert wird. Wo soll hier der Unterschied sein? Vielleicht gibt es aber hier auch einen Unterschied, der im Stil und somit auch in der Zielgruppe der beiden Offenbarungen zu suchen ist.

 


9.2.25. Zweifel verboten?

Die Passagen in denen bei BD zu lesen ist, man dürfe nicht zweifeln ist, vielleicht auch dem weltlich-niedrigeren Niveau der BD-Zielgruppe geschuldet. Wenn Dürr hier BD491 zitiert, kann ich allerdings darin mehr einen Aufruf an Dudde erkennen, nicht daran zu zweifeln, daß Gott sich durch sie offenbaren will. Im Übrigen möchte ich Herrn Dürr über eine gewisse Schwelle der geistigen Reife im Menschen hinaus, beipflichten in seiner Sorge um Ergebenheit ohne Zweifel.

 


9.2.26. Widersprüche

An dieser Stelle führt Dürr aus, wie BD in BD4172, BD5235, BD4971 sowie BD8695 davon spricht man solle sich nicht an scheinbaren Widersprüchen im BD-Text stoßen, Worte hätten mehrfache Bedeutungen, Abweichungen sollten nicht sogleich als Irrtümer hingestellt werden sowie die Aufforderung zu BD-Texten Abweichendes abzulehnen. Da hier von scheinbaren Widersprüchen die Rede ist, läßt mich HGt II 121:22, wie dieser ganze Punkt auch dementsprechend unberührt.

 


9.2.27. BD-Verfechter angesichts zahlreicher Widersprüche

Hier spricht Dürr erst (in seiner Kapitelüberschrift) von Widersprüchen in BDs Werken, dann von Widersprüchen zu Lorber-Texten. Beides halte ich nach diesen Ausführungen zum Thema für nicht belegt. Daher erübrigt sich dieser Punkt für mich wieder prinzipiell.

 


9.2.28. Stil von Endzeitschilderungen bei BD

Hier legen Dürr und G.G. (ihre?) Empfindungen bei der Lektüre der Endzeitschilderungen in BD-Texten dar, was wieder nicht einmal im Versuch ansatzweise anhand von Quellen systematisiert wird. Im Übrigen ist es doch auch nicht auszuschließen, daß BD-Texte in dieser Hinsicht ganz anders aufrütteln sollen als Lorber-Texte. Ich erinnere an die Zielgruppenüberlegung.

 


9.2.29. Frauen fürs Prophetenamt?

Hier stellt Dürr die These auf, Frauen hätten grundsätzlich nicht die Aufgabe als Propheten zu wirken und zitiert hierzu GEJ VIII 213:9, GEJ III 3:14 und GEJ I 91:11 übersieht aber offenbar schlicht, daß es bereits kanonische Prophetinnen in der Bibel gibt, daher "spare" ich mir auch diese Ausführung im Weiteren.

 


9.2.30. Mehrfacher Sinn in Prophetenschriften

Wenn Dürr hier aus GEJ IV 163:3-6 und GEJ V 272:8 auf sämtliche prophetische Schriften folgern möchte, dann sollte er nicht übersehen, daß die erste (wohlweislich?) nicht bei Dürr als Text zitierte Quelle sich offenbar speziell auf Moses bezieht und die zweite Quelle in der Vergangenheitsform von auch aus dem Zusammenhang dieses Gesprächs offenbar zu Jesu Zeiten gewesenen Propheten handelt. Insofern hat sich auch dieser Punkt scheinbar verflüchtigt.

 


9.2.31. Nachahmung Lorbers durch Dudde

Dürr kann sich offenbar noch nicht vom Zusammenhang des hier obenstehenden Punktes 19 trennen ohne neue Fakten in die Diskussion einzubringen.

 


9.2.32. BD ein Medium?

Anhand thematischer Behauptungen versucht Dürr BD als oberflächliches Medium zu outen.

 


9.2.33. Reaktionen von BD-Verfechtern auf Kritik

In diesem Punkt versucht Dürr "die Bertha Dudde-Verfechter" pauschal und ohne weitere Differenzierung als "hemmungslos" aggressiv "gegenüber jeder BD-Kritik" (an der Person BD? an BD-Texten?) und desweiteren gegenüber den Verfechtern der Kritik zu klassifizieren. Daraus schlußfolgert via diesen behaupteten "Früchten" Dürr die Urheberschaft Satans bezüglich der BD-Texte: "Schon damit dokumentieren sie >Satan inspirierte Bertha Dudde<"!!!

 


9.2.34. Zulassung falscher Propheten

Hier geht es wirklich nicht mehr um die Darlegung von Widersprüchen zwischen BD- und JL-Schriften.

 


9.2.35. Übernahme aus Lorbers Werken

Offenbar brütet Punkt 19, bzw. 31 an dieser Stelle immernoch in Herrn Dürr.

 


9.2.36. Psychische Folgen der BD-Texte

Demnach haben BD-Texte folgende psychische Auswirkungen, bestehend in:

"- Ängsten,

- widergöttlicher, unüberlegter und zwangshafter Missioniererei,

- relig. Fanatismus,

- zwanghafter Rechthaberei und Besserwisserei

- Drohen mit Verdammung und Neubannung für die 'Abtrünnigen',

- Gebundenheit durch Besetzung (Besessenheit),

- Verlust von wertvoller Zeit durch das Studieren oder gar Vergleichen zwischen Jakob Lorber- und Bertha Dudde-Texten u.ä.."

Ob Herrn Dürr speziell diese Ausführungen nicht langsam selbst peinlich geworden sind?

 


9.3. Schluß

Herr Dürr vermag es, wie auch Herr Schlätz nicht, auf den er teilweise aufbaut, Widersprüche zwischen JL- und BD-Textgut handfest nachzuweisen.

 

xx. Kontakt:     eMail: redaktion@bertha-dudde.info

 
 

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